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05 May 2025

Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden

My next new hymn translation for Lochner’s Easter-book is “Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden” (J. A. Freylinghausen, d. 1739), of which stanzas 4–6 and 12 close Devotion 13. I here present the full translation. The melody prescribed by Lochner was written for the text in the 19th c.; I include below it the original melody in this meter, which Freylinghausen had available to him.

Mel.: Triumph, Triumph dem Lamm!



SING triumph, triumph, God the Lord is risen,
He is not here, He is not here!
He who was lying in death’s bonds and prison
Alive this morning did appear.

2 He is arisen, hear, ye wicked spirits,
The crown belongeth to the Son;
The mast’ry over all your band He merits:
Ye must descend and yield the throne!

3 Death, hast no sting? Hell, art no crown possessing?
The Lamb hath in His victory
Devoured you whole—our endless Source of blessing
Laid low your forces utterly!

4 He is arisen! See, O horde unwitting,
Who sought to shroud the Lord of light!
Ye and your plots are put to shame, as fitting,
With all who watched the tomb that night.

5 What good can all thy seals and keepers do thee,
Thou viper race and serpent brood?
Now Judah’s lion risen breaketh through thee,
And doth restore all things to good.

6 Thou mayest now be terrified and shaken,
Since he, whom thou hast pierced now
Hath from the grave restored the life once taken,
With pains that weigh upon thy brow.

7 If thou wouldst flee His wrath and indignation,
Then it is time to stand, arise,
Thou must depart from sin, leave thy transgression,
And all thy course to Him revise.

8 He is arisen! See, ye hearts that waver,
Ye full of anguish and dismay:
Ye by His pains are brought into God’s favor,
Sin cannot injure you today.

9 Now let your spirit rise, like Jacob’s spirit,
And Joseph lives, not dead is he;
If ye must taste such death, oh, do not fear it,
With him in God ye still shall be.

10 Who dies with him, with him shall soon be living,
That man can no corruption see.
The Vine shall to the branches life be giving,
So that they bear most fruitfully.

11 Ye need not fear your grave nor dying hour,
Go simply forth without all fear,
Your Jesus shall renew you with His power,
No torment shall to you draw near.

12 Sing triumph, triumph! for the Lord is risen,
He is not here, but ris’n is He!
He lies no longer in death’s bonds and prison,
O triumph, triumph! Victory!

Translation © 2025 Matthew Carver.

GERMAN
Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden,
Er ist nicht hie, er ist nicht hie!
Der weiland lag in Todes Strick und Banden,
Der ist erstanden heute früh.

2 Er ist erstanden, hörts, ihr bösen Geister,
Der Sieg ist unsers Königs Sohn;
Er ist nun worden euer aller Meister,
Ihr müßt herab, herab vom Thron.

3 Wo ist dein Stachel, Tod? wo ist, o Hölle,
Dein Sieg? das Lamm hat in den Sieg
Euch ganz verschlungen, unsre Segensquelle
Hat euch erlegt in diesem Krieg.

4 Er ist erstanden, merks, du tolle Rotte,
Die Christum hat ins Grab gebracht;
Du wirst mit deiner List und Macht zu Spotte
Samt allen, die das Grab bewacht.

5 Was helfen deine Hüter, deine Riegel,
Du Otternzucht und Schlangenbrut?
Der Löw‘ von Judas Stamm zerbricht die Siegel
Und machet alles wieder gut.

6 Du magst nun wohl erschrecken und erbeben,
Weil der, den du erstochen hast,
Hat aus der Gruft herwiederbracht das Leben
Zu deiner Pein und schweren Last.

7 Willt du noch seinem Zorn und Grimm entfliehen,
So ist es Zeit, zu stehen auf,
So mußt du dich dem Sündengrab entziehen
Und zu ihm richten deinen Lauf.

8 Er ist erstanden, merkts, ihr blöden Herzen,
Die ihr voll Angst und Schmerzen seid.
Ihr seid versöhnt durch seine Pein und Schmerzen,
Die Sünde kann euch tun kein Leid.

9 Laßt euren Geist wie Jakobs Geist erwecken:
Joseph lebt noch, er ist nicht tot!
Müßt ihr gleich seinen Tod in etwas schmecken,
So lebt ihr doch mit ihm in Gott.

10 Was mit ihm stirbt, muß wieder mit ihm leben,
Es kann nicht die Verwesung sehn.
Der Weinstock gibet Kraft und Saft den Reben,
Daß sie in vollen Früchten stehn.

11 Ihr dürft nun weder Tod noch Grab mehr scheuen,
Legt euch nur ohne Furcht hinein;
Christus wird euch durch seine Kraft verneuen,
Euch kann betreffen keine Pein.

12 Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden,
Er ist nicht hie, er ist nicht da!
Er liegt nicht mehr in Todes Strick und Banden,
Triumph, Triumph, Victoria!

GERMAN
Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden,
Er ist nicht hie, er ist nicht hie!
Der weiland lag in Todes Strick und Banden,
Der ist erstanden heute früh.

2 Er ist erstanden, hörts, ihr bösen Geister,
Der Sieg ist unsers Königs Sohn;
Er ist nun worden euer aller Meister,
Ihr müßt herab, herab vom Thron.

3 Wo ist dein Stachel, Tod? wo ist, o Hölle,
Dein Sieg? das Lamm hat in den Sieg
Euch ganz verschlungen, unsre Segensquelle
Hat euch erlegt in diesem Krieg.

4 Er ist erstanden, merks, du tolle Rotte,
Die Christum hat ins Grab gebracht;
Du wirst mit deiner List und Macht zu Spotte
Samt allen, die das Grab bewacht.

5 Was helfen deine Hüter, deine Riegel,
Du Otternzucht und Schlangenbrut?
Der Löw‘ von Judas Stamm zerbricht die Siegel
Und machet alles wieder gut.

6 Du magst nun wohl erschrecken und erbeben,
Weil der, den du erstochen hast,
Hat aus der Gruft herwiederbracht das Leben
Zu deiner Pein und schweren Last.

7 Willt du noch seinem Zorn und Grimm entfliehen,
So ist es Zeit, zu stehen auf,
So mußt du dich dem Sündengrab entziehen
Und zu ihm richten deinen Lauf.

8 Er ist erstanden, merkts, ihr blöden Herzen,
Die ihr voll Angst und Schmerzen seid.
Ihr seid versöhnt durch seine Pein und Schmerzen,
Die Sünde kann euch tun kein Leid.

9 Laßt euren Geist wie Jakobs Geist erwecken:
Joseph lebt noch, er ist nicht tot!
Müßt ihr gleich seinen Tod in etwas schmecken,
So lebt ihr doch mit ihm in Gott.

10 Was mit ihm stirbt, muß wieder mit ihm leben,
Es kann nicht die Verwesung sehn.
Der Weinstock gibet Kraft und Saft den Reben,
Daß sie in vollen Früchten stehn.

11 Ihr dürft nun weder Tod noch Grab mehr scheuen,
Legt euch nur ohne Furcht hinein;
Christus wird euch durch seine Kraft verneuen,
Euch kann betreffen keine Pein.

12 Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden,
Er ist nicht hie, er ist nicht da!
Er liegt nicht mehr in Todes Strick und Banden,
Triumph, Triumph, Victoria!

Translation © 2025 Matthew Carver.

GERMAN
Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden,
Er ist nicht hie, er ist nicht hie!
Der weiland lag in Todes Strick und Banden,
Der ist erstanden heute früh.

2 Er ist erstanden, hörts, ihr bösen Geister,
Der Sieg ist unsers Königs Sohn;
Er ist nun worden euer aller Meister,
Ihr müßt herab, herab vom Thron.

3 Wo ist dein Stachel, Tod? wo ist, o Hölle,
Dein Sieg? das Lamm hat in den Sieg
Euch ganz verschlungen, unsre Segensquelle
Hat euch erlegt in diesem Krieg.

4 Er ist erstanden, merks, du tolle Rotte,
Die Christum hat ins Grab gebracht;
Du wirst mit deiner List und Macht zu Spotte
Samt allen, die das Grab bewacht.

5 Was helfen deine Hüter, deine Riegel,
Du Otternzucht und Schlangenbrut?
Der Löw‘ von Judas Stamm zerbricht die Siegel
Und machet alles wieder gut.

6 Du magst nun wohl erschrecken und erbeben,
Weil der, den du erstochen hast,
Hat aus der Gruft herwiederbracht das Leben
Zu deiner Pein und schweren Last.

7 Willt du noch seinem Zorn und Grimm entfliehen,
So ist es Zeit, zu stehen auf,
So mußt du dich dem Sündengrab entziehen
Und zu ihm richten deinen Lauf.

8 Er ist erstanden, merkts, ihr blöden Herzen,
Die ihr voll Angst und Schmerzen seid.
Ihr seid versöhnt durch seine Pein und Schmerzen,
Die Sünde kann euch tun kein Leid.

9 Laßt euren Geist wie Jakobs Geist erwecken:
Joseph lebt noch, er ist nicht tot!
Müßt ihr gleich seinen Tod in etwas schmecken,
So lebt ihr doch mit ihm in Gott.

10 Was mit ihm stirbt, muß wieder mit ihm leben,
Es kann nicht die Verwesung sehn.
Der Weinstock gibet Kraft und Saft den Reben,
Daß sie in vollen Früchten stehn.

11 Ihr dürft nun weder Tod noch Grab mehr scheuen,
Legt euch nur ohne Furcht hinein;
Christus wird euch durch seine Kraft verneuen,
Euch kann betreffen keine Pein.

12 Triumph, Triumph, der Herr ist auferstanden,
Er ist nicht hie, er ist nicht da!
Er liegt nicht mehr in Todes Strick und Banden,
Triumph, Triumph, Victoria!

07 April 2025

O Lamm, das keine Sünde je (supplement)

My next new translation from Lochner’s Passion-book is “O Lamm, das keine Sünde je” (J. A. Freylinghausen, 1704), of which stanzas 2–3, 9 are included in Devotion 39 (“Christ Is Equated with the Murderer Barabbas”). Stanzas already translated for the Moravian Hymn-Book and British Magazine have been included, the latter with slight alterations, and I have filled out the remaining stanzas.


Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
 


O LAMB, whom never spot of sin defilèd,
Whom Adam’s poison not like us beguilèd,
  Who art more pure than all the Seraphs
beauty,
  That owe Thee duty!

2 Holy Thou art, conceived by God the Spirit,
Splendid in robes of innocence and merit;
  Thou art than all the sons of men far Fairer,
  Free from all error.

3 How is it, then, that Thou shouldst be so treated,
As if Thou hadst a sin, and be so cheated,
  And as though naught more vile existed ever
  Than Thou, the Savior?

4 Not only hell’s abyss, but even heaven
Rages against Thee, as vile bands are driven
  So to afflict Thee, and in Thy great sadness
  To find all gladness.

5 There dost Thou sweat and bleed, in anguish reeling,
What man can fathom what Thy heart was feeling?
  There Thou art seen before God’s wrath and fury,
  Trembling with worry.

6 They have assaulted Thee, and pris
ner bound Thee,
Mocked Thee, and buffeted, and scourged, and crowned Thee;
They
ve spit on Thee, theyve called up pain and sorrow,
Thy heart to harrow:

7 Yet more, Thou to a word of curse wast turnèd,
Nailed to the tree, and there by foul tongues scornèd,
  Of God forsaken, and at last the Bearer
  Of death and terror.

8 Say, mortal, is this not the great affliction
Which ought to smite the worst without restriction?
  Why must true Innocence then without measure
  Bear God’s displeasure?

9 Thou as our Surety the price wouldst render,
Bearing the pain for man, the vile offender;
  Thus must He, who the debtor would be sparing,
  His debt be bearing!

10 Sin could not evermore escape due vengeance;
Long since was spoken mortals’ deadly sentence;
  All sinners’ debt had on the earth accursèd
  To be reversèd.

11 God wished to show sin’s awful desolation
Ere He should grant true reconciliation
  To sinful men, thus clear His fervor making,
  His silence breaking.

12 Lamb, for Thy boundless love I praises offer,
That love, which urged Thee in my stead to suffer,
  While all the wrath which I should have endurèd
  On Thee was pourèd.

13 Truly Thou bor’st my pain, distress, and crying,
Chastisement on Thee and Thy heart was lying;
  To give me grace and peace with God in heaven,
  Stripes Thou art given.

14 Savior, I take what Thou hast thus procurèd,
And I believe that Thou hast death endurèd
  For this, that sin might not again o’erpow’r me,
  Nor death devour me.

15 Ah! to this faith give strength in fullest measure,
That so it be not spoilèd of its treasure,
  Which in exchange for alll that’s under heaven
  May not be given.

16 Thy Passion’s fruit, oh! let me lose it never;
Let this fount flow within my conscience ever;
  Let my soul fix on this its joy supernal
  For bliss eternal.

17 Sin, which in Thee its punishment receivèd,
Must now with shame sink down; and, once relieved,
Let me not serve it e’er again, I pray Thee,
Nor cease t’ obey Thee.

18 Therefore, O Lamb, to Thee, again, and heaven,
My life henceforth devoted shall be given;
Since 
tis thy death a way to life hath found me,
Thy bonds have bound me.

19 Naught can or shall henceforth from thee divide me;
Thine I remain till thou shalt thither guide me,
Where spirits blest in hymns are ever voicing,
Thy love rejoicing.

Tr. sts. 1, 6–7, 14–19, Anon. (British Magazine) 1838, alt.
Tr. st. 12, Mor. H.-B. 1801.
Translation sts. 2–3, 8–11, 13 © 2025 Matthew Carver.


Mor. H.-B. 1832 (orig. 1801).
12 Lamb, for Thy boundless love I praises offer,
That love, which urged Thee in my stead to suffer,
While all the wrath which I should have endurèd
On Thee was pourèd.

How highly is poor man by Thee esteemèd!
Thou gav’st Thyself that he might be redeemèd;
Take soul and body, Lord, as an oblation
For all Thy Passion.

Thou richly dost deserve that each pulsation
Thy praises should express without cessation,
And that each drop of blood be hallowed ever
To Thee, my Savior.

BRITISH MAGAZINE 1838
1 O LAMB, whom never spot of sin defiled,
Whom Adam's poison not like us beguiled,
Who art more pure than all the seraphs' beauty,
That owe thee duty!

6 They have assaulted thee, and pris'ner bound thee,
Mock'd thee, and buffeted, and scourged, and crown'd thee;
They've spit on thee, they've call'd up pain and sorrow,
Thy heart to harrow:

7 Yet more, Thou to a word of curse wast turned,
Nailed to the tree, and there by foul tongues scorned,
Of God forsaken, forced to undergo
Death's fearful blow.

14 Savior, I embrace what Thou hast thus procurèd,
And I believe that Thou hast death endurèd
For this, that sin might not again o’erpow’r me,
Nor death devour me.

15 Ah! to this faith give strength in fullest measure,
That so it be not spoilèd of its treasure,
Which in exchange for alll that’s under heaven
May not be given.

16 Thy Passion’s fruit, oh! let me lose it never;
Let this fount flow within my conscience ever;
Let my soul fix to my eternal bliss
Its joy on this.

17 Sin, which in thee its punishment received,
Must now with shame sink down; and, once relieved,
Let me not serve it e'er again, I pray thee,
Nor cease t' obey thee.

18 Therefore, O Lamb, to thee, again, and Heaven,
My life henceforth devoted shall be given;
Since 'tis thy death a way to life hath found me,
Thy bonds have bound me.

19 Nought can or shall henceforth from thee divide me;
Thine I remain till thou shalt thither guide me,
Where spirits blest in hymns are ever voicing,
Thy love rejoicing.

GERMAN
1 O Lamm das keine Sünde je beflecket
Das Adams Gift wie uns nicht angestecket,
Das schön und reiner als die Seraphinen,
Die dich bedienen.

2 Du bist das Heilge, aus dem Geist empfangen,
Das man im Schmuck der Unschuld sahe prangen,
Der allerschönste unter Menschenkindern,
Nicht aus den Sündern.

3 wie gehts denn zu, wie soll ich mich drein finden,
Daß es dir geht, als ob du alle Sünden
Verüht, und nichts so schnöd, als du auf Erden
Könt funden werden?

4 Nicht nur der Abgrund, sondern auch der Himmel
Stürmt auf dich zu, man siehet ein Getümmel
Der Schaaren, die mit hundert tausend Freuden
Dir machen Leiden.

5 Da ligest du in Angst, im Schweiß und Blute;
Wer kans begreifen, wie dir sey zu muthe?
Man siehet dich vor Gottes Zorngewittern
Und grimm erzittern.

6 Man fällt dich an, man führet dich gefangen,
Man höhnt, Man schläge, bespeyet deine man gen
Man krönt und geiffelt dich macht deinem herzen
Viel quall und schmerzen.

7 Ja, was noch mehr, du wirst zum fluch gemacht,
Ans holz geschlagen, und dahey verlachet,
Von Gott verlassen, und mußt endlich schmecken
Den tod mir schrecken.

8 Sag an, o Mensch! sind das nicht lauter Plagen,
Womit man solt den größten Sünder schlagen?
Warum muß denn die unschuld selbst ohn maassen
Sich strafen lassen.

9 Das macht, daß sie sich hat für uns verbürger,
Drum hat man sie für mich und dich erwürget:
Gott mußte so, solt er der schuldner schonen,
Dem bürgen lohnen.

10 Die Sünde konnt nicht bleiben ungerochen,
Des Todes Urtheil war ihr längst gesprochen.
Dis mußt einmal auf der verfluchten erden
Voll zogen werden.

11 Was sünde sei, und was sie längst verdienet,
Hat Gott, eh ihm der sünder wird versühnet,
Zum zeugniß seines ernstes wollen zeigen,
Und nicht mehr schweigen.

12 Hab dank, o Lamm, für deine wunderliebe,
Darinn du dieser zorn-art strenge hiebe
Erduldet, und was über mich solt kommen,
Auf dich genommen.

13 Fürwahr, du trugest meine Noth und Schmerzen,
Die Strafe lag auf dir und deinem Herzen;
Daß du mir köntest gnad und fried ertheilen,
Wirst du voll beulen.

14 Ich nehme an, mein Heil, was du erworben,
Und glaube daß du bist darum gestorben,
Daß mir, der von der schuld nunmehr entladen,
Kein tod soll schaden.

15 Ach! stärke nur durch deine kraft den glauben,
Daß er sich diesen schatz nicht lasse rauben,
Der nicht vermag mit allem gut der erden
Bezahlet werden.

16 Laß deines leidens frucht mich stets geniessen;
Laß diesen quell auf mein gewissen fliessen:
Es müsse sein, zu steter lust und freude,
Des geistes weide.

17 Die Sünde, der an dir ihr recth geicheben,
Die müsse nun mit schanden untergehen;
Es müsse an mir, ihr forthin zu dienen,
Sich nichts erkühnen.

18 Nur dir, nur dir mein Lamm, soll sein mein Leben
Zum Eigenthum hinwiederum ergeben,
Wozu du mich durch deinen tod und wunden,
So hoch verbunden.

19 Nichts kan und soll hinfort von dir mich scheiden,
Ich bleibe dien, Bis du mich dort wirst weiden,
Wo deine liebe mit verklärten zungen
Stets wird befungen.

25 March 2024

Gott ist ein Gott der Liebe

Here is my translation of the hymn on Christian concord, “Gott ist ein Gott der Liebe” (Anon., asc. Wilhelm Gottlieb Tafinger, d. 1742), in GGELB #409 with melody assignment “Zeuch ein zu deinen Thoren,” originally published in Freylinghausen 1714 with melody assignment “Von Gott will ich nicht lassen” or “Mit Ernst ihr Menschenkinder”; in the Württemberg Gsb falsely ascribed to Tafinger (according to Fischer).

 



GOD is love’s true beginning,
Of friendship He the Friend:
He would our soul be winning
To what may peace extend
And foster unity,
That we may, strife rejecting,
As brethren be electing
In kindness to agree.

2 The devil peace upsetteth,
And wheresoe’er he may,
The hearer he soon getteth
To cast the Word away
Which he from Jesus learns,
To flee all spiteful living
And spirit unforgiving,
By which from God he turns.

3 Whoever peace here loveth
In truth without disdain,
His heart toward all men moveth
Without intent of gain,
In heav’n he has a share,
Where peace and love are dwelling,
And peace’s prize excelling,
Salvation’s his fore’er.

4 But he the weight that beareth
Of bitter hate and wrath,
A dreadful fate he shareth
With those in endless death;
Nor doth the precious blood
Which Christ in love untiring
Shed for all men, expiring,
Bring him eternal good.

5 He that his neighbor hateth,
He hateth God as well;
God’s wrath his soul berateth
E’en to the depths of hell;
Down in distress he flies,
Where there is no salvation;
The fetters of damnation
Shall bind him when he dies.

6 He that upon this thinketh
Prevents the setting sun
As to the earth she sinketh,
And ere her light is done,
He lets her not go down
Before he hath amended
The wrath that he has tended;
What joy that deed shall crown!

7 O Christ, restrain the devil
And curb his bitterness,
That wrath, discord, and evil
May here have no success.
The Spirit of Thy peace
To rule us here provide us,
In quietness to guide us
To charity’s increase.

8 True oneness in the Spirit
Help us to keep with care,
That we may so inherit
Thy blessing dear and fair,
And with Thy heart and mind
Be gladly reconcilèd
In kindness undefilèd,
And seek the prize to find.

Translation © 2024 Matthew Carver.

GERMAN

Gott ist ein Gott der Liebe,
ein Freund der Einigkeit; […Freundlichkeit]
er will, daß man sich übe
in dem, was wirket Freud
und Fried in seinem Sinn;
der Zwistigkeit absage,
sich brüderlich vertrage,
in Sanftmuth immerhin.

2 Der Satan ist ein Störer
des Friedens, und bedacht,
daß ja des Wortes Hörer
ganz lasse aus der Acht,
was wider Haß und Neid
der Heiland treulich lehret;
und wie von Gott abkehret
die Unversöhnlichkeit.

3 Wer hier den Frieden liebet
in Wahrheit ohn Verdruß,
dem Nächsten sich ergiebet
ohn Absicht auf Genuß,
der hat am Himmel Theil,
da Fried und Liebe wohnet,
da Friede wird belohnet:
Gott ist und bleibt sein Heil.

4 Hergegen wer beladen
mit bitterm Haß und Zorn,
der hat des großen Schaden,
er ist und bleibt verlorn;
es kommt das theure Blut,
so Christus unverdrossen
aus Liebe hat vergossen,
ihm nimmermehr zu gut.

5 Wer seinen Nächsten hasset,
der hasset selbsten Gott;
drauf Gottes Zorn ihn fasset,
und stürzt in solche Noth,
darinnen er verdirbt,
woselbsten kein Erretten;
der Höllen Band und Ketten
ihn fesseln, wenn er stirbt.

6 Wer dieses recht bedenket,
der wird der Sonnen Licht,
wenn es zur Erd sich lenket,
und eh der Glanz gebricht,
nicht lassen untergehn,
bevor sichi hab geleget
der Zorn, den er geheget;
wohl! wohl! wenns ist geschehn.

7 O Christe, steur und wende
des Satans Bitterkeit,
damit er nicht behende
erweckte Zorn und Streit
bei denen, die der Geist
des Friedens soll regieren,
und in der Stille führen
zu dem, was lieblich heißt.

8 Hilf uns ja fleißig halten
die Einigkeit im Geist,
daß über uns mög walten
dein Segen allermeist;
nach deinem Geist und Sinn
einander uns vertragen
in Freundschaft, und nachjagen
dem köstlichsten Gewinn.

15 March 2024

Wohl dem, der sich mit Fleiß bemühet

Here is my translation of the Christian life (sanctification) hymn, “Wohl dem, der sich mit Fleiß bemühet” (Anon., asc. Jacob Gabriel Wolf, d. 1754), in GGELB #391, with melody assignment “Wer nur den lieben Gott läßt walten” and omitting stanza 3. Rambach includes the hymn from the Porst Gsb 1711, according to Fischer, with “Streiter” instead of “Jünger” in the second line. “Fleiß” was changed to “Ernst” in Freylinghausen 1714, along with other changes downplaying the militant conceit. For my translation I follow the Freylinghausen version with the variants as it appears in GGELB, except for the omitted stanza, given here from Freylinghausen. Below, I include the original (Moravian) stanzas 1–2 and 11, which often composed a shorter cento in Moravian hymnals, though in some hymnals also found with stanzas 3–10.

 


HOW blest is he who doth endeavor
The Lord’s disciples here to be,
Who as a robe puts on his Savior
And so by faith is saved and free—
Who maketh Christ His highest goal
And holds him dearer than his soul!

2 How blest is he who finds in Jesus
The Light and Way, and seeks His name,
Renouncing all that Him displeases,
And taking on himself His shame—
Who always seeks with faithful heart
To have in Jesus’ life a part!

[3 What good to know of His conceiving,
His taking on our flesh and blood,
Unless we find Him, by believing,
Conceived within us for our good?
But if He is to stay with thee,
Thy heart must right and proper be.]

4 What help to know Christ’s incarnation,
Who sonship doth to us restore,
Unless, since He is our salvation,
We come in faith and Him implore,
And by His Spirit have new birth,
To start a new life here on earth?

5 Dost thou believe Christ’s work and teaching,
And still remain thy reason’s slave,
And heark’ning not to Scripture-preaching,
By wisdom hope thyself to save?
He who renounces worldly ways
Must heed alone what Jesus says.

6 How boast of Jesus’ life and doing,
Of humble love and charity,
If, pride and hatred e’er pursuing,
Thou heap’st upon Him infamy?
What good to claim a Christian’s name
And not in deed to be the same?

7 Dost thou believe His pain and anguish,
And wilt not here some suff’ring bear?
Sweet joy awaits those now who languish,—
Beyond disgrace, the purple fair.
Who here doth not his Adam drown
Shall not be granted there a crown.

8 Dost thou believe His death and Passion,
If to thyself thou wilt not die?
Thou lov’st thy life to thy damnaton,
Unless thy lust thou mortify.
Let Jesus’ death example give,
If to thyself thou wouldest live!

9 What help His loosing and releasing,
If thou God’s covenant defy?
What help to cry, “Lord, Lord!” unceasing,
While looking back with wistful eye?
What help to him what Christ did win
Who serveth yet the world and sin?

10 What help is Jesus’ resurrection,
If thou refuse thy sin to leave?
Believest thou in His ascension,
Yet wilt to earthly squalor cleave?
What help to thee His vict’ry gained,
If warfare here be not sustained?

11 Come, then, let Christ in life possess thee,
And His example take to heart;
See that His innocence may dress thee;
So in His host thou hast a part.
In life he who is Jesus’ own
Seeks to be like his Lord alone.

Translation © 2024 Matthew Carver.

GERMAN
Wohl dem der sich mit Ernst bemühet,
daß er ein Jünger Christi sei!
der Christum als sein Kleid anziehet
im Glauben, und durch ihn wird frei,
der Christum stets zum Zweck ihm setzt,
ihn über Welt und Himmel schätzt.

2 Wohl dem, der ihn zum Licht und Wege
erwählet, und ihm folget nach
auf der Verleugnung schmalen Stege,
und auf sich nimmet seine Schmach:
der sich befleißt an seinem Heil
im Glauben stets zu haben Theil.

3 Was hilfts sonst, daß er ist empfangen,
und Fleischs und Bluts theilhaftig ward;
wenn wir nicht auch darzu gelangen,
daß er sich in uns offenbart?
doch soll er in dich kehren ein,
so muß dein Herz rechtschaffen sein.

4 Was hilfts, daß Christus uns geboren, [Glaubt man,…]
und uns die Kindschaft wieder bringt,
wenn, da dies Recht schon längst verloren, […sich, da wir ohn ihn verloren,]
man hiernach nicht im Glauben ringt, [das Herz nicht gläubig zu ihm dringt;]
wenn nicht sein Geist uns neu gebiert, [wenn uns sein Geist nicht…]
und man kein göttlich Leben führt? [daß man ein neues…]

5 Was hilft dem Menschen Christi Lehre,
der der Vernunft ein Sklave bleibt,
nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre,
sein Leben, Thun und Wandel treibt?
Ein Christ, der die Verleugnung ehrt,
folgt dem nur, was ihn Christus lehrt.

6 Was hilft uns Christi Thun und Leben, [Was rühmst du…]
was Demuth, Lieb und Freundlichkeit,
wenn wir dem Stolz und Haß ergeben,
und schänden seine Heiligkeit?
Was hilfts, nur mit dem Mund allein,
und nicht im Werk ein Christe sein?

7 Was hilft uns Christi Angst und Leiden, [Glaubt man denn…]
wenn man nicht will ans Leiden gehn?
Nur nach der Pein sind süß die Freuden,
und nach der Schmach steht Purpur schön.
Wer hier nicht seinen Adam kränkt,
dem wird die Krone nicht geschenkt.

8 Was hilft uns Christi Tod und Sterben, [Glaubst du an…]
wenn wir uns selbst nicht sterben ab?
Du liebst dein Leben zum Verderben,
führst du die Lust nicht in sein Grab.
Es bleibt dir Christi Tod ein Bild, [Wird denn sein Will an dir erfüllt,]
wenn du dir selbst nur leben willt. […?]

9 Was hilft sein Lösen und Befreien,
wo man nicht bleibt im Bunde stehn?
Was hilft, Herr, Herr und Meister! schreien,
wenn man stets will zurücke sehn? […gehn]
Was hilfts dem, daß er ist versühnt,
der noch der Welt und Sünden dient?

10 Was hilft dir Christi auferstehen, [Glaubst du an…]
bleibst du noch in dem Sündentod? [und bleibst noch…]
Was hilft dir sein gen Himmel Gehen, [Glaubst du an…]
klebst du noch an der Erden Koth? [und klebst noch…]
Was hilft dir sein Triumph und Sieg,
führst du mit dir nicht selber Krieg? […nicht selber mit dir Krieg?]

11 Wohlan, so lebe, thu und leide,
wie Christus dir ein Vorbild war; [wie Jesus…]
sieh, daß dich seine Unschuld kleide, [such…]
so bleibst du in der seinen Schaar. […Streiter Schaar.]
Wer Christi ist, sucht nur allein [Wer Jesum…]
im Leben Christo gleich zu sein. [sein treuer Kampfsgenoß…]

GERMAN (MORAVIAN)
1 Wohl dem er sich mit Fleiß bemühet,
daß er en Streiter Christi sei,
der nicht am Lasterseile ziehet
von Hochmuth, Neid und Wollust frei,
der Christum stets zum Zweck ihm setzt,
ihn über Welt und Himmel schätzt.

2 Der heißt allein nur Christi Streiter
wer ihm in allem folget nach,
wem er soll sein Weg, Licht und Leiter,
der trägt auch billig seine Schmach.
Wer nicht den Ölberg mit ihm steigt,
wird Thabors Glanz auch nicht gezeigt.

[. . .]

11 Wohlan, so lebe, thu und leide,
wie Jesus dir ein Vorbild war;
such, daß dich seine Unschuld kleide,
so bleibst du in der Streiter schaar.
Wer Jesum sucht, sucht nur allein
sein treuer Kampfsgenoß zu sein.




11 December 2023

Mein Gott ach lehre mich erkennen

Here is my translation of the sanctification hymn “Mein Gott, ach, lehre mich erkennen” (Anon., ca. 1714), in NEGB #204 with melody assignment “Wer nur den lieben Gott läßt walten” and omitting stanzas 6–7; first appearing in Freylinghausen 1714, from which I supply the omitted stanzas here.

 

OH, teach me, God, the recognition
Of self-deceit and guiling show;
Since many claim the name of Christian
Whom Christ in truth doth never know.
Oh, to Thy glory work in me,
My God, true Christianity!

2 Help me, O Lord, to serve Thee solely,
And to renounce me utterly,
To self to die, to Thee live wholly;
Dear Lord, make all things new in me.
Oh, to Thy glory work in me,
My God, true Christianity!

3 From earthly fetters, Lord, untie me,
From my own self my heart unbind;
And with Thy Spirit unify me.
And give me my Redeemer’s mind.
Oh, to Thy glory work in me,
My God, true Christianity!

4 In heart and soul and body lead me,
Let me the path of Jesus trace,
And take the way Thy will decreed me,
And seek my crown in His disgrace.
Oh, to Thy glory work in me,
My God, true Christianity!

5 Oh, let me slay the works and doing
Of flesh and world, and Thine abide,
And find, the cross’s way pursuing,
The world to me is crucified.
Oh, to Thy glory work in me,
My God, true Christianity!

6 Let faith and hope and love be living,
And firm and active with all zeal,
That till my death I may be giving
Proof that my Christian faith is real.
Oh, to Thy glory work in me,
My God, true Christianity!

7 Then on this earth I savor early
My heaven and my paradise;
Made one with God, a preview surely
Of heav’nly bliss I realize.
Oh, to Thy glory work in me,
My God, true Christianity!

Translation © 2023 Matthew Carver.

GERMAN
Mein Gott, ach, lehre mich erkennen
den Selbstbetrug und Heuchelschein,
da tausend, die sich Christen nennen,
mit Nichten Christi Glieder sein.
Ach! wirk in mir zu deinem Ruhm,
mein Gott, das wahre Christenthum.

2 Hilf, daß ich dir allein ergeben
und mir ganz abgesaget sei,
laß mich mir sterben, dir zu leben;
ach! mach in mir, Herr, alles neu.
Ach! wirk in mir zu deinem Ruhm,
mein Gott, das wahre Christenthum.

3 Reiß los mein Herze von der Erden,
und nimm mich von mir selber hin,
laß einen Geist mit dir mich werden,
und gib mir meines Heilands Sinn.
Ach! wirk in mir zu deinem Ruhm,
mein Gott, das wahre Christenthum.

4 Ach! führe mir Herz, Leib und Seele,
damit ich Christo folge nach,
daß ich den rechten Weg erwähle,
und Ehre such in Christi Schmach.
Ach! wirk in mir zu deinem Ruhm,
mein Gott, das wahre Christenthum.

5 Hilf, daß ich Fleisch und Weltgeschäfte
ertöt, und dir verbleibe treu,
daß ich an Christi Kreuz mich hefte,
und mir die Welt gekreuzigt sei.
Ach! wirk in mir zu deinem Ruhm,
mein Gott, das wahre Christenthum.

*6 Laß meinen Glaube, HOffnung, Liebe,
lebendig, fest und thätig sein,
daß ich bis an mein Sterben übe
das Christenthum ohn Heuchelschein. [Heuchlerschein]
Ach! wirk in mir zu deinem Ruhm,
mein Gott, das wahre Christenthum.

*7 So hab ich schon auf dieser Erde
den Himmel und das Paradiß,
wenn ich mit Gott vereinigt werde,
schmeck ich des Himmels Lust gewiß. [genieß]
Ach! wirk in mir zu deinem Ruhm,
mein Gott, das wahre Christenthum.


01 December 2023

Durch Adams Fall und Missethat

Here is my translation of the justification hymn, “Durch Adams Fall und Missethat” (Johann Anastasius Freylinghausen, d. 1739), in NEGB #178 with melody assignment “O Jesu Christe, wahres Licht” [=Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht] and omitting stanzas 9–12; originally appearing in Freylinghausen’s own hymnal, ed. 1714, as a counterpart to his foregoing hymn on human corruption, “Durch Adams Fall und Frevelthaten” (both inspired by Spengler’s hymn).


 


BY Adam’s fall and trespass sore
That he in Eden wrought of yore,
Are sin and death upon us come,
And all calamities in sum.

2 Where is God’s image vanished hence?
Where that pure wreath of innocence?
Where gone, the Tree of Life’s effect?
Have not all these been wholly wrecked?

3 Therefore I lie here in my blood,
Am made to feel the wrath of God,
Am wounded sore from head to toe,
No soundness in my soul I know.

4 Where is the healer of our race?
Will none be found to take my case?
Where is the salve to mend my soul?
Where is the oil to make me whole?

5 Alas, alas, all helpers fail!
No herbs or physics here avail,
Nor aught that learning could devise!
One thing there is the cure supplies.

6 Thy precious Blood, O Jesus, spilt
To pay for all men’s sin and guilt—
This only heals my deepest flaws.
Oh, therefore take Thou up my cause!

7 The water, that so bright and clear
Flowed from Thy heart, a fountain dear,
Doth make me clean and free from stain,
And pacifies my every pain.

8 The wounds that then were given Thee
When Thou wast put upon the tree,
These count as my unfailing cure
And free me from death’s serviture.

*9 Oh, come then, Savior, come in haste,
And give my soul relief and rest;
Thine oil and wine unstinting pour,
And pains are gone and griefs no more!

*10 I feel a new vitality
Wrought by my Maker’s grace in me;
A new life fills me, O my God,
To serve Thee without guile or fraud.

*11 Lord, at Thy Word to Thee I hold,
O Door of life and Rock of old!
Salvation—so Thou calledst Thee—
Physician, Life, and Portion free.

*12 Through Thee I’ll ever live on high,
And I believe, though I must die,
That I will live and rise again,
Renewed and sound and free from sin.

13 All praise and thanks and majesty
Be offered from us all to Thee!
Physician, may we e’er be found
In Thee completely whole and sound!

Translation © 2023 Matthew Carver.

GERMAN
Durch Adams fall und missethat,
Die er ehmals verübet hat.
Ist auf uns kommen sünd und tod,
Samt andrer überhäuster noth.

2 Wo ist des edlen bilden glanz?
Wo ist der reinen unschuld kranz?
Wo ist des lebensbaumes saft?
Ist es nicht alles weggeraft?

3 Da lieg ich nun in meinem blut,
Muß fühlen Gottes zornes ruth,
Vom fuß bis an das haupt verwundt;
An seel und leib ist nichts gefund.

4 Wo ist der arzt der helfen kan?
Ist neimand der sich mein nimmt an?
Wo ist die salb, wo ist das öhl,
Das heilet meine kranke seel?

5 Ach! aber, ach! nichts hilfet mir,
Kein kraut noch pflaster nützet hier,
Und was die kunst erfunden hat!
Nur eins ist, das hier finder statt.

6 Dein blut, das, Jesu, deine huld
Vergossen hat für meine schuld,
Das ist es, das mich heilen kan,
Ach! nun, so nim dich meiner an.

7 Das wasser, das so klar und hell
Aus deines herzens lebens-quell
Geflossen, macht mich hell und rein,
Macht ruhig und stillt alle pein.

8 Die wunden, die man dir gemacht,
Da man dich hat ans creutz gebracht,
Die deinen mir zur arzeney,
Und machen mich vom tode frey.

*9 Ey nun, so eile doch herzu,
Schaff meiner seelen hülf und ruh;
Gib öhl und wein mit mildem guß,
So weicht die quaal, so flieht verdruß.

*10 So spür ich neue geistes-kraft,
Die Gottes gnade in mir schaft,
So dringt ein neues leben ein,
Zu dienen dir ohn heuchelschein.

*11 Ich fasse dich bey deinem wort,
O starker fels und lebens-pfort
Da du gesagt: Ich bin dein heil,
Dein arzt, dein leben und dein theil.

*12 Drum leb ich durch dich ewiglich,
Und ob ich sterb, so glaube ich,
Daß ich doch wieder leben werd
Ganz frisch, gesund und ohn beschwerd.

13 Halleluja, dank, kraft und macht
Sey von uns allen dir gebracht,
O Arzt! jetzt und zu aller stund,
Mach uns doch durch und durch gesund.

23 October 2023

Wachet, wachet, ihr Jungfrauen

Here is my translation of the hymn, “Wachet, wachet, ihr Jungfrauen” (Jacob Gabriel Wolf, d. 1754), in NEGB #103 for the Twenty-seventh Sunday after Trinity (Gospel: Matt. 25:1–13) in 5 stanzas with melody assignment “Werde munter mein Gemüthe”; originally appearing in Freylinghausen 1714, formerly misattributed to Sporleder and others, attested as Wolf’s by testimony of a manuscript given by the author to Inspector Grischau in Halle in 1745 (so Fischer). Henkel omits the last two stanzas.

 


WAKE, ye virgins, vigil keeping,
Wake, the Bridegroom draweth near:
Be not found as virgins sleeping,
Let your lamps be bright and clear!
Dress ye, deck ye hastily
That ye ready found may be,
Lest, if to the sellers faring,
Ye be left outside despairing.

2 Oh, how blest the soul forever
Having oil in ready store,
That it may be lacking never
When the Bridegroom’s at the door!
Wise shall such a virgin be
Who in time looks carefully:
With the Bridegroom she, arising,
To the feast will go rejoicing.

3 Oh, how foolish they, conversely,
Whom the foe has so impressed,
That they do not ponder firstly
How their lamps may well dressed!
Pity, when the Groom shall say:
“You I know not. Go your way!”—
When shall end the grace proposèd,
And the door of heav’n is closèd.

4 Bridegroom, let my heart be fillèd
With true faith and charity,
And the wait which Thou hast willed
Till the wedding, fruitful be,
But, whene’er Thy day betide,
And the door be opened wide,
Let me from these days of sadness
Enter to Thy wedding-gladness.

5 Let me pray and watch untiring
Till my last day comes in sight,
Heeding nothing sleep-inspiring,
Be with me, my quenchless Light:
Let Thy ray be unconfined,
Shining in my heart and mind.
Help me struggle, battle waging,
Quash the false emotions raging.

6 Let me praise Thy love and favor
And extol Thy glory here,
And increase Thy worship ever
As Thy own possession dear;
Take all slothful feeling hence,
Make alert both mind and sense:
With the Spirit’s weapons dress me,
Let Thy will alone possess me.

7 Curb the flesh, and safety grant me
From the foe and world as well,
Who with slumber would enchant me,
And my rest in Thee dispel:
Rouse me at the perfect hour
Speed my step with heav’nly pow’r,
That I never fail to meet Thee,
But like virgins wise may greet Thee.

Translation © 2023 Matthew Carver.

GERMAN
Wachet, wachet, ihr Jungfrauen,
wacht, der Bräutgam bricht herein:
lasset euch nicht schläfrig schauen,
zeiget eurer Lampen Schein;
schmückt euch, schickt euch, macht geschwind,
daß er euch bereit erfind;
wollt ihr erst zun Krämern gehen,
ei, so bleibt ihr draußen flehen!

2 O wie selig ist die Seele,
die die Lampe zugericht,
daß es ihr da nicht am Öhle,
wenn der Bräutgam kommt, gebricht!
das ist eine kluge Braut,
die darauf weils Zeit ist, schaut:
Die wird bei dem Bräutgam stehen,
und mit ihm zur Hochzeit gehen.

3 O wie thöricht sind hingengen,
die der Feind also berückt,
daß sie sich nicht bald drauf legen,
daß die Lampen sind geschmückt!
jammer! wenn der Bräutgam spricht:
gehet hin, ich kenn euch nicht;
wenn die Gnadenzeit verflossen,
und die Himmelsthür verschlossen.

4 Gib, mein Bräutgam, daß mein Herze
sey mit Glaub und Lieb erfüllt,
und ich nicht die Zeit verscherze,
da du Hochzeit halten willt,
sondern, wenn dein Tag bricht an,
und die Thür wird aufgethan,
ich, nach überstandnen Leiden,
eingeh zu den Hochzeitfreuden.

5 Laß mich beten, laß mich wachen,
bis mein letzter Tag anbricht:
laß mich ja nichts schläfrig machen:
bleibe du bey mir, mein Licht:
laß stets deiner Gnadenschein
leuchten in mein Herz hinein.
hilf mir ringen, hilf mir kämpfen,
und die falsche Regung dämpfen.

6 Deine Liebe laß mich ehren,
und erheben deinen Ruhm,
laß mich stets dein Lob vermehren,
als dein werthes Eigenthum,
nimm doch alle Trägheit hin,
und ermuntre meine Sinn:
Rüste mich mit Geisteswaffen;
nur, was du willt, laß mich schaffen.

7 Steur dem Fleische, wehr dem Drachen,
und der bösen Welt dazu,
die mich wollen schläftig machen,
und doch stören meine Ruh:
Wecke du mich stündlich auf,
und befördre meinen Lauf,
daß ich werde alle Stunden
klugen Jungfraun gleich erfunden.


09 October 2023

Du sagst, ich bin ein Christ

Here is my translation of the faith & works hymn, “Du sagst, ich bin ein Christ” (Johann Adam Haßlocher, d. 1726), in NEGB #87 for the Eleventh Sunday after Trinity (Gospel: Luke 18:9–14) in 10 stanzas, with melody assignment “O Gott, du frommer Gott,” first appearing in Freylinghausen 1704, later in the author’s Zeugnisse der Liebe (Wetzlar, 1727) in 16 stanzas. This hymn, according to Fischer dubbed the “motto of Spenerism,” is composed on the basis of Arndt’s True Christianity, bk. 2, ch. 4, and was long ascribed to Johann Caspar Schade. It received from the Wittenberg Faculty the same critique as the rest of Freylinghausen’s hymnal: “some things smack of the new theology.” But Wetzel contends that “superintendent Haßlocher is an orthodox theologian” and finds nothing in his work conflicting with the “old theology.” Otherwise, objections to the hymn may be limited, says Fischer, to its being by nature a pedagogical composition and properly located outside of church hymns. “Palmer,” he says, “rightly notes that a contradiction occurs if the whole congregation, singing, exercises the teaching office.” I include the omitted stanzas 11–16 from Mühlenberg’s Erbauliche Liedersammlung (Germantown, ed. 1826).


 


I’M Christian, thou dost say;
Well, if thy work and living
Agree with what thou say’st
Clear testimony giving.
Then is it well with thee.
I wish each day anew
Thou may’st be what thou say’st,
A Christian good and true.

2 I’m Christian, thou dost say:
A man who Jesus knoweth,
And calls Him God and Lord,
And yet beyond that goeth,
And His commandments seeks
To keep most carefully;
But if thou do not so,
Thy words are mockery.

3 I’m Christian, thou dost say;
Who would a Christian call him
Must love whate’er is good,
And evil must appall him.
He who still loves his sin,
He loves not Christ the most,
Nor is a Christian good
Though much the name he boast.

4 I’m Christian, thou dost say,
Since I have once been sprinkled
With water in the Word,
Which with Christ’s blood is mingled;
Indeed, but hast thou kept
The cov’nant of God’s pow’r,
Which thou didst make with God
Once in that gracious hour?

5 Hast thou not oft ignored,
And even now ignorest
That pledge, nor thee hast proved
God’s child, as then thou sworest,
In all thy works and deeds,
And sought the good alway?
Hath not the old man thrived
In thee until this day?

6 I’m Christian, thou dost say,
Because God’s Word and teaching
Free from men’s vanities
I read, and hear the preaching:
Yet what these words instruct,
Art thou thereby unfazed?
Not he who hears, but he
Who does, by God is praised.

7 I’m Christian, thou dost say,
For I go to confession,
And as a penitent
I often seek a session;
But pray, dost thou then seek
When thou, absolved, dost go,
From sinning to depart
And better life to show?

8 Thou still art as before!
Thy words and works and senses
Grow often even worse;
Thy will to leave offenses
And to perform the good,
As ever, fails to be:
And rightly if described,
’Tis all hypocrisy.

9 I’m Christian, thou dost say,
I let my Savior feed me
In His most worthy feast
With things that heav’nward speed me.
Well done, yet show in truth
How Jesus’ body and blood
Have their effect in thee.
To hallow thee for good.

10 I’m Christian, thou dost say,
Pray, read, and sing in choir-,
To church I always go—
Than these what things are higher?
These things are good indeed
When in them God doth see
That they have been performed
With all sincerity.

[11 I’m Christian, thou dost say;
I cannot yet believe it,
Unless from thy own life
And conduct I perceive it.
For he who boasts and claims
Christ’s follower to be,
And His disciple true
Must also walk as He.

12 If thus thou Christian art,
Thou must be likewise minded
As Christ thy Savior was:
If charity unblended
From thy heart’s fountain flows
And if thou from thy heart
Art humble like the Lord,
Then say thou Christian art.

13 But for as long as I
Perceive and sense that, in thee,
Conceit and arrogance
Control thy heart and win thee—
If, in compassion’s place,
I hate and envy see,
Then thou art still quite far
From Christianity.

14 I’m Christian, dost thou say,
And boast, yet, unconcernèd,
Dost never do more good
E’en than the pagans learnèd?
Alas! Thou oft hast done
Not so much good as they!
And they shall thee accuse
For certain on that Day.

15 Say not, I’m Christian, no,
Not till thy work and living
Agree with what thou say’st
Clear testimony giving.
The words are not enough,
A Christian must be free
From empty show, and as
His name is, truly be.

16 Alas, my God! grant grace
In earnest to endeavor
To be a Christian true,
Nor name and life to sever;
For he who does not both
Together have and bear,
Is far from heaven’s realm
And shall not enter there.]

Translation © 2023 Matthew Carver.

GERMAN
Du sagst: ich bin ein Christ!
wohlan, wann Werk und Leben
dir dessen, was du sagst
Beweiß und Zeugnis geben.
So steht es wohl um dich;
ich wünsche was du sprichst,
zu werden alle Tag,
Nämlich ein guter Christ.

2 Du sagst: ich bin ein Christ;
der ists, Der Jesum kennet,
und seinen Gott und Herrn
ihn nicht alleine nennet,
sondern thut auch mit Fleiß,
was fordert sein Gebot;
thust du nicht auch also,
ist, was du sagst, ein Spott.

3 Du sagst: ich bin ein Christ;
wer sichs will nennen lassen,
muß lieben was ist gut,
mit Ernst das Böse hassen;
der liebet Christum nicht,
der noch die Sünde liebt,
ist auch kein Christ, ob er
sich gleich den Namen giebt.

4 Du sagst: ich bin ein Christ;
denn ich bin ja besprenget
mit Wasser in dem Wort
mit Christi Blut vermenget;
ja wohl! hast aber du
gehalten auch den Bund,
den du mit Gott gemacht
in jener Gnadenstund?

5 Hast du ihn nicht verlängst
gar oft und viel gebrochen?
Hast du, als Gottes Kind,
dich, wie du hast versprochen,
in allem Thun erzeigt,
dem Guten nachgestrebt?
Hat nicht der alte Mensch
in dir bisher gelebt?

6 Du sagst: ich bin ein Christ;
weil Gottes Wort und Lehre
ohn allen menschen tand
ich fleißig les und höre:
Ja lieber, thust du auch,
was dieses Wort dich lehrt?
Nicht ders hört, sondern thuts,
der ist bei Gott geehrt.

7 Du sagst: ich bin ein Christ;
Ich beichte meine sünden,
Und, laß mich in der beicht
auch oftermalen finden;
Findt aber sich, mein freund!
Ich bitte, sag es mir,
Nach abgelegter beicht
Die beßrung auch bey dir?

8 Ach! du bleibst nach wie vor:
dein Worte, Werk und Sinnen
wird oftmals ärger noch;
dein Vorsatz und Beginnen
geht nach dem alten Trieb,
und was noch Gut soll sein,
ist, wenn mans recht besieht,
ein lauter Heuchelschein.

9 Du sagst: ich bin ein Christ;
Laß speisen mich und tränken
Mit dem was Christus mir
Im Abendmahl will schenken:
Wohl, aber zeige mir,
ob Christi Leib und Blut
in dir zur heiligung
Auch seine Wirkung thut.

10 Du sagst: ich bin ein Christ;
ich bete, les' und singe,
ich geh in Gottes Haus,
sind das nicht gute Dinge?
sie sind es; aber wann
sie werden so verricht,
daß Gott auch stets dabei
ein reines Herze sieht.

11 Du sagst: ich bin ein Christ;
ich kan dirs nicht gestehen,
es sei denn, daß ichs werd
aus deinem Wandel sehen.
Wer sagt und rühmet, daß
er Christum angehör
und auch sein Jünger sei,
mųß wandeln gleich wie er.

12 Bist du ein solcher Christ,
so mußt du sein gesinnet,
wie Jesus Christus war:
wenn reine liebe rinnet
aus deines Herzensquell,
wenn du demüthig bist
von Herzen, wie der Herr,
so sag, du seist ein Christ.

13 So lang ich aber noch
an dir erseh und spüre,
daß Stolz und Übermuth
dein Herz und Sinn regiere;
wenn an der Sanftmuth Stell
sich zeiget Haß und Neid,
so bist du ganz gewiß
vom Christenthum sehr weit.

14 Sagst du: ich bin ein Christ,
und rühmst dich des mit Freuden;
thust aber du auch mehr
als andre kluge Heiden?
Ach öfters nicht so viel,
was gutes sie gethan,
sie werden dorten dich
gewißlich klagen an.

15 Sag nicht: ich bin ein Christ,
bis daß dir Werk und Leben
auch dessen, was du sagst,
Beweiß und Zeugniß geben;
die Wort sind nicht genug,
ein Christ muß ohne schein
das, was er wird genannt,
im wesen selbsten seyn.

16 Ach! mein Gott! gib genad
Mich ernstlich zu befleissen,
Zu seyn ein wahrer christ,
Und nicht nur so zu heissen:
Denn welcher Nam und That
Nicht hat und führt zugleich,
Der kommet nimmermehr
Zu dir ins Himmelreich.



11 August 2023

Gott kanns nicht böse meinen

Here is my translation of the trust hymn, “Gott kanns nicht böse meinen” (Johann Kleß, d. 1720), in ELGB #404, first appearing in Weimar court preacher Kleß’s Weimarische kleine Bibel (1701), according to Rambach, whence it came into the Gotha Gsb 1706 and Freylinghausen 1714. Rambach states: “Of Kleß is known only this hymn, which he prepared as his creedal device and appended to his Little Weimar Bible in 1701.” Grabau’s hymnal indicates simply the proper melody. A few melodies from the 18th c. are given in Zahn, with an evident tendency to simplify the melody because of the length.

 





GOD naught for ill intendeth:
His Word cannot deceiving be;
Therein He firmly promised me
He will direct me with His eyes preceding;
I follow in His train as He is leading,
Who gives me heart and courage aye.
For good God guideth on His way.
He never leaves. Though seeming ill He sendeth,
God naught for ill intendeth.
Seems ill what He sendeth?
God naught for ill intendeth.

2 God naught for ill intendeth:
No man is good but He alone.
What evil in His will is known?
He wills that all should come unto salvation,
He doeth all things well throughout creation.
Who to His work in faith attends,
For good God guideth on His way.
Then trust in Him. His escort never endeth.
God naught for ill intendeth;
Ne’er His escort endeth.
God naught for ill intendeth.

3 God naught for ill intendeth:
He brought me out into the light,
And my salvation has in sight.
In older years He still will help supply me,
And what is for my blessing not deny me,
I in my Father’s keeping stay,
For good God guideth on His way.
Since childhood, all my life on Him dependeth.
God naught for ill intendeth.
Life on Him dependeth,
God naught for ill intendeth.

4 God naught for ill intendeth:
Though wicked multitudes appall,
God’s grace is greater than them all;
I cried for mercy to the God heaven;
He said: Be of good cheer. Thou art forgiven.
Christ’s blood for all my sins did pay:
For good God means His wondrous way.
He justifies me and with saints befriendeth.
God naught for ill intendeth,
He His own befriendeth.
God naught for ill intendeth.

5 God naught for ill intendeth:
When I see not the means nor ends,
My God Himself my cause defends.
I to the Lord commend my deeds and living,
He will do well, His faithful counsel giving.
I am content beneath His sway:
For good God doth intend His way,
And to His pleasure great and small hearts bendeth,
God naught for ill intendeth,
Great and small He bendeth,
God naught for ill intendeth.

6 God naught for ill intendeth:
What is not for my good, He takes,
Calamity my fortune makes.
To those who for their God are yearning,
All things must to the good be turning.
Though fire and flood the road waylay,
For good God doth intend His way;
When night is o’er the bitter weeping endeth,
God naught for ill intendeth.
Soon the weeping endeth.
God naught for ill intendeth.

7 God naught for ill intendeth:
The world intendeth wrong in times of woe,
And when I prosper, I in envy go;
The world entire may wallow in transgressions,
But I will overcome its wicked passions;
I care not what the foe may say,
For good God doth intend His way.
If none mean well, yet One His friendship lendeth,
Who naught for ill intendeth.
Strength of heart He lendeth;
God naught for ill intendeth.

8 God naught for ill intendeth:
Since I in Jesus’ life remain,
Death, even death, shall be my gain;
I surely know that my Redeemer liveth,
To every limb the Head a dwelling giveth.
The soul shall live, the body stay.
For good God doth intend His way.
He’ll speak me loose when Christ again descendeth,
God naught for ill intendeth,
Christ again descendeth:
God naught for ill intendeth.

Translation © 2023 Matthew Carver.

GERMAN
1 Gott kanns nicht böse meinem:
Sein Vaterwort betrüget nicht;
darin Er mir fest verspricht:
Er wolle mich mit seinen Augen leiten,
so folg ich seinem Zug zu allen Zeite.
Ich habe Herz und guten Muth,
Gott meints mit seiner Führung gut!
Er läßt mich nicht, wenns gleich oft so will scheinen,
Gott kanns nicht böse meinen,
wills gleich Böse scheinen,
Gott kanns nicht böse meinen.

2 Gott kanns nicht böse meinen:
Niemand ist gut als Er allein;
wie kann sein Wille böse sein?
Er will, das Allen soll geholfen werden,
macht alles wohl im Himmel und auf Erden.
wer nur sein Werk im glauben thut,
Gott meints mit seiner Führung gut:
Wohl! wer Ihm traut, denn Er versäumet, keinen,
Gott kanns nicht böse meinen;
Er versäumet keinen
Gott kanns nicht böse meinen

3 Gott kanns nicht böse meinen:
Er hat mich an das Licht gebracht,
und täglich für mein Heil gewacht.
Er wird mich ferner bis ins Alter tragen,
und was nur selig ist, mir nicht versagen:
Ich steh in meines Vaters Hut,
Gott meints mit seiner Führung gut.
Er sorgt für mich, gleich wie von Kindes-Beinen,
Gott kanns nicht böse meinen,
wie von Kindes Beinen
Gott kanns nicht böse meinen.

4 Gott kanns nicht böse meinen:
Der Bosheit Menge schreckt mich sehr,
doch ist der Güte Gottes mehr:
Ich rief: Gott, sei mir armen Sünder gnädig.
Er sprach: Getrost, du bist von Sünden ledig.
Mich reinigt Jesu theures Blut:
Gott meints mit seiner Führung gut.
Er macht gerecht, und zählt mich zu den Seinen,
Gott kanns nicht böse meinen,
Er kennt schon die Seinen
Gott kanns nicht böse meinen.

5 Gott kanns nicht böse meinen:
Wenn ich mir selbst nicht rathen kann,
nimmt Gott sich meiner Sachen an;
gnug ich befehl dem Herren meine Thaten,
Er wirds wohl machen, und mir treulich rathen.
Es gilt mir gleich, wenns Gott mir thut:
Gott meints mit seiner Führung gut:
Er lenkt das Herz der Großen und der Kleinen,
Gott kanns nicht böse meinen,
Er lenkt Groß und Kleinen
Gott kanns nicht böse meinen.

6 Gott kanns nicht böse meinen:
Was mir nicht gut ist, geht zurück,
das größte Unglück ist mein Glück;
ich weiß, daß denen, die Gott lieben wollen,
zum besten alle Dinge dienen sollen:
So geh es denn durch Glut und Fluth,
Gott meints mit seiner Führung gut;
den Abend lang währt nur das bittre Weinen,
Gott kanns nicht böse meinen,
bald vergeht das Weinen
Gott kanns nicht böse meinen

7 Gott kanns nicht böse meinen:
die Welt meints falsch zur bösen Zeit,
und wenn mirs wohl geht, hab ich Neid;
doch mag die Welt gleich ganz im Argen liegen,
so will ich ihre böse Lust besiegen,
Trutz biet ich aller Feinde Wuth,
Gott meints mit seiner Führung gut;
meints niemand gut, so hab ich dennoch einen,
der kanns nicht böse meinen,
ich trotz auf den einen
Gott kanns nicht böse meinen.

8 Gott kanns nicht böse meinen:
weil ich im Leben Christi bin,
so ist der Tod auch mein Gewinn;
ich bin gewiß, daß mein Erlöser lebet,
der mich, sein Glied, zu sich, meinm Haupt, erhebet,
die Seele lebt, der Körper ruht,
Gott meinets auch im Tode gut;
Er spricht mich los, wenn Jesus wird erscheinen,
Gott kanns nicht böse meinen,
Jesus wird erscheinen
Gott kanns nicht böse meinen.

02 May 2023

Es mag dies Haus das aus Erden

Here is my translation of the Heaven/Eternity hymn, “Es mag dies Haus das aus Erden” (Jacob Baumgarten d. 1722), Ev.-luth. Gsb #690, first appearing in Freylinghausen 1714 set to “Wachet auf ruft uns die Stimme,” though as Fischer notes, the German is a syllable short in lines 1 and 4. Fischer says The hymn is the second half of the hymn “Gott wohnt in seiner Himmelshöhe” to which he refers the reader.

 


THOUGH this house, of earth so humble,
Grows ever older and must crumble,
Another house for us is built;
God Himself doth build it for thee,
Adorns it with His heav’nly glory,
Eternal, ne’er to fall nor tilt.
All earthly things depart!
My spirit and my heart
Hence are fleeing,
Grasping this word,
E’en now transferred
To heav’nly joy before my Lord.

2 Here there is no veil to sever,
The holy place is open ever:
O blest contentment waits for thee!
Here for our delight is given
The One who made the earth and heaven,
The blessed Holy Trinity.
The angels’ beauty here
Is made our beauty dear;
All as brethren
In love’s embrace
Live in this place;
O heart and soul, rejoice a space!

3 Here is naught but joy and lightness,
Our robes are silk of whitest brightness,
And ours, eternal holiness;
Crowns of gold we here are wearing,
And thrones of gold with God are sharing,
Nor do time’s changes here oppress;
Cease, mind, to worry so!
Now whither wilt thou go?
Softly, softly
Draw near the throne
Where God alone
Is All in all, and e’er thine own.

Translation © 2023 Matthew Carver.

GERMAN
Es mag dies Haus, das aus Erden,
nur immerhin zerbrochen werden;
ein andres Haus wird uns erbaut.
Gott selbst will den Bau vollführen,
mit ewger Himmelsklarheit zieren,
dran man nichts Unvollkommnes schaut.
Hinweg, was irdisch heißt!
Mein Herz und ganzer Geist
fleucht von hinnen,
ergreift dies Wort, und ist schon dort
an jenem selgen Freudenort.

2 Kein Vorhang wird angetroffen,
das Allerheiligste steht offen:
o seligste Zufriedenheit!
Hier giebt sich innig zu küssen,
mit süßer Wonne zu genießen
die heiligste Dreieinigkeit.
Es schenkt sich uns allhier
der Engel schöne Zier;
alle Frommen
unfassen sich recht brüderlich:
o Herz und Seele freue dich!

3 Hier ist lauter Licht und Freude:
hier kleidet uns nur weise Seide
der allerreinsten Heiligkeit;
wir trag'n lauter güldne Kronen,
wir sitzen hier auf güldnen thronen;
hier wechselt sich gar keine Zeit.
Hör auf mein blöder Sinn,
wo willst du endlich hin?
Stille stille!
Geh ruhig ein, wo Gott allein
wird alles und in Allem sein.


25 April 2023

Liebster Gott, wann werd ich sterben

Here is my translation of the Death & Burial hymn, “Liebster Gott, wann werd ich sterben” (Caspar Neumann, d. 1715), Ev.-luth. Gsb #668, first appearing, as Fischer notes, in the Breslau hymnal Vollständige Kirchen- und Haus-Music, 8th ed. (ca. 1690) with title “Thoughts of Death” “. . . The hymn was held in great respect. In 1730, Gabriel Wimmer published edifying meditations based on it. Yet on stanza 3, Zinzendorf, in his Jeremias, part 4, ch. VIII, makes a sharp observation . . . Here, Zinzendorf thinks, the soul is mentioned only en passant and for the rest, the sequence of topics corresponds to the salvation-order of most of our hearers: What will we eat? What will we drink? With what shall we be clothed and—finally, be saved? It does not happen without God, he says finally, that the animorum sensa are also manifested on such occasions. This harsh reproach may have caused Freylinghausen to avoid including it.” Thus far Fischer. The melody is “Freu dich sehr, o meine Seele.”

 



WHEN, dear God, shall I be dying?
Here my time will soon be done,
And the heirs of Adam sighing,
Of whom also I am one,
As their father’s portion have
That, before the cooling grave,
Grief must here be briefly suffered,
Then to earth their bodies offered.

2 Yet I will not go despairing
Nor resist when it must be.
In my members I am bearing
Seeds of my mortality;
Daily life around us shows,
Mortal after mortal goes,
Many now the worms are feeding
Whom I knew in days preceding.

3 What, O God, shall I be thinking
When blinks out life’s little coal?
Where will then these limbs be sinking?
What will happen with my soul?
Oh, what sorrows I foresee!
Whose shall my provisions be?
Whither shall my friends belovèd,
When they die, be hence removèd?

4 Yet what need for care or sorrow?
Shall I not to Jesus go?
Rather this day than tomorrow!
Flesh shall rise again, I know.
Readily the world I leave,
Bid it all these things receive,
And bequeath to my descendants
God, who quickens His dependants.

5 Lord of life and death, I pray Thee,
Let me well my spirit yield,
Boldly at Thy call obey Thee,
Let my end by Thee be sealed;
Let my grave be well arrayed,
Godly Christians round me laid,
Let me then, by earth surrounded,
Never after be confounded.

Translation © 2023 Matthew Carver.

GERMAN
Lieber Gott, wann wird ich sterben?
Meine Zeit läuft immer hin,
und des alten Adams Erben,
unter denen ich auch bin,
haben das zum Vatertheil,
daß sie eine kleine Weil
arm und elend sind auf Erden,
und dann selber Erde werden.

2 Ich zwar will mich auch nicht widern,
zu beschließen meine Zeit;
trag ich doch in allen Gliedern
Saamen von der Sterblichkeit;
geht doch immer da und dort,
einer nach dem andern fort,
und schon mancher liegt im Grabe,
den ich wohl gekennet habe.

3 Aber, Gott, was werd ich denken,
wenn es wird auf Sterben gehn?
Wo wird man den Leib versenken?
Wie wirds um die Seele stehn?
Ach was Kummer fällt mir ein!
Wessen wird mein Vorrath sein?
Und wo werden meine Lieben
nach einander hin verstieben?

4 Doch was darf es dieser Sorgen?
Soll ich nicht zu Jesu gehn?
Lieber heute noch als morgen;
denn mein Fleisch wird auferstehn.
Ich verzeih es gern der Welt,
daß sie Alles hier behält,
und bescheide meinen Erben
einen Gott, der nicht kann sterben.

5 Herrscher über Tod und Leben,
mach einmal mein Ende gut;
lehre mich den Geist aufgeben
mit recht wohl gefaßtem Muth;
hilf daß ich ein ehrlich Grab
neben frommen Christen hab,
und auch endlich in der Erde
nimmermehr zu Schanden werde.

08 April 2023

O Lamm, das meine Schuldenlast getragen

Here is my translation of the Good Friday (Burial of Christ) hymn, “O Lamm, das meine Schuldenlast getragen” (Johann Athanasius Freylinghausen, d. 1739), five stanzas of which I find included in Friedrich Lochner’s Passionsbuch (1877) under Devotion 64: “Jesus is laid in the tomb.” The hymn first appears in Freylinghausen’s own hymnal of 1714. While enjoying dissemination in several German hymnals, in America it is otherwise found predominantly in more inconspicuous collections, such as those of the Amana (Buffalo), Evangelical Reformed (Philadelphia), and Volga Germans (publ. in Chicago). The melody is “Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe,” for which multiple melodies exist. I include a less interesting one followed by that explicitly given by Lochner in his Passionsbuch.

 

 



O LAMB, that barest all my sinful burden,
And on the cross a curse, didst win my pardon
Now art Thou taken ere the eventide
And borne away to Joseph’s tomb untried.

2 O soothing sight! O sign of grace that reigneth!
Of which but faith alone a glimpse attaineth;
The curse is gone, the ground is therefore clean,
So Thou must buried be—here this is seen.

3 That Thou hast died, this burial doth assure me;
I know Thou death hast tasted to procure me
A righteousness, that I may stand some day
Before my God, and sin is done away.

4 Thou must the Scriptures’ truth be here attesting,
Wherefore Thy body must in earth be resting;
By Daniel and by Jonah was foreshown
What, Savior, now I see in Thee all done.

5 Thou art the corn of wheat which here is buried,
Yet he who hath but till the third day tarried
Will see Thee to arise from out the tomb
And fruits a thousandfold from Thee to bloom.

6 Meanwhile Thy burial is itself a token,
A seal of innocence, a glass unbroken
Wherein the world may wondering espy
A preview of the Exaltation nigh.

7 Now of the tomb I need be fearful never,
Since in the tomb Thou too didst lie, my Savior;
Thy tomb makes mine a sleeping chamber blest,
A place of sweet repose and bed of rest.

8 My Savior, with Thee I’m already buried,
Since soul and body to Thy fount were carried
In Baptism, which upon Thy death relies;
Now let me with Thee also daily rise!

Translation © 2023 Matthew Carver

GERMAN
O Lamm, das meine Schuldenlast getragen,
und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen,
nun nimmt man noch vor abends dich herab,
und trägt dich hin in Josephs neues Grab.

2 O tröstlich Bild! o gnadenvolles Zeichen!
das aber nur der Glaube kann erreichen:
der Fluch ist hin; die Erde ist nun rein:
zum Zeugnis des mußt du begraben sein.

3 Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben,
daß du den Tod geschmeckt, und mir erworben
Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann
vor Gott, und daß die Sünde abgethan.

4 Die Schrift konnt nicht an dir gebrochen werden,
drum muß dein Leib auch ruhen der Erden:
was Daniel und Jonas vorgebildt,
seh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt.

5 Du bist das Weizenkorn, so man verscharret,
doch, wenn man nur drei Tage hat geharret,
wird man dich aus dem Grabe auferstehn,
und tausendfache Früchte dringen sehn.

6 Indes ist dein Begräbnis selbst ein Siegel
der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel,
Worinnen mit Verwundrung jedermann
ein VOrspiel der Erhöhung spüren kann.

7 Ich darf nun nicht für meinen Grab erschrecken,
da du, mein Heil, dich in das Grab läßst strecken;
dein Grab macht meins zur süssen Lagerstätt,
zum Schlafgemach, zum sanften Ruhebett.

8 Mein Heiland, ich bin mit dir schon begraben,
als Seel und Leib die Tauf empfangen haben,
die Taufe die auf deinen Tod geschehn:
nun laß mich auch mit dir stets auferstehn!


03 April 2023

Herr und Gott der Tag und Nächte

Here is my supplemental translation for the evening hymn “Herr und Gott der Tag und Nächte” (Friedrich Athanasius Freylinghausen, d. 1739), Ev.-luth. Gsb #617, originally the author’s hymnal of 1704, identified as his by Gotthilf August Francke in the foreword to the posthumous edition of Freylinghausen 1741. My supplement consists of the first stanza, which is hereby prefixed to the remaining stanzas (2–6) translated by Buckoll in the translation of Bunsen’s Versuch, no. LXII, p. 100f. (1842), with a few minor alterations based on the German. The appointed melody in the Wisc. hymnal is “O du Liebe meiner Liebe.” Another melody from Freylinghausen’s hymnal is seen here.

 



L
ORD, the days and nights ordaining,
Neither sleep’st nor slumb’rest Thou! *Ps. 121:4
See how Thy poor child, remaining
In his filial duty now,
As the eventide has started
And the day has hastened by,
With Thy angels, humble-hearted,
Bows before Thy throne on high.

2 Father, I, unworthy, merit
None of all Thy grace and truth, *Gen. 32:10
Which Thine all-pervading Spirit
still hath show’red from earliest youth;
E’en today fresh gifts are given;
Oh, that I may thankful prove!
Praised be Thou to highest heaven!
Bless me yet with further love!

3 Lord, my sins no longer viewing,
Turn Thee from my guilt away;
Still Thy patient love renewing,
Though Thy vengeful pow’r might slay!
Think on Jesus’ expiation, *1 Jn 2:2 et al.
Which my soul’s atonement sealed,
Whence alone I found salvation,—
Whence the prize of Life revealed!

4 Lord, I fain would freedom borrow,
Through the Lamb’s unspotted blood, *1 Pe. 1:19
From the weight of sinful sorrow,
From the deadly serpent-brood.
Body, soul to Thee be holy!
Make my conscience clean and pure!
May I yield Thee service lowly,
Through Thy Spirit true and sure!

5 Let me linger not nor tarry,
Never backward turn my face!
Onward let Thy Spirit carry
All my steps with ceaseless pace
Toward the prize with eager pleasure, *1 Cor. 9:24
Where the Lamb redeemed our loss
With His blood, our richest treasure,
Led and fastened to the cross!

6 Calmly, then, to sleep I yield me;—
Let me rest, to Thee resigned:
Father, with Thy blessing shield me,—
Soul and body, heart and mind!
Through the night Thy child embracing,
’Neath Thy gracious shelter take;
Till my Lord’s last footsteps tracing
in His likeness I shall wake! *Ps. 17:15

Translation st. 1 © 2023 Matthew Carver.
Sts 2–6, H. J. Buckoll, 1842, alt.


GERMAN
Herr und Gott der Tag und Nächte,
der du schläfst noch schlummerst nicht:
schaue, wie dein arm Gemächte
jetzt nach seiner Kindespflicht,
da es Abend ist geworden
und der Tag sich hat geneigt,
sammt der Deinen ganzen Orden
sich vor deinem Throne beugt.

2 Vater! ich bin zu geringe
aller Treu und Gütigkeit,
die du, Wesen aller dinge,
mir in meiner Lebenszeit
und auch heute hast erwiesen.
O, daß ich recht dankbar wär1
Herr,dein Nam sei hochgepriesen;
dein Herz ferner zu mir kehr.

3 Siehe nicht an mein Verbrechen,
ach, gedenke nicht der Schuld,
die dein strenges Recht könnt rachen;
habe doch mit mir Geduld:
schaue an des Sohnes Wunden,
dadurch ich versöhnet bin,
dadurch ich Erlösung funden
und das Leben zum Gewinn.

4 Ich verlange frei zu werden
durch das reine Lammesblut
von der Sündenlast Beschwerden,
von der finstern Schlangenbrut.
Ach! Herr, reinge mein Gewissen;
Leib und Seel dir heilig sei:
dein Geist mache mich beflissen
dir zu dienen ohne Scheu.

5 Laß mich nicht dahinten bleiben,
laß mich nicht zurücke sehn;
dein Geist müsse mich stets treiben
unverzüglich fort zu gehn,
ja mit schnellem Schritt zu laufen
zu dem Kleinod, daß das Lamm,
uns mit Blute zu erkaufen,
ist gebracht aus Kreuzes Stamm.

6 Drauf will ich mich schlafen legen:
laß mich dir empfohlen sein!
Vater, gönne mir den Segen,
der an Leib und Geiste rein
mich auch in der Nacht bewahre;
deine Gnade sei mein Schild,
bis ich meinem Schatz nachfahre
und erwach nach seinem Bild.