15 September 2026

Wie lange willt du hinken

Here is my translation of the hymn, “Wie lange willt du hinken” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia melodica, the first hymn for Trinity XV.


Mel.: Von Gott will ich nicht lassen.


HOW long wilt thou yet waver,

O Baalish heathen-kind,

And order thy behavior

According to thy mind,

Not as God showeth us?

What pridefulness unnerving,

Both God and mammon serving,

God is not pleasèd thus!


2 Here man the judgment findeth:

He cannot serve them both.

He who himself so bindeth,

And swears his servile oath

To Mammon’s vain behest,

Cannot serve God beside him.

This Jesus hath denied him.

His service is a jest.


3 Wilt thou serve Mammon’s banner,

Thy heart affixing there,

Thou canst not give God honor,

And this He cannot bear.

It must in truth be so:

Who would be Mammon given,

Must loose his hold on heaven.

His worship is but show.


4 How can he who surrenders

To Mammon cling to God–

How love these worldly splendors

And yet his Maker laud?

But, oh, how many a soul—

Yea, thousands, wealth desiring,

Live but to be acquiring,

And make great wealth their goal.


5 But God hath life imparted

To mortal souls alone

That they might Him whole-hearted

In faithful service own,

And free from worldly cares,

That all their thinking wholly

Be set upon Him solely,

And not on Mammon’s wares.


6 How can he give God pleasure

Who fastens every sense

On wealth and worldly treasure

At God his Lord’s expense,

And ponders day and night

How best to worship Mammon,

And though there be great famine,

Fills all his cupboards quite.


7 His senses doubt and dither,

His heart away is turned,

And though he hasten thither

Where preaching is discerned,

His ear is wholly blocked,

His heart by gold possessèd,

He will not come be blessèd

When Jesus long hath knocked.


8 O blessed without measure

Those souls who by His grace

Count Jesus as their treasure

Nor give to Mammon place,

Nor to the cares of earth—

Who put their trust in heaven

And goods which there are given,

Than gold of far more worth!


9 The riches of believers

Are better, yea, though small,

Than all the thieves and reavers

Who daily take from all

By lawful means or not—

Not e’en from saints refraining,

If they might but be gaining—

O wretched, sinful lot!


10 But O ye hearts believing,

ye poor the world around,

Who in much pain and grieving

Where little wealth is found,

Yet follow Jesus’ ways!

Remember what He gives you,

Who in His love relieves you,

O sweet and heav’nly grace!


11 This manna lies concealèd

To Mammon’s godless brood,

Which is by heav’n revealèd

each morrow for your good.

Who cares for riches dim

When body and soul are given

Delight by goods of heaven—

What is the world to him?


12 That glorious life then ponder,

And crown in heaven stored,

Which God will give you yonder

As grace’s free reward,

That puts all goods to shame—

The soul these things inherits,

While Mammon, as it merits,

Shall perish in the flame.


13 O Jesus, guide my thinking

And let me have no love

For Mammon’s treasures stinking;

My heart direct above,

Not to this age alone,

But to Thyself and heaven,

Than shall all else be given

Here and before Thy throne.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Wie lange willt du hinken,

du schnöde Baalsart,

und stet nach eignem Dünken,

nicht wies Gott offenbart,

ihm dienen, samt der Welt?

Es ist ein groß Erkühnen,

Gott und dem Mammon dienen,

das Gott doch nie gefällt.


2 Das Urtheil wird gefället;

es ist unmöglich dir:

Wer sich zur Welt gesellet,

und Mammon nach Begier

auch dienet, der kann Gott

zugleich unmöglich lieben,

wie Jesus vorgeschrieben,

sein Dienst ist nur ein Spott.


3 Dienst du den Mammonsschätzen,

und hängst dein Herz daran,

so kannst du Gott nicht schätzen,

der dies nicht leiden kann.

Es kann nicht anders sein:

Wer Mammon will umfassen,

der muß den Himmel lassen,

sein Gottsdienst ist ein Schein.


4 Wie kann der Gott anhangen,

der sich der Welt ergiebt?

Wie kann er Gott verlangen,

der Mammons Schätze liebt?

Doch aber sind so viel,

ja tausenden zu finden,

die Geld und Gut zu schinden,

erwählen als ihr Ziel.


5 Ach, ach, es ist das Leben,

darum von Gott allein,

den Sterblichen gegeben,

daß ihm es sollte sein

gewidmet ganz und gar,

daß man des Herzens Tichten

zu ihm allein soll richten,

und nicht zu Mammons Wahr.


6 Wie kann der Gott gefallen,

der seine Sinnen lenkt

auf Geld und Gut vor allen,

und Tag und Nacht nur denkt

auf Mammons Götzenbild,

und wie er dem zu Ehren

sein Gut mög immer mehren,

das Küch und Kammern füllt.


7 Die SInnen sind zertheilet,

das Herz ist abgekehrt,

wenn man denn gleich hineilet

wo man die Predigt hört,

so ist das Ohr verstopft,

das Herz ist eingenommen,

und man will doch nicht kommen,

wenn Jesus gleich anklopft.


8 O selig sind die Seelen,

die Jesum ihren Schatz

vor Mammonsschätzen wählen

und geben keinen Platz

den Sorgen dieser Welt!

die ihr Vertrauen setzen

auf himmlisch Gut und Schätzen

und nicht auf Gold und Geld!


9 Das Gut der frommen Kinder

ist besser, obs gleich klein,

als großes Gut der Schinder,

die täglich sammlen ein,

mit Unrecht oder Recht,

ja wohl zum Druck der Frommen,

wenn sie es nur bekommen,

o sündliches Geschlecht!


10Ach ihr getreuen Herzen,

irh Armen auf der Welt,

die ihr in vielen Schmerzen

bei wenig Gut und Geld

folgt eurem Jesu nach!

Gedenkt, was er euch giebet,

wenn er euch küßt und liebet,

o Himmelsüße Sach!


11 Dies Manna bleibt verborgen

vor Mammons Götzenart,

das euch doch alle Morgen

der HImmel offenbart,

wer achtet Gut und Geld,

wenn man an Himmelsschätzen

kann Leib und Seel ergötzen,

ja, wer die ganze Welt?


12 Gedenkt an jenes Leben

und an die schöne Kron,

die euch der Herr wird geben

als einen Gnadenlohn,

dies ist ein besser Gut,

das ihr werdt dort ererben,

wenn Mammon muß verderben

im Schwefelpfuhl und Gluth.


13 O Jesu, lenk die Sinnen,

daß ich den Mammon nicht

mög irdisch Lieb gewinnen;

gieb, daß mein Herz sich nicht {richt}

allein in dieser Zeit

zu dir, so wirst du geben,

was übrig ist zum Leben

hier und in Ewigkeit.

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