17 August 2026

O gar ungleiches Paar

Here is my translation of the hymn, “O gar ungleiches Paar” (Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia Melodica, for Trinity XI, the first hymn.


Mel.: Wo soll ich fliehen hin.




HOW diff’rent are these two

Presented here to view!

Although alike appearing

In this, that both are nearing

The temple in its splendor,

Their praise to God to tender:


2 Yet see how diff’rent here!

One, rich and without fear,

Of haughty heart possessèd;

The other, sin-oppressèd

Beneath his burden grieveth,

And in his anguish heaveth.


3 The Pharisee doth boast

He’s paid the uttermost

By his own working merely,

His boast displays this clearly.

The publican repenteth,

His misery lamenteth.


4  The latter smites his breast,

For it must be confessed

There lies the source of sinning,

And wicked lust’s beginning.

He saith: O God, unbind me

And show me mercy kindly!


5 But what doth Jesus say,

His lips what truth convey?

Who hath the best selected,

And who is here rejected?

The Lord’s own Word divideth

What these two men betideth.


6 Down goes the publican

From out the pit of sin,

Absolved and justifièd,

Whose heart with sorrow sighèd,

Embracing that salvation

Which hath on all compassion.


7 Faith triumphs and avails,

And selfish vaunting fails.

The Pharisee’s endeavor,

Which lacks faith’s strength and favor,

The Lord to hell fire sendeth

Where soon he them attendeth.


8 O mortal, mindful be

How thou may’st be sin-free!

If wracked with sin’s affliction,

Seek grace without restriction:

God’s hands alone can bless thee;

To Him thou must address thee.


9  Smite on thy heart of sin,

Lament thy pain within

With groanings sigh unfearing,

And God will be appearing

And loose for thee this hour

Sin’s fetters in faith’s power.


10 Thy Jesus wills alone

That we His honor own,

Repenting and believing,

His love for us receiving,

How He by death hath bought us

And from destruction brought us.


11 This is the pathway straight,

And road to heaven’s gate.

Whoe’er this way hath missèd

Shall never be releasèd.

Without Christ, no salvation

Is found for our transgression.


12 Absolve me, Lord, I pray,

Cast all my debts away!

In mercy justify me

For sins Thy grace supply me,

And I with jubilation

Will praise Thee, my salvation.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

O gar ungleiches Paar,

das sich hier stellet dar,

die doch ein ander gleichen,

weil sie ein Haus erreichen,

und beid auch anzubeten

des Herren Haus betreten.


2 Doch sind sie gar ungleich,

der ein ist stolz und reich,

hoffärtig und vermessen,

der ander unterdessen

mühselig und beladen

von seinen Sündenschaden.


3 Der Pharisäer prahlt,

das alles sei bezahlt

bei Gott mit seinem Werken,

das an dem Ruhm zumerken,

der Zöllner wringt die Hände

und klaget sein Elende.


4 Er schlägt an seine Brust

weil ihm ist wohl bewußt,

daß da die Quell der Sünden

und böser Lust zu finden,

er spricht: Gott mach mich ledig,

und sei mir Sünder gnädig.


5 Allein was macht der Mund

des Herren Jesu kund?

Wer hat das Best erwählet,

und wer hat hier gefehlet?

Des Herren Wort kann scheiden

die Sache dieser Beiden.


6 Der Zöllner geht hinab

aus seinem Sündengrab,

gerecht uns los gesprochen

nachdem sein Herz gebrochen,

und er das Heil umarmet,

das sich der Welt erbarmet.


7 Der Glaube triumphiert,

und Eigenruhm verliert

des Pharisäers Werke,

die sonder Glaubensstärke,

die wirft der Herr zur Höllen,

wo er sich wird gesellen.


8 O Mensch bedenk hiebei

wie du wirst sündenfrei.

Fühlst du der Sünden Schade,

so suche nichts als Gnade.

Dein Heil hat Gott in Händen

zu dem mußt du dich wenden.


9 Schlag an dein sündlichs Herz

und klage deinen Schmerz

mit Seufzen und mit Weinen,

so wird dir Gott erscheinen,

und dich von Sündenketten

in Glaubenskraft erretten.


10 Dein Jesus will nicht mehr

als daß man ihm die Ehr

in Reu und Glauben giebet,

daß er uns hat geliebet,

und uns durch Tod und Sterben

erlöst von dem Verderben.


11 Dies ist der rechte Weg

und ein’ge Himmelssteg.

Wer diesen Weg verfehlet,

wird nimmer los gezählet.

Ohn Jesu ist für Sünden

kein ander Heil zu finden.


12 O Jesu, sprich mich los,

weil meine Schuld ist groß.

Mch mich gerecht aus Gnaden

von meinen Sündenschaden,

so will ich deinen Namen

mit Freuden preisen. Amen.

16 August 2026

Es gingen zweene Menschen hin

Here is my translation of the hymn, “Es gingen zweene Menschen hin” (J. Heermann, 1671), from the author’s Evangelia, for Trinity XI.


Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn.



TWO men into the temple went,

Approaching with the same intent:

To worship by tradition.

The first man, he a Pharisee,

Before God stood there haughtily,

And prayed his proud petition.


2 He said: “I thank Thee, O my God,

That I have not with sin and fraud

My heart, like others, stainèd.

There stands a publican without,

Who dares not come inside; no doubt

His heart by sin is painèd!


3 “Of plunder I have had no taste,

Nor been unjust, nor lived unchaste.

Pure is my conscience wholly.

All that the Law requires of man

I have fulfilled. No longer can

Thy hand shut heaven to me.


4 The other, from the publicans,

Was troubled sore in heart and sense,

With anguish tossed and driven;

He feared God’s wrath and stern assize,

Therefore he would not lift his eyes,

Nor look aloft to heaven.


5 He smote his breast repentantly,

And said: “O God, well known to Thee

Is all my sin abhorrent!

I heartily repent, and pray,

Be merciful to me, and stay

Thy anger’s threat’ning torrent.”


6 Great though this man’s inquity,

The Lord absolves and sets him free.

The other, though, still priding

Himself on his own work, and proud

Before his God, and boasting loud,

Keeps in his sin abiding.


7 For he that will himself exalt,

And boast of works, and own no fault,

Must perish in hell fire,

But he that doth himself abase

Delighting only in God’s grace,

God shall exalt him higher.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Es gingen zweene Menschen hin,

die hatten beide einen Sinn,

im Tempel anzubeten.

Der erste war ein Ordensmann,

der fing für Gott zu prahlen an,

und kam mit Stolz getreten.


2 Ich danke dir, sprach er zu Gott,

daß ich mein Herz durch Sündenkoth,

gleich andern nicht beflecket.

Dort steht ein Zöllner bei der Thür:

Er darf, wie ich, nicht gehn herfür:

Sein eigne Sünd ihn schrecket.


3 In Ehbruch hab ich nicht gelebt,

dem Raub und Unrecht widerstrebt,

ganz rein ist mein Gewissen.

Was dem Gesetze schreibet für,

hab ich gethan:drum kannst du mir

den Himmel nicht zuschließen.


4 Der ander, aus der Zöllner Schar,

im Herzen sehr betrübet war,

mit lauter Angst umgeben.

er furchte Gottes Zorngericht:

Darum wollt er die Augen nicht

hinauf gen Himmel heben.


5 Er schlug mit Reu an seine Brust,

und sprach: O Gott, dir ist bewußt,,

der Greuel meiner Sünden.

Es ist mir alles herzlich leid;

erzeige mir Barmherzigkeit,

las deinen Zorn bald schwinden.


6 Ist gleich des Zöllners Bosheit groß,

spricht ihn doch Christus frei und los.

Der Pharisäer bleibet

in seinen Sünden, weil er sich

für Gott aufbläst so trotziglich

und alles ihm zuschreibet.


7 Dann wer sich selbst hoch setzen will,

mit seinen Werken prangen viel,

der muß zugrunde gehen.

Wer aber sich sein neidrig setzt,

und schlecht mit Gottes Gnad ergötzt,

den will Gott selbst erhöhen.