04 November 2026

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, / daß du für uns . . . & O lieber Gott, schweig du nur still

Here is my translation of the hymns “Wir danken dir, Herr Jesu Christ, / daß du für uns ein Bürgen bist” and “O lieber Gott, schweig du nur still” (B. Ringwaldt, 1580), from the author’s Evangelia, appointed as post-Gospel prayer verses for Trinity XXII. The long gospel parapharse for this Sunday Ringwaldt sets to Vater unser, and thus gives a matching prayer stanza as an alternative to the 2-stanza prayer hymn which he set to “Wär Gott nicht mit uns.”



To the tune: Wär Gott nicht mit uns diese Zeit.



LORD Jesus Christ, our thanks to Thee,

Who in great love didst offer

Thyself, to be our surety

And death for us to suffer

For our ten thousand pounds of debt

Which none could pay, to turn the threat

Of God Thy faithful Father!


2 Grant that this wondrous benefit

May be forgotten never,

And that we may, as taught by it,

So treat our brother ever

And pardon him his errors all,

Nor by a vengeful spirit fall

In peril of salvation. Amen.

Translation © 2026 Matthew Carver.


Or, to the tune Vater unser im Himmelreich.



DEAR God, wilt Thou me thus forgive

I gladly will, while here I live,

Forget the small iniquity

With which my friend offendeth me!

Receive me and my debtors all

And bring us to Thy heav’nly hall. Amen.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Im Thon, Wär Gott nicht mit uns diese Zeit.


Wir danken dir, Herr Jesu Christ,

daß du für uns ein Bürgen

aus großer Lieb geworden bist,

und hast dich lassen würgen,

von wegen der zehn tausend Pfund

die unser keiner zahlen konnt

Gott deinem frommen Vater.


2 Gib, daß wir solcher Wohlthat groß

zu keiner Zeit vergessen,

und gleichfalls unserm Mitgenoß

des Glaubens also messen,

ihm auch verzeihen seine Feil

und nicht aus Rachgier unser Heil

der Seelen übergeben. Amen.


Oder im Vater Unser Thon.


O lieber Gott, schweig du nur still,

das mein ich gern vergessen will,

was wohl von kleiner Missethat,

mein Freund an mir begangen hat,

nimm mich und meinen Schuldmann auf,

und bring uns in deim Reich zuhauf. Amen.

03 November 2026

Allein zu dir, Herr Jesu Christ, soll mein Vertrauen wachen

Here is my translation of the hymn, “Allein zu dir, Herr Jesu Christ, soll mein Vertrauen wachen” (E. Neumeister, 1710), from the author’s Zugang zum Gnadenstuhl, second series, for Trinity XXII, a parody of the original hymn by Schneesing in which the first lines of each stanza are (mostly) unaltered. I have hewed more closely to Winkworth here, whose rendering is more literal than Russell’s.


Mel.:
Allein zu dir, Herr Jesu Christ.


IN Thee alone, Lord Jesus Christ,

I trust both late and early;

Thou art the One who, sacrificed,

Can justify me surely.

Thy merit is my glorious dress

Of righteousness and blessedness.

Thou didst atonement make for me:

I trust in Thee,

And am from condemnation free.


2 My sins are sore and very great!

I mourn contrite before Thee.

Yet Thou dissolvest all their weight

When I for grace implore Thee.

Who would his own injustice cure,

Will never righteous be and pure,

But for his vain hypocrisy

Accurst is he,

Since grace he seeketh not from Thee.


3 To me, O Lord, in mercy give

A heart that Thee well loveth,

And flees from sin, and seeks to live

As Thine own heart approveth!

In all my life, whate’er the way,

Help Thou my weakness day by day,

That I may doubtful ways eschew,

In faith be true, 

And find a blessed ending too!


4 All praise to God in highest heav’n

Who crowns us with His favor!

Praise to His dearest Son be giv’n,

Our reconciling Savior!

And to the precious Holy Ghost,

Be equal praise from all His host:

May He upon the righteous way

Guide us each day,

And yonder make us glad for aye!


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Allein zu dir Herr Jesu Christ

soll mein Vertrauen wachen.

Ich weiß, daß du derselbe bist,

der mich gerecht kann machen.

Denn dein Verdienst ist mir ein Kleid

des Heils und der Gerechtigkeit.

Du hast für mich genung gethan.

Ich gläube dran,

daher mich nichts verdammen kann.


2 Mein Sünd sind schwer und übergroß,

das klag ich dir mit Reue.

Doch machst du mich von allen los,

da ich um Gnade schreie.

Wer von sich selbst gerecht will sein,

wird nimmermehr gerecht und rein.

Ja, das ist eines Heuchlers Frucht.

Er ist verflucht,

weil er in dir nicht Gnade sucht.


3 Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit

ein Herze, das dich liebet,

die Sünde flieht, und allezeit

sich in der Bessrung übet.

Durch meinen ganzen Lebenslauf

hilf meiner Schwachheit täglich auf.

Und so erhalte mich dabei

im Glauben treu,

daß auch mein Ende selig sei.


4 Ehr sei Gott in dem höchsten Thron,

der uns mit Gnade krönet!

Gelobt sei Gott sein liebster Sohn,

der uns bei ihm versöhnet!

und Gott der werthe Heilge Geist

sei auch mit beiden gleich gepreist!

Er leit uns in Gerechtigkeit

zu aller Zeit

bis er uns ewig dort erfreut.

02 November 2026

Der Herre sprach: Das Himmelreich

Here is my translation of the hymn, “Der Herre sprach: Das Himmelreich” (J. Heermann, 1636), from the author’s Evangelia, for Trinity XXII, a paraphrase of the Gospel from Matthew 18.


Mel.: Vater unser im Himmelreich.



THE Lord said: “Heaven’s kingdom great

Is like a certain potentate

Who of his servants reck’ning takes;

When one comes in, his debt he makes

Owed to his lord (the sum astounds!)

No fewer than ten thousand pounds.”


2 “And since he cannot such repay 

The lord begins in wrath to say:

‘Sell thee, thy children, wife, and all,

To pay to me the debt withal.’

Down falls the servant, worshiping,

And saith: ‘Oh, what I’ve done, my king!’”


3 “‘Have patience with thy servant yet,

And I will pay thee all the debt!’

The ruler’s heart, when thus appealed,

Soon to compassion deigns to yield,

Forgives the debt and looseth him

in grace from fines of life and limb.”


4 “The servant goes with brazen mind

And doth his fellow-servant find,

And strangling him, saith: ‘Thou art late!

Pay unto me thy debt so great!”

Although that fellow-servant, lo!

Alone a hundred pence doth owe.’”


5 “The debtor, falling down, besought

And said: ‘I have the money not!

Have patience with me, friend, I pray,

I am prepared, thee all to pay,

Nor will one penny lacking be

By guile or craft; O trust thou me!’”


6 “The first will then no pity know;

The poor man must to prison go

And stay therein until the day

That he the whole debt should repay.

All this was by his fellows seen,

The likes of which had never been.”


7 “The servants, very sorry, run

And tell what evil he had done.

His lord commands him to appear,

And saith: ‘O wicked servant, hear!

Thy debt I did forgive thee all,

And should thy heart this not recall?’”


8 “’Dost thou thy fellow-servant smite,

And no compassion have, as right,

E’en as I pity had on thee,

The hour when thou desiredst me?

Now quick, tormentors! take him hence,

To bear in bonds the consequence!’”


9 “’In prison let him lie, till he

Shall pay all that is due to me.’

So shall my heavn’ly Father do,

O sons of men, e’en unto you,

If ye your brother thus aggrieve,

Nor will his trespasses forgive.”


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Der Herre sprach: Das Himmelreich

ist einem Potentaten gleich,

der mit den Knechten Rechnung hält.

Sobald der erste sich einstellt,

wird seine Schuld dem Herren kund,

die läuft auf zehen tausend Pfund.


2 Und weil er nicht bezahlen kann,

spricht so der Herr ihn zornig an:

Verkäufe Kind, Rind, Weib und dich,

ja was du hast, und zahle mich.

Der Knecht fällt nieder, betet an,

und spricht: Ach was hab ich gethan?


3 Herr, trage doch mit mir Geduld,

ich will dir zahlen alle Schuld.

Bald wird des Königs Herz beträgt,

daß es mit ihm Erbarmung trägt,

vergibt die Schuld, die doch sehr groß,

und lässet ihn aus Gnaden los.


4 Der Knecht geht aus mit frechem Sinn,

findt seinen Mitknecht, würget ihn,

und spricht: Du hast gar keine Frist;

bezahle, was du schuldig bist.

Der ihm doch mehr nicht (merk es wohl)

als hundert Groschen zahlen soll.


5 Der Schuldner ihm zu Fuße fällt:

Ach, spricht er, jetzt hab ich kein Geld!

Gedulde dich auf kurze Zeit;

zu zahlen dir bin ich bereit.

Nicht einen Pfennig will ich dir

mit List abkürzen; traue mir.


6 Hierauf will er sich nicht verstehn,

der Arme muß in Kerker gehn

und bleiben, bis er alle Schuld

erleget, die er zahlen sollt.

Als die Mitknechte solches sehn:

dergleichen kaum vor war geschehn.


7 Sind sie betrübt und klagen an

das Übel, so der Knecht gethan.

Da fordert ihn sein Herr vor sich,

und spricht: Du Schalksknecht, höre mich!

Dir hab ich alle Schuld geschenkt.

Wie? daß dein Herz dies nicht bedenkt? 


8 Wie? daß du deinen Mitknecht schlägst,

und mit ihm kein Erbarmung trägst?

Gleichwie ich jetzt hab über dich,

auf deine Bitt, erbarmet mich.

Flug her, ihr Peiniger, greift ihn,

und werft ihn ins Gefängnis hin.


9 Hier muß er so lang halten Haus

bis er mich richtig zahlet aus.

Also wird auch, o Mensch, mit dir

mein Vater handeln für und für,

der du den Nächsten stets betrübst

und seine Schuld ihm nicht vergiebst.