10 July 2026

Willkommen, Gottes reicher Segen

Here is my translation of the hymn, “Willkommen, Gottes reicher Segen” (B. Schmolck, 1715), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, for Trinity V.


Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten.



BE welcome, God’s abundant blessing,

Which Jesus’ goodness tenderly

Would pour in twofold streams unceasing,

Upon His own, that they may see

How He in blessings doth abound,

And none His equal may be found!


2 Oh, what a blessed taste of favor

My mind and spirit then perceive,

When Jesus Christ, my Lord and Savior,

Doth fullness of His blessing give

In Spirit-things, the heart to fill,

Which from the heav’nly fountain spill!


3 Thou wilt not of Thy free conviction

Adorn us, Thy believers true

With such a heav’nly benediction,

But we must do our labor due,

And what the Savior preacheth, hear,

Which draws us to that blessing dear.


4 The fount of blessings Thou abidest,

O Holy, Blessed Trinity,

Who art from heav’n, where Thou residest

Prepared to bless us mightily,

But that art Thou, O Jesus, most—

’Tis Thou who with this blessing flow’st.


5 Thou dost the gifts of Thy good Spirit

Pour in the hollow of our heart,

Whence life and comfort we inherit—

Of heaven’s blessings have a part.

By Thee in peace our soul shall live,

And all its sin Thou dost forgive.


6 With righteousnes our head Thou crownest,

Thou giv’st us grace without alloy;

In Baptism, when our sin Thou drownest,

The Holy Spirit’s peace and joy

And faith and charity from Thee

Shall our abundant blessing be.


7  But even more than all such blessing

In things of Spirit giv’n by Thee,

Thou also wilt have us possessing

The benediction bodily,

That body_and soul together may

Be rich in blessings day by day.


8 Let me the net of my vocation

Let down upon Thy Word and will,

And hope find Thee its sure foundation,

So that Thy blessing too may fill

My house, like Peter’s nets and ships,

And all my nakedness eclipse.


9 For Thou, O Lord, wilt think upon me,

And such a mighty quantity

Of all provisions let o’errun me,

With which I may continually

My living earn, and not forgo

Thy blessings that should else o’erflow.


10 But let me, with his blessing, ever

Recall my duty and my debt

Which therefore lies on me, and never

Put out of mind,nor once forget

How all my days I should proclaim

My heartfelt thanks unto Thy name.


11 So let me till my life is ending

Use well Thy gifts, O bounteous God,

E’er to my neighbor’s good attending,

That men the more may give Thee laud,

And for Thy blessings never cease

Thy praise and glory to increase.


12 At last let me to Thee be cleaving,

When death shall put my ship to sea,

That, glad at heart, I may be leaving

What here Thy blessing granted me,

And joyful, follow Thee at last,

Lord Jesus, to the Lamb’s repast.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Willkommen, Gottes reicher Segen,

den meines Jesu Gütigkeit

will auf die Seinen zwiefach legen,

damit man seh zu jeder Zeit,

wie Jeuss sei an Segen reich,

und ihm darinnen niemand gleich.


2 O was empfindet mein Gemüthe

vor einen seligen Genuß,

wenn mein Herr Jesu deine Güte

mir mit des Segens Überfluß

im geistlichen das Herz erf¨¨llt,

der aus der HImmelsquelle quillt.


3 Zwar wirst du nicht von freien Stücken

uns deine wahren Gläubigen

mit solchem Himmelssegen schmücken,

durch Hören deiner Predigen,

die uns zu solchem Segen ziehn,

muß man sich um denselben mühn.


4 Du bist und bleibst die Segenquelle,

o heilige Dreifaltigkeit,

die du von deiner hohen Stelle

zu segnen immer bist bereit,

besonders bist sie Jesu du,

von dir fließt dieser Segen zu.


5 Du schüttest deines Geistes Gaben

in unsers Herzens armes Haus,

uns zur Erquickung und zum Laben

als deinen Himmels Segen aus,

du giebst die wahre Seelenruh,

was Sünde heißt vergiebest du.


6 Du krönest uns mit lauter Gnade,

du schenkst uns die Gerechtigkeit,

bald bei der Taufe Gnadenbade

des heilgen Geistes Fried und Freud,

auch Glauben und der Lieb Erfreun

soll uns dein reicher Segen sein.


7 Noch über allen diesen Segen,

den du uns giebst im Geistlichen,

suchst du uns reichlich beizulegen

den Segen in dem Leiblichen,

damit so Seel als Leib zugleich

nur sei von deinem Segen reich.


8 Gieb, daß ich des Berufes Netze

werf auf dein Wort und Namen aus,

und auf dich meine Hoffnung setze,

damit dein Segen mir men Haus,

wie Petri Netz und Schiffe, füllt,

und allen meinen Mangel stillt.


9 Denn du, Herr, wirst an mich gedenken,

und deinen großen Vorrath mir

von allen Nahrungsmitteln schenken,

damit mir immer für und für,

zum Lebensunterhalte, nicht

dein Segensüberfluß gebricht.


10 Laß aber auch bei solchem Segen

mich meine Schuldigkeit und Pflicht,

so mir oblieget, wohli erwägen,

und daß ich ja vergesse nicht,

wie ich davor mein Lebenlang

soll sagen deinem Namen Dank.


11 Daß ich bis an mein letztes Ende

das, was du reicher Gott beschert,

zu meines Nächsten Nutz anwende,

und auch von dir unabgekehrt,

mit selbern deines Namens Ehr

ausbreite, rühme, und vermehr.


12 Laß diesen Schluß mich endlich fassen;

führt mir der Tod mein Schiff ausland,

daß ich mag Freudenvoll verlassen,

was mir dein Segen zugewandt,

und dir zum Lammes Hochzeitstag,

Herr Jesu, fröhlich folgen mag.


09 July 2026

Preise Gott, mein ganz Gemüthe

Here is my translation of the hymn, “Preise Gott, mein ganz Gemüthe” (E. Neumeister, 1710), from the author’s Zugang zum Gnadenstuhl, first series, for the feast of the Visitation. I post it today on the Octave of that feast.

Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt.



PRAISE your God, my heart and spirit!

And recount His faithfulness,

Love, and mercy, which all merit

That we should Him ever bless.

Every day His truth He showeth,

Blessings all on us bestoweth.


2 Every sight the eye is given,

Everywhere the senses turn,

To the smallest detail even,

Must as bright reminders burn,

Singing of my God’s compassion,

Showing me my consolation.


3 Where is such a God abiding,

Heav’nly Father, like to Thee?

Who our thousand sins eliding,

Dost forgive us graciously?

Who from heart doth not aggrieve me,

But the strokes of love doth give me?


4 If the cross at times be biting,

Sweeter must Thy comfort be;

If the storm be sometimes smiting,

Filling us with agony,

Yet upon Thy people pining

Grace’s sun Thou sendest shining.


5 Should our hearts not then be rising

To our lips in flow’ring praise?

Far beyond our realizing

Are Thy mercies all our days,

That we cannot count the measure

Nor repay Thee for this treasure.


6 But since, Jesus’ blood possessing,
Mortal’s hearts can pleasing be,

Oh, then for Thy bounteous blessing

Take them as our gifts to Thee.

Yea, o’er all Thou hast or hearest,

Unto Thee such gifts are dearest!


7 Now, then, thanks and praise I give Thee,

Father, Son, and Holy Ghost!

In Thy blessing still receive me,

Grant me what shall aid me most.

Till in yonder life before Thee

I may evermore adore Thee.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Preise Gott, mein ganz Gemüthe,

und erzähle seine Treu.

Seine Liebe, seine Güte

macht sich alle Morgen neu;

und aus allen seinen Werken

läßt sich lauter Segen merken.


2 Was die Augen nur erblicken,

und wohin die Sinnen gehn,

muß auch in den kleinsten Stücken

ein vergnügend Denkmal stehn,

welches Gottes Güte preiset,

und sie mir zum Troste weiset.


3 Wo ist so ein Gott zu finden,

als wie du, mein Vater, bist,

der bei Mllionen Sünden

gnädig und barmherzig ist?

der von Herzen nicht beetrübet,

und mir Liebesschläge giebet?


4 Ist das Kreuz zu Zeiten bitter!

muß dein Trost viel süßer sein.

Schlägt manchmal ein Ungewitter

auch mit großem Schrecken ein;

ei! so läßest du den Deinen

doch die Gnadensonne scheinen.


5 Sollte denn von Herzensmuthe

unser Mund nicht übergehn?

ach! du thust uns mehr zu gute,

als wir bitten und verstehn,

daß wir alles weder nennen

noch genug verdanken können.


6 Wenn, jedoch von Christi wegen,

dir das Herz gefallen kann,

ach! so nimms für deinen Segen

als ein armes Opfer an.

Ja, du willt für allen Gaben

dies am allerliebsten haben.


7 Nun, dir sag ich Lob und Ehre,

Vater, Sohn und heilger Geist!

Segne ferner, und beschere,

was mir gut und selig heißt;

bis ich dir in jenem Leben

Ruhm und Preis kann ewig geben.