16 October 2026

Jesu komm, du bist willkommen

Here is my translation of the hymn, “Jesu komm, du bist willkommen” (B. Schmolck, 1712), from the author’s Der lustige Sabbath, first series, for Trinity XIX.


Mel.: Meine Seele laß es gehen.

 


WELCOME, Jesus! Come and enter,

Come into my heart to stay!

Where Thou art the Guest and Center,

Heaven must be there today.

Where true faith and love aboundeth

There Thy hand Thy city foundeth.


2 In Capernaum, Thy city,

With the ailing Thou art guest.

Here I see Thy heart of pity

Ever seeking souls distressed,

In their dwellings gladly living,

Help unto the helpless giving.


3 Ah, Thy cross, the mark excelling,

Crowns the portal of my heart!

Let it be Thy constant dwelling,

Nor Thy lodging yet depart,

But the storms by which ’tis beaten

With Thy blessed presence sweeten.


4 My transgressions sore aggrieve me,

Like the man of palsy cured.

Drive them from my heart, relieve me,

For my faith doth rest assured:

Thou canst smite and also heal me,

Canst rebuke, and comfort deal me.


5 Words of pow’r and life from heaven!

“O my son, be of good cheer!”

For thy sins be thee forgiven.”

Oh, what absolution here!

Here a child of hell and sickly

Is a child of God made quickly.


6 Let me be that voice perceiving!

Call me too Thy dearest child!

That will strengthen my believing

In Thy tender heart and mild,

And I my sins will be forgiven,

To the depths of ocean driven.


7 Here the scribal horde that mocketh

Must be made a mockery,

For Thine eyes their heart unlocketh;

Theirs, not Thine, the blasphemy!

Evil thinking, evil seeing,

Cannot grieve Thy blameless being.


8 Whoso makes alive the ailing,

And of His own strength relieves,

Can forgive all sin and failing:

He from God the pow’r receives.

Yea, Thou canst from ills deliver,

And sin’s awful fetters sever!


9 So I praise God’s grace and favor,

And discern this pow’r outpoured;

Thus by Thee, my loving Savior,

Is my wounded soul restored

In the loosing of transgression

By the Spirit’s ministration.


10 While this world, where ills beset me,

Seems a sad infirmary,

Thou wilt not, I know, forget me,

When my course’s end I see,

Then I’ll take my bed and wander

On my homeward journey yonder.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Jesu komm, du bist willkommen,

kehr in meinem Herzen ein;

wo du Wohnung hast genommen,

da muß lauter Himmel sein.

Wo man Glaub und Liebe findet,

da ist deine Stadt gegründet.


2 In Capernaum sind Kranken,

und du wirst daselbst ein Gast:

Dieses macht mir die Gedanken,

daß du stets die Weise hast,

bei Betrübten einzukehren,

ihnen Hülfe zu gewähren.


3 Ach dein Kreuz ist auch das Zeichen

über meines Herzens Thür.

Lasse dich doch nicht erweichen,

mache deine Wohnung hier,

so wird Kummer und Beschwerden

mir zu lauter Zucker werden.


4 Meine Sünde macht mir Schmerzen,

wie dem Kranken seine Gicht:

Treibe sie von meinem Herzen,

denn mein Glaube zweifelt nicht:

Du kannst schlagen und auch heilen,

strafen, und auch Trost ertheilen.


5 Worte voller Kraft und Leben,

da du sprichst: Getrost, mein Sohn!

Deine Sünden sind vergeben.

O der Absolution!

Da ein Höllenkind geschwinde

Wird zu einen Gotteskinde.


6 Laß mich auch die Stimme hören,

nenne mich dein liebes Kind,

das wird meinen Glauben mehren,

wie so treulich du gesinnt,

und ich werde meine Sünden

in des Meeres Tiefe finden.


7 Laß die Schriftgelehrten schmähen,

denn sie werden selbst zu Spott

du kannst in ihr Herze sehen.

Du nicht, sie verläßtern Gott;

darum kann ihr Arges denken

deine Unschuld gar nicht kränken.


8 Wer den Kranken giebt das Leben,

und aus eigner Kraft sie heilt,

kann die Sünden auch vergeben,

weil ihm Gott die Macht ertheilt.

Du kannst von der Krankheit retten,

also auch von Sündenketten.


9 Nun ich preise Gottes Gnade,

und erkenne diese Macht.

Also wird mein Seelenschade

durch dich wieder gut gemacht,

wenn ich Lösung von der Sünde

bei des Geistes Amte finde.


10 Diese Welt bleibt wohl indessen

ein betrübtes Lazareth;

doch wirst du mich nicht vergessen,

wenn mein Lauf zum Ende geht,

daß ich meine Betten nehme,

und zum Heimgehn mich bequeme.

15 October 2026

Die Noth ist groß und mancherlei

Here is my translation of the hymn, “Die Noth ist groß und mancherlei” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia melodica, the second hymn for Trinity XIX.

Mel.: Es ist das Heil uns kommen her.



ON earth, distress and misery

Are great indeed, and various,

Wherefrom no mortal man is free;

Each finds his path precarious,

And burden sore, whate’er his place;

Yea, those who Christ in faith embrace

Ne’er want for cross and suff’ring.


2 One poor and lame of palsy see

Upon his mattress lying,

Who nowhere finds a remedy,

But for his sins keeps sighing,

Until the Savior’s mouth reveals

His great affection, and He heals,

And saith: Arise and go thou.


3 The Lord regards a faith so bold,

Upon Him firmly grounded.

He who can thus of Christ take hold

His faith prevails, well-founded.

Though need be great of various kinds,

He can escape who Jesus finds

His center and salvation.


4 Pour out thy heart before this Lord

Lament what thee aggrieveth;

He gladly will His help afford,

Nor those to perish leaveth

In sin’s distress who call on Him.

Oh, nay! The pray’r is granted 

He saves from every trouble.


5 If palsy plagues thee, art thou lame,

Let Jesus bear thee gently.

Dost lie in sin, disgrace, and shame,

And, sighing, sore lament thee?

Oh, Jesus knows thy heart alone,

He will from anguish, pain, and groan

Deliver and release thee.


6 He ever saith: “Be of good cheer

Thy sins be thee forgiven!”

At this the world may mock and jeer

And fight the Lord of heaven,

But He proceeds, and heeds it not,

Who saves those by sin’s palsy caught,

Who seek His help and healing.


7 And though the world in sin’s disease

Its heart with evil burden,

The Lord doth whatsoe’er He please

And will the world not pardon

Which mocks and scorns His wondrous ways

Which He in body_and soul displays

Upon His chosen people.


8 The world may cavil and condemn,

But shall cannot curb God’s power.

For He in heaven laughs at them

And at their half-built tower.

He soon shall bid His own arise,

And make them go and take their prize,

To all the world’s amazement.


9 To them the door is opened wide,

The lame shall enter through it,

The blind shall find a pathway tried,

Yea, in the desert view it.

Who will against the Savior stand

When He will raise in Zion’s land

His little flock with power?


10 Indeed, great wonders shall be seen

And God in heav’n be praisèd,

When all those things fulfilled have been

Which prophets once amazèd.

God after sorrow, grief, and war,

Shall show His glory evermore

To Zion’s blessed children.


11 Prepare us, Christ, and fill our breast

With words of consolation,

That we by sin may make no jest

Of this our great salvation.

Say but with haste: “Arise, and go

To heaven’s joy!” Then shall we know

And praise Thee ever. Amen!


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Die Noth ist groß und mancherlei,

das Elend auf der Erden

kein sterblicher ist hievon frei,

es findet sein Beschwerden,

ein jeder, wo er lebt und ist,

insonderheit ein wahrer Christ,

ist nie ohn Kreuz und Leiden.


2 Hier liegt ein Armer an der Gicht,

ganz lahm auf seinem Bette,

und weiß sich aus dem Jammer nicht

und aus der Sündenkette

zu helfen, bis des Herren Mund

die große Liebe machet kund,

und spricht: Steh auf und wandle.


3 Es sieht der Herr den Glauben an,

der fest auf ihn gegründet,

wer Jesum hiemit halten kann,d

es Glaube überwindet:

Es ist kein Noth so groß und viel,

wer Jesum hat zum Heil und Ziel,

der kann der Noth entgehen.


4 Schütt aus dein Herz vor diesem Herrn,

und klag ihm dein Verderben,

er ist der Mann der hilft so gern,

und lässet keinen sterben,

in Sündennoth, der fein begehrt,

ach nein, die Bitte wird gewährt,

er hilft aus allen Nöthen.


5 Plag dich die Gicht und bist ganz lahm,

laß dich zu Jesu tragen,

liegst du in Sünden Schmach und Scham

mit Seufzen und mit Klagen,

ach Jesus kennt dein Herz allein,

er wird dich von der Angst und Pein

erretten und erlösen.


6 Er spricht doch immer sei getrost!

Die Sünd ist dir vergeben!

Wird gleich darob die Welt erbost,

und will ihm widerstreben;

so fährt er fort und achtets nicht,

und rettet doch von Sündengicht

die seine Hülfe suchen.


7 Laß immerhin die böse Welt

im Herzen Arges denken,

es thut der Herr, was ihm gefällt,

und wirds der Welt nicht schenken,

wenn sie die Wunder schmäht und schildt,

die er an seinene Volk erfüllt,

an Leib und an der Seele.


8 Sie wird fürwahr des Herren Macht

doch nimmer wehren können,

weil der im Himmel ihrer lacht,

und des, was sie beginnen,

er wird bald heißen stehen auf,

sein Volk und fordern ihren Lauf

der ganzen Welt zum Wunder.


9 Die Thür ist ihnen aufgethan,

die Lahmen sollen gehen,

und Blinden sollen eine Bahn

in öden Wüsten sehen,

wer will dem Herren wiederstehn,

wenn er in Zion will erhöhn,

in Kraft die kleine Heerde.


10 Ja man wird große Wunder sehn

und Gott im Himmel preisen,

wenn alles alles wird geschehn,

was die Propheten weisen,

Gott wird nach Jammer, Angst und Streit

noch zeigen seine Herrlichkeit

an Zions lieben Kindern.


11 O Jesu, mach uns wohl bereit,

und sprich uns Trost im Herzen,

daß wir die große Seligkeit

durch Sünden nicht verscherzen.

Sprich bald: Steht auf und geht herfür

zur Himmelsfreud, so wollen wir

dich ewig preisen! Amen.