20 August 2026

Mein Gott, wie bist du so gerecht

Here is my translation of the hymn, “Mein Gott, wie bist du so gerecht” (B. Schmolck, 1712), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, with title: “Divine Conversion.”


Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes Gut.



MY God, how just and right art Thou

Converting sinners mortal!

For when a child of hell doth bow

And, op’ning his heart’s portal,

Kneels down before Thee penitent,

And doth his grievous sins lament,

His heart Thou dost examine.


2 Thou seëst, full of wrath and zeal,

How many men act holy,

In whom no man can see nor feel

That they are truly holy,

When at Thy sanctuary they

Upon the threshhold stand and pray,

Thy name’s great glory praising.


3 With haughtiness and pride they teem,

Themselves o’er all men setting,

Their highest good, their pious dream,

Not once in life forgetting.

How in the world no man alive

Can measure up, howe’er he strive

To live a life so godly.


4  And when their lips their Abba speak,

They say: “O Lord, I never

Live like the sinners vile and weak.

I love no plunder ever,

Which thieves and robbers can delight!”

And by this vain, beguiling sight

They make a holy semblance.


5 They also holiness derive

From works they think of solely,

As with their tithe they always strive

To strengthen paupers lowly.

Just as they very holy are,

Nor, chastening, their bodies spare

In all their frequent fasting.


6 Since Thou, my God, dost better know

What sins their heart encumber,

And hast a fiery lake below

Set for their damnèd number,

Their holiness cannot abide,

For who exalts himself in pride,

Must at the last be humbled.


7 But lo, before Thy throne comes one

By conscience sorely driven—

A sinful man, Thy straying son,

Unholy unto heaven!

When he before Thy throne appears

All full of penitential tears,

Thou deign’st to make him holy.


8 Despite the bounties for his soul,

Which he, his bemoaning

And seeking here to be made whole,

Should find to still all groaning,

Yet in his true humility

He stands far off, aware that he

Hath Thee, his Lord, offended.


9 Repentant, full of grief and pain,

His heart, sin’s source, he smiteth–

Stroke after stroke, again, again,

And saith, “My sin inviteth

Hell’s torments as its just reward,

Yet I beseech my God and Lord

By grace to save this sinner!”


10 Unholy and unworthy he

Doth feel, e’en to desire-

That he should heaven’s brightness see;

For they invite God’s ire

Who have from Him removed their sight,

And in sin’s poison take delight

His righteous wrath provoking.


11 Such people, whom the wicked earth

According to its thinking

Counts not, like others, high of worth,

But at God’s left, goats stinking–

These God calls holy, justified;

By Him each servant’s heart is tried

And humble ones He raiseth.


12 Now Lord, my God, I hope in Thee;

Thou wilt be watching o’er me,

And sanctify me graciously

When I repent before Thee,

that in remorse for all my sin,

I also, with the publican,

May go from Thee forgiven.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Mein Gott, wie bist du so gerecht,

die Menschen zu bekehren!

Wenn ein verdammter Sündenknecht

sein Herze will entleeren,

und vor dir voller Buß erscheint,

und über seine Sünden weint,

so prüfest du sein Herze.


2 Du siehst voll Zorn und Eifer an,

wie viel sich heilig stellen,

an dennen man nicht merken kann,

wenn sie auch auf den Schwellen

in deinem Heiligthume stehn,

und deines Namens Ruhm erhöhn,

daß sie recht heilig wären.


3 Sie sind voll Hoch- und Übermuth,

und werden sich vermessen,

da sie ihr allerhöchstes Gut

das Frommsein nie vergessen,

und daß darinnen in der Welt

die Wage niemand ihnen hält,

der so gottselig lebte.


4 Und wenn ihr Mund sein Abba spricht,

da heißts: wie andre Leute.

Herr, mein Gott, bin ich niemals nicht,

ich liebe keine Beute,

die Dieb und Räuber kann erfreun;

doch dies ist nur ein leerer Schein

von ihren Heiligkeiten.


5 Sie nehmen auch die Heiligkeit

von ihren kahlen Werken,

wie mit dem Zehnten jederzeit

sie jeden Armen stärken;

wie sie so gar sehr heilig sein,

und ihren matten Leib castein,

wenn sie zum öftern fasten.


6 Da du nun dieser Leute Herz,

mein Gott, am besten kennest,

und ihnen allen unterwärts

den Schwefelpfuhl benennest,

so kann ihr Heilig-sein nicht stehn,

denn wer sich selber will erhöhn,

der soll erniedrigt werden.


7 Hingegen tritt vor deinen Thron,

wenn sein Gewissen beißet

ein von dir abgeirrter Sohn,

den man unheilig heißet;

wenn er vor deinem Thron erscheint

und voller Buße schmerzlich weint,

den willst du heilig machen.


8 Denn wie viel Gutes läßt doch der

bei den bereuten Sünden,

und bei erfreuter Wiederkehr

an seiner Seele finden,

voll Herzens Demuth steht er fern,

weil er dich hat, Gott, seinen Herrn

beleidigt und erzürnet.


9 Bußfertig voller Reu und Schmerz

zeigt er der Sünden Quelle,

und schlägt mit seiner Hand ans Herz

und spricht: Es wär die Hölle

vor mich zwar wohl der rechte Lohn,

doch aber helfe Gott davon

mir Sünder aus Genaden!


10 Unheilig hält er sich, nicht werth,

daß er mit seinen Augen

den Himmel anzusehn begehrt,

weil die vor Gott nicht taugen,

die aus den Augen ihn gesetzt,

sich an der Sünden Gift ergetzt,

und seinen Zorn entzündet.


11 Dergleichen, so die böse Welt,

nach ihres Herzens Dünken,

nicht so, wie andre heilig hält,

und stellt zu Gottes Linken,

die spricht Gott heilig und gerecht,

denn er erhöhet jeden Knecht,

der sich vorher erniedrigt.


12 Nun Herr, mein Gott, ich hoff auf dich,

du wirst so für mich wachen,

und bei der Buße gnädiglich

mich völlig heilig machen;

daß ich bei meiner Sündenreu

auch mit dem Zöllner los und frei

von dir zurücke gehe.

19 August 2026

Gerechter Gott, ich komm zu dir

Here is my translation of the hymn, “Gerechter Gott, ich komm zu dir” (B. Ringwaldt, 1582), from the author’s Evangelia…, in lieu of the post-Gospel prayer hymn, a paraphrase of Psalm 51, as indicated by the brief title: “The LI. Psalm of David to the tune Durch Adams Fall, etc.”


Mel.: Durch Adams Fall ist ganz verderbt.

 

O RIGHTEOUS God, I come to Thee

On hands and feet low bending!

My shattered heart with pity see

Beyond my own amending—

Afflicted sore, / each day the more,

So that it nigh despaireth.

Thy hand smites so, / as Thou dost know,

My soul great sorrow beareth.


2 Have mercy on me, faithful God,

I heartily implore Thee!

’TIs true, upon Thy law I’ve trod,

And oft despised Thy glory

In many ways, / to Thy dispraise

My heart I deigned to harden

Against Thy Word. / I pray Thee, Lord,

In grace grant me Thy pardon!


3 Thy love, O Father, let me claim,

And as Thy child regard me!

Though forged in passion’s wicked flame;

Do not for sin discard me,

A sinner born, / who did Thee scorn,

To sin inclined by nature,

As all may see / in full degree

In every human creature.


4 Redeem me from hell’s torments great

WIth which it seeks to take me

A heart unstained in me create,

That I, when troubles shake me,

May build upon / the Christ alone,

With spirit wav’ring never—

And by Thy grace / behold Thy face

When time yields to forever.


5 I’ll thank Thee, Father, for this all,

Thy praises widely telling,

And teach all sinners great and small

The Gospel Word excelling,

That they like me / may come to Thee

With penitent confession,

And Thee extol / with faithful soul

And lips’ sincere expression.


6 Of all the off’rings in our pow’r,

Thou lovest this most dearly,

And Thou art pleased at every hour,

When Thou art praised sincerely.

The sacrifice / which Thou dost prize

Thou call’st the broken spirit

And heart contrite, / that turns aright,

Repents, and trusts Thy merit.


7 Lord, build Thy lowly Christendom,

Her walls with strength endowing,

That with faith’s off’ring she may come,

Before Thee righteous bowing,

By faith’s impulse / her holy bulls

Upon Thine altar laying,

And patiently / attend to Thee,

Her duty sweet obeying.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Gerechter Gott, ich komm zu dir,

auf Hand und Fuß gekrochen!

Sieh doch wie ist das Herz in mir

so jämmerlich zubrochen,

und hat on Ziel / Betrübnis viel,

daß es schier möcht verzagen

das schafft dein Hand / wie dir bekannt,d

ie hat mich so zuschlagen.


2 Erbarm dich mein, du frommer Gott,

das thu ich herzlich bitten.

Denn wahr ists, daß ich dein Gebot

manchfältig überschritten,

und wieder dich / muthwilliglich

gar oft ohn all Bedenken

gehandelt schwer. / Ich bitt dich, Herr,

wollst mirs in Gnaden schenken.


3 Ei, laß mich, Vater, deine Gunst,

gleichwie ein Kind erlangen.

Gedenk, daß ich in böser Brusnt

von Eltern bin empfangen

und von Natur ein Kreatur

zum Bösen sehr geneiget,

wie sich den das / zu guter Maß

bei jedermann erzeiget.


4 Erlös mich von der Hellen Schmerz,

die mich gedenkt zu töten,

und schaff in mir ein reines Herz,

auf daß ich mög in Nöthen

zum allermeist / mit gwissem Geist

auf den Messiam bauen,

und nach der Zeit / in Ewigkeit

dein Angesicht beschauen.


5 Ich will dir, Vater, dankbar sein,

dein Lob allhier vermehren,

und allen Sündern groß und klein

das Evangeli lehren,

daß sie auch sich / gleichwie ich mich

zu dir mit Buß begeben,

und dich ohn Scheu / mit Lippen neu

im Glauben hoch erheben.


6 Welchs denn dein liebstes Opfer ist,

daran du hast ob allen

(wenn man dich preist) zu aller Frist

ein sonder Wohlgefallen,

dein Opfer heißt / ein gängster Geist,

und ein zuschlagen Herze,

das sich bekehrt / und Gnad begehrt

von dir mit großem Schmerze.


7 Herr, bau dein arme Christenheit,

ihr Mauren fest beringe,

daß sie dir in Gerechtigkeit

des Glaubens Opfer bringe,

und immerdar / auf dein Altar

ihr heilig Farren lege,

und in Geduld / nach aller Schuld

ihrs hohen Amtes pflegen.