18 August 2026

Wohl dem, welchem vergeben ist

Here is my translation of the hymn, “Wohl dem, welchem vergeben ist” (L. Helmbold, d. 1598), from the author’s Schöne geistliche Lieder, for Trinity XI, a paraphrase of the Psalm XXXII, with title: “Of the acknowledgment and confession of sins and the gracious forgiveness thereof for righteousness and blessedness of men before God.”

Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ.
 

 

BLEST is the man whose sin and vice

Are pardoned and forgiven,

Decked by the cross of Jesus Christ,

Yea, blest is he from heaven

To whom the Lord iniquity

Imputeth not, but graciously

Forgives and pardons him the while,

In whom no guile

His spirit’s sorrow doth defile.


2 When I to silence was inclined,

And would not make confession,

I could no peace or comfort find,

My bones, for my transgression

Waxed old through roaring night and day.

Thy hand, O Lord, upon me lay

A heavy weight that pressed me dry

Like lands that sigh

When summer’s drought is drawing nigh.


3 Therefore to Thee my sin I own,

And will no more conceal it;

Each trespass unto Thee bemoan,

Though I know not nor feel it.

I said: I to the Lord will go,

For my transgressions vex me so

Thus I confessed them unto Thee,

And instantly

My sin and guilt were pardoned me!


4 For this, all saints in season due

Shall pray to Thee, well founding

Their hope upon Thy mercies true,

And brave the floods abounding.

In life or in death’s cold embrace,

Thou art in need my Hiding place,

Preserve my soul from every sting,

That I may sing

And praise to Thee for rescue bring.


5 Thou answerest: Take heart, and I

Will wise with knowledge make thee

What way, and with what good supply

Thou shalt henceforth betake thee.

Mine eyes will guide and shine for thee,

As senseless beasts thou shalt not be,

As bit and bridle keep the horse

And mule by force

From wand’ring off the proper course.


6 He who God’s yoke away would thrust,

Great sorrow shall astound him;

But he that in the Lord will trust,

His mercy shall surround him,

All good and blessing shall be his,

Nor evil do his soul amiss.

Then in the Lord be glad, rejoice!

With joyful voice,

Ye just, extol God’s gracious choice!


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Wohl dem, welchem vergeben ist

sein Untugend und Sünde,

bedeckt durchs Kreuze Jesu Christ

wohl solchem Menschen Kinde,

welchem der Herr die Missethat

nicht rechnet zu, sondern aus Gnad

weit überseht und dem erläßt,

in welches Geist

die Buß sich ohne Falsch beweist.


2 Denn weil ichs heimlich bei mir trug,

gedacht es zu verschweigen,

konnt ich nicht haben Rast noch Ruh,

das Mark in mein Gebeinen

verschmacht für Heulen Nacht und Tag.

Herr, deine Hand schwer auf mir lag,

in harter Preß mein Saft verschwand,

als wenn das Land

verdorrt, im Sommer ausgebrannt.


3 Darum ich dir mein Sund bekenn,

will sie nicht mehr verhehlen,

mein Missethat vor dir bewein,

kann sie nicht all erzählen.

Ich sprach: Zum Herrn ich gehen will,

mein übertretung ist sehr viel.

Ich will sie beichten in der Summ,

bald zu der Stund,

vergabst du mir mein Schuld und Sünd.


4 Dafür werden zur rechten Zeit

all Heiligen dich bitten,

gegründt auf Barmherzigkeit,

bestehn in allen Flüten,

es treff an Leben oder Tod,

du bist mein Shcirm in aller Noth,

für großer Angst mein Seel behüt,

daß ich errett

ganz fröhlich rühme deine Güt.


5 Dein Antwort heißt, Sei nur getrost,

ich will dich unterweisen,

auf welchen Weg und wie gerüst

du wandeln sollt und reisen.

Mein Augen sollen leiten dich,

Rossen und Meulern sei nicht gleich,

die nichts verstehn, Zäum und Gebiß,

ihr Maul und Füß

zu rechtem Gange zwingen muß.


6 Wer sich von Gott nicht läßt regiern,

stürzt sich in große Plagen,

wer aber hoffet auf den Herrn,

den wird die Güt umfahen,

des wird er Glück und Segen han,

trotz daß ihn greif die Bosheit an,

freut euch des Herrn, seit unverzagt,

ihr ihm behagt,

gerecht und fromm, rühmt Gottes Gnad.

17 August 2026

O gar ungleiches Paar

Here is my translation of the hymn, “O gar ungleiches Paar” (Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia Melodica, for Trinity XI, the first hymn.


Mel.: Wo soll ich fliehen hin.




HOW diff’rent are these two

Presented here to view!

Although alike appearing

In this, that both are nearing

The temple in its splendor,

Their praise to God to tender:


2 Yet see how diff’rent here!

One, rich and without fear,

Of haughty heart possessèd;

The other, sin-oppressèd

Beneath his burden grieveth,

And in his anguish heaveth.


3 The Pharisee doth boast

He’s paid the uttermost

By his own working merely,

His boast displays this clearly.

The publican repenteth,

His misery lamenteth.


4  The latter smites his breast,

For it must be confessed

There lies the source of sinning,

And wicked lust’s beginning.

He saith: O God, unbind me

And show me mercy kindly!


5 But what doth Jesus say,

His lips what truth convey?

Who hath the best selected,

And who is here rejected?

The Lord’s own Word divideth

What these two men betideth.


6 Down goes the publican

From out the pit of sin,

Absolved and justifièd,

Whose heart with sorrow sighèd,

Embracing that salvation

Which hath on all compassion.


7 Faith triumphs and avails,

And selfish vaunting fails.

The Pharisee’s endeavor,

Which lacks faith’s strength and favor,

The Lord to hell fire sendeth

Where soon he them attendeth.


8 O mortal, mindful be

How thou may’st be sin-free!

If wracked with sin’s affliction,

Seek grace without restriction:

God’s hands alone can bless thee;

To Him thou must address thee.


9  Smite on thy heart of sin,

Lament thy pain within

With groanings sigh unfearing,

And God will be appearing

And loose for thee this hour

Sin’s fetters in faith’s power.


10 Thy Jesus wills alone

That we His honor own,

Repenting and believing,

His love for us receiving,

How He by death hath bought us

And from destruction brought us.


11 This is the pathway straight,

And road to heaven’s gate.

Whoe’er this way hath missèd

Shall never be releasèd.

Without Christ, no salvation

Is found for our transgression.


12 Absolve me, Lord, I pray,

Cast all my debts away!

In mercy justify me

For sins Thy grace supply me,

And I with jubilation

Will praise Thee, my salvation.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

O gar ungleiches Paar,

das sich hier stellet dar,

die doch ein ander gleichen,

weil sie ein Haus erreichen,

und beid auch anzubeten

des Herren Haus betreten.


2 Doch sind sie gar ungleich,

der ein ist stolz und reich,

hoffärtig und vermessen,

der ander unterdessen

mühselig und beladen

von seinen Sündenschaden.


3 Der Pharisäer prahlt,

das alles sei bezahlt

bei Gott mit seinem Werken,

das an dem Ruhm zumerken,

der Zöllner wringt die Hände

und klaget sein Elende.


4 Er schlägt an seine Brust

weil ihm ist wohl bewußt,

daß da die Quell der Sünden

und böser Lust zu finden,

er spricht: Gott mach mich ledig,

und sei mir Sünder gnädig.


5 Allein was macht der Mund

des Herren Jesu kund?

Wer hat das Best erwählet,

und wer hat hier gefehlet?

Des Herren Wort kann scheiden

die Sache dieser Beiden.


6 Der Zöllner geht hinab

aus seinem Sündengrab,

gerecht uns los gesprochen

nachdem sein Herz gebrochen,

und er das Heil umarmet,

das sich der Welt erbarmet.


7 Der Glaube triumphiert,

und Eigenruhm verliert

des Pharisäers Werke,

die sonder Glaubensstärke,

die wirft der Herr zur Höllen,

wo er sich wird gesellen.


8 O Mensch bedenk hiebei

wie du wirst sündenfrei.

Fühlst du der Sünden Schade,

so suche nichts als Gnade.

Dein Heil hat Gott in Händen

zu dem mußt du dich wenden.


9 Schlag an dein sündlichs Herz

und klage deinen Schmerz

mit Seufzen und mit Weinen,

so wird dir Gott erscheinen,

und dich von Sündenketten

in Glaubenskraft erretten.


10 Dein Jesus will nicht mehr

als daß man ihm die Ehr

in Reu und Glauben giebet,

daß er uns hat geliebet,

und uns durch Tod und Sterben

erlöst von dem Verderben.


11 Dies ist der rechte Weg

und ein’ge Himmelssteg.

Wer diesen Weg verfehlet,

wird nimmer los gezählet.

Ohn Jesu ist für Sünden

kein ander Heil zu finden.


12 O Jesu, sprich mich los,

weil meine Schuld ist groß.

Mch mich gerecht aus Gnaden

von meinen Sündenschaden,

so will ich deinen Namen

mit Freuden preisen. Amen.