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29 July 2026

Hütet euch, ihr frommen Herzen

Here is my translation of the hymn, “Hütet euch, ihr frommen Herzen” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia Melodica for Trinity VIII, the first of two hymns.


Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele.

 

OH, beware, ye hearts believing!

Of false doctrine, saints, beware!

Jesus’ warning here receiving,

Of such shepherd’s words despair,

Who from truth would turn your eyes,

And direct you to their lies!

Be on guard, the guile defying

Of the lips of prophets lying.


2 Those who dress like sheep endearing,

But are rav’ning wolves within,

Who as sons of light appearing

Yet have hearts as dark as sin,

To false shepherds’ breed belong

As the Savior shows His throng—

And those prophets who so glisten

Seek so slay the sheep who listen.


3 Since they, such appearance wearing,

Seem like shepherds, good and fair,

E’en the name of prophets bearing,

Oh, how may we them beware,

And see that their deeds are lies?

Jesus gives the best advice,

If we shall as prophets name them,

’Tis their fruits will praise or blame them.


4 First, behold what fruit he teacheth,

Whether it be false or true,

Then, if to his life it reacheth;

Thus a teacher clearly view,

Those who falsely teach and live

To the world, a record give;

In the fruit a beacon shineth,

Showing how the man inclineth.


5  Quickly can a sheep be hearing

By his voice and what he saith

If a prophet is God-fearing,

If his doctrine tends to faith,

For his love will soon display

And his inward man betray,

If God in his soul is dwelling,

Faith and love cannot be failing.


6 He will labor with all power,

Satan’s kingdom to destroy,

Men to pull from sin each hour

Will the rod and staff employ,

That they may no longer stray,

Will exhort and warn and pray,

Nor the hypocrite play ever,

That their souls he may deliver.


7 Oh, Lord Jesus, teach us clearly

Shepherds false to know indeed,

Who say “Father” insincerely!

Let us Thy wise counsel heed,

Yea, and know them by their fruit—

Life and doctrine none refute,

Certain tokens also giving

Both in doctrine and in living.


8 Surely shall no man be looking,

Grapes to gather from the thorn,

Nay, nor figs await their plucking,

On the worthless thistle borne.

If they show no fruit of faith,

Then ’tis true, what Jesus saith,

And false shepherds thus they show them,

Since we by the fruit shall know them.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Hütet euch, ihr frommen Herzen,

hütet euch für falscher Lehr,

Jesus warnet sonder Scherzen,

gebt den Hirten kein Gehör,

die euch von der Wahrheit Sinn

 führen zu der Lügen hin!

Wacht, und laßt euch nicht betriegen,

von Propheten, welche lügen.


2 Die in Schaffes Kleidern kommen

und inwendig Wölfe sind,

die den Lichtschein angenommen,

aber doch im Herzen blind,

die sind falscher Hirten Art,

wie sie Jesus offenbart,

solche gleißende Propheten

wollen nur die Schafe töten.


3 Weil sie denn von außen gleißen,

wie ein Schafhirt gut und schöne,

auch so gar Propheten heißen,

ei, wobei soll man den sehn,

daß sie falsch sind in der That,

Jesus gibt den besten Rath,

daß die sich Propheten nennen,

man soll an den Früchten kennen.


4 Erstlich an der Lehre Früchten,

ob sie falsch sei oder wahr,

dann auch an den Lebenspflichten,

wird ein Lehrer offenbar,

lehrt er falsch und lebt der Welt,

so wird hier der Schluß gefält,

daß die Fruchte des Baumes zeiget,

wozu der Prohpet geneiget.


5 Ach ein Schäflein kann bald hören

an der Stimm, ob ein Prophet,

komme Satans Reich zu stören,

ob die Lehr zum Glauben geht,

da die Liebe zeuget bald,

von der inneren Gestalt,

wohnet Gott in seiner Seelen,

so kann Glaub dund Lieb nicht fehlen.


6 Er wird sich mit Macht bemühen,

Satansreich zu brechen ab,

und von Sünden abzuziehen,

durch den Sanft- und Wehrstab,

die noch in der Irre gehn,

mit vermahnen,w arnen flehn,

und das sonder Heuchel-wesen,

daß die Seelen nur genesen.


7 Ach Herr Jesu, lehr uns kennen

falsche Hirten an der That,

ob sie sich gleich Väter nennen,

laß uns folgen deinem Rath,

und sie kennen an der Frucht,

Lehr und Leben in der Zucht,

kann auch uns in Lehr und Leben

ein gewißes Merkmal geben.


8 Man wird wahrlich keine Feigen

lesen von dem Dornenstrauch,

auch wird keine Trauben zeigen

eine Diestel, die nicht taug;

folgen denn die Früchte nicht,

so ist wahr, was Jesus spricht,

daß die Hirten faslch zu nennen,

weil sie an der Frucht zu kennen.

23 July 2026

Jesu, jammervolles Herze

Here is my translation of the hymn, “Jesu, jammervolles Herze” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia Melodica, the second hymn for Trinity VII.


Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele.



JESUS, heart of all compassion,

Who attendest morn and eve,

How thy people consolation,

Help, and counsel may receive,

That when scarcer grows the day,

They may faint not on the way:

I will trust Thy love sincerely,

Shown me in Thy Scripture clearly.


2 Never will I be forgetting

What Thy Word hath here expressed;

If I oft must cease from eating,

As a pilgrim, as a guest,

Hunger, thirst will better be

Than much bread and wine for me

And Thy heart will closely watch me,

That no fainting e’er may touch me.

 

3 Must I like a dove be dwelling

Des’late in the wilderness,

Thou wilt still so much be giving,

That I may all needs possess.

Though I travel far abroad,

Near is yet my Lord and God,

Whom, when by all men forsaken,

I found for my help to waken.

 

4 Ere I faint while here wayfaring,

Heav’n must first Thy Manna strew,

And Elijah’s ravens, bearing

Bread of yore, delight me too.

Yet the lavish hand of Christ

Is in faith both known and prized,

Wonders works when men are needing,

With a little many feeding.

 

5 If four thousand souls are gathered,

And but seven loaves at hand,

These, to Jesus’ blessing tethered,

Feed so many in the land.

Oft too scant the board is laid

For wife, children, man and maid,

Christ can yet work such increasing,

That their hunger may be ceasing.

 

6 Think how much was left untasted—

Seven baskets taken see,

That the store might not be wasted—

’Tis a wise economy,

When four thousand in distress

In sev’n loaves enough possess.

Can the hand of Jesus do this,

Who would not commit him to this?


7 Firmly, then, I’ll be confiding

When I lack in time of need—

For Thy blessing still abiding,

Knowing Thou wilt help indeed.

Bless my portion, though discreet,

When I drink and when I eat,

That I may save up a treasure

Of what Thou to me dost measure.

 

8  Let me not unmindful spite Thee,

Nor forget with what in grace

Thou hast blest me, but requite Thee

And with thanks Thy gifts embrace.

When I’m filled with food and drink,

’Tis of Thee I ought to think,

Gratefully for all things given

Here on earth and there in heaven.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Jesu, jammervolles Herze,

der du sorgest früh und spat,

wie dein Volk in allem Schmerze

finde Hülfe, Rath und That,

daß es, wenns an Brot gebricht,

auf dem Weg verschmachte nicht:

deiner Liebe will ich trauen,

die du mir im Wort läßt schauen!

 

2 Nimmer will ich des vergessen,

was du hier erwiesen hast;

muß ich gleich oft sein ohn Essen,

als ein Pilger, als ein Gast,

so wird Durst und Hunger sein,

nützer mir als Brot und Wein,

und dein Herz wird darauf achten,

daß ich werde nicht verschmachten.

 

3 Muß ich in der Wüsten leben,

wie ein einsam Täubelein,

so wirst du mir so viel geben,

wie mir wird vonnöthen sein.

Bin ich fremd und aus der Fern,

So bin ich doch bei dem Herrn,

der, wenn Menschen sind verschwunden,

sich zur Hülf hat eingefunden.

 

4 Eh ich sollte gar verschmachten,

müßt der Himmel Manna streun

und die Raben, die dort brachten

Brot Eliä, mich erfreun.

Aber Jesu Segenshand

ist im Glauben mir bekannt,

die zum Wunder kann erweisen,

daß mit wengem viel zu speisen.

 

5 Sind vier tausend gleich zugegen

und nur sieben Brot zur Hand,

o sind sieben Brot im Segen

gnug für so viel Volk im Land.

Ist der Vorrath oft nur schlecht

Für Weib, Kinder, Magd und Knecht,

ach dein Jesus kanns vermehren,

daß sies nicht einmal verzehren.

 

6 Denke, daß man sieben Körbe

hebet hier an Brocken auf,

daß der Vorrath nicht verderbe,

das ist wohl der rechte Kauf,

wenn vier tausend in der Noth

werden satt von sieben Brot.

Das kann Jesu Hand ausrichten:

Wer wollt ihm sich nicht verpflichten?

 

7 Ach, ich will dir fest vertrauen,

wenn es mir in Noth gebricht

und auf deinen Segen schauen;

du wirst mich verlassen nicht.

Segne doch mein weniges,

wenn ich trink und wenn ich eß,

daß ich immer mög aufheben

Von dem, was du mir gegeben.

 

8 Laß mich deiner nicht vergessen,

noch des Segens, den du mir

hast aus Gnade zugemessen,

sondern laß mich danken dir,

wenn ich satt von Speis und Trank

dir gebührt allein der Dank.

Hier und dort für alle Gaben,

die wir hier empfangen haben.