23 July 2026

Jesu, jammervolles Herze

Here is my translation of the hymn, “Jesu, jammervolles Herze” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia Melodica, the second hymn for Trinity VII.


Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele.



JESUS, heart of all compassion,

Who attendest morn and eve,

How thy people consolation,

Help, and counsel may receive,

That when scarcer grows the day,

They may faint not on the way:

I will trust Thy love sincerely,

Shown me in Thy Scripture clearly.


2 Never will I be forgetting

What Thy Word hath here expressed;

If I oft must cease from eating,

As a pilgrim, as a guest,

Hunger, thirst will better be

Than much bread and wine for me

And Thy heart will closely watch me,

That no fainting e’er may touch me.

 

3 Must I like a dove be dwelling

Des’late in the wilderness,

Thou wilt still so much be giving,

That I may all needs possess.

Though I travel far abroad,

Near is yet my Lord and God,

Whom, when by all men forsaken,

I found for my help to waken.

 

4 Ere I faint while here wayfaring,

Heav’n must first Thy Manna strew,

And Elijah’s ravens, bearing

Bread of yore, delight me too.

Yet the lavish hand of Christ

Is in faith both known and prized,

Wonders works when men are needing,

With a little many feeding.

 

5 If four thousand souls are gathered,

And but seven loaves at hand,

These, to Jesus’ blessing tethered,

Feed so many in the land.

Oft too scant the board is laid

For wife, children, man and maid,

Christ can yet work such increasing,

That their hunger may be ceasing.

 

6 Think how much was left untasted—

Seven baskets taken see,

That the store might not be wasted—

’Tis a wise economy,

When four thousand in distress

In sev’n loaves enough possess.

Can the hand of Jesus do this,

Who would not commit him to this?


7 Firmly, then, I’ll be confiding

When I lack in time of need—

For Thy blessing still abiding,

Knowing Thou wilt help indeed.

Bless my portion, though discreet,

When I drink and when I eat,

That I may save up a treasure

Of what Thou to me dost measure.

 

8  Let me not unmindful spite Thee,

Nor forget with what in grace

Thou hast blest me, but requite Thee

And with thanks Thy gifts embrace.

When I’m filled with food and drink,

’Tis of Thee I ought to think,

Gratefully for all things given

Here on earth and there in heaven.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Jesu, jammervolles Herze,

der du sorgest früh und spat,

wie dein Volk in allem Schmerze

finde Hülfe, Rath und That,

daß es, wenns an Brot gebricht,

auf dem Weg verschmachte nicht:

deiner Liebe will ich trauen,

die du mir im Wort läßt schauen!

 

2 Nimmer will ich des vergessen,

was du hier erwiesen hast;

muß ich gleich oft sein ohn Essen,

als ein Pilger, als ein Gast,

so wird Durst und Hunger sein,

nützer mir als Brot und Wein,

und dein Herz wird darauf achten,

daß ich werde nicht verschmachten.

 

3 Muß ich in der Wüsten leben,

wie ein einsam Täubelein,

so wirst du mir so viel geben,

wie mir wird vonnöthen sein.

Bin ich fremd und aus der Fern,

So bin ich doch bei dem Herrn,

der, wenn Menschen sind verschwunden,

sich zur Hülf hat eingefunden.

 

4 Eh ich sollte gar verschmachten,

müßt der Himmel Manna streun

und die Raben, die dort brachten

Brot Eliä, mich erfreun.

Aber Jesu Segenshand

ist im Glauben mir bekannt,

die zum Wunder kann erweisen,

daß mit wengem viel zu speisen.

 

5 Sind vier tausend gleich zugegen

und nur sieben Brot zur Hand,

o sind sieben Brot im Segen

gnug für so viel Volk im Land.

Ist der Vorrath oft nur schlecht

Für Weib, Kinder, Magd und Knecht,

ach dein Jesus kanns vermehren,

daß sies nicht einmal verzehren.

 

6 Denke, daß man sieben Körbe

hebet hier an Brocken auf,

daß der Vorrath nicht verderbe,

das ist wohl der rechte Kauf,

wenn vier tausend in der Noth

werden satt von sieben Brot.

Das kann Jesu Hand ausrichten:

Wer wollt ihm sich nicht verpflichten?

 

7 Ach, ich will dir fest vertrauen,

wenn es mir in Noth gebricht

und auf deinen Segen schauen;

du wirst mich verlassen nicht.

Segne doch mein weniges,

wenn ich trink und wenn ich eß,

daß ich immer mög aufheben

Von dem, was du mir gegeben.

 

8 Laß mich deiner nicht vergessen,

noch des Segens, den du mir

hast aus Gnade zugemessen,

sondern laß mich danken dir,

wenn ich satt von Speis und Trank

dir gebührt allein der Dank.

Hier und dort für alle Gaben,

die wir hier empfangen haben.

22 July 2026

Da Jesus, Schöpfer aller Ding

Here is my translation of the hymn, “Da Jesus, Schöpfer aller Ding” (N. Herman, 1560), from the author’s Sonntags-Evangelia, for the feast of Mary Magdalene, the first of two hymns originally published from the first edition. Gesius 1605 appoints the


Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort.

 

WHEN Jesus, Maker of all things,

Came down to earth, the King of kings,

His Word was sought by sinners cursed,

Whom He to save descended first.


2 Once when in Simon’s house He dined,

A woman heard, and Him would find.

A wretched sinful woman went,

And left a blessed penitent.


3 By sin aggrieved and troubled sore,

She boldly came, Christ to implore,

Her true father-confessor found,

By whom the wounds of sin are bound.


4 And as she knelt before His feet,

Up from her heart’s abyss, as meet,

A flood of grief ascending leapt,

And bitterly the woman wept.


5 “O Lord, my sins too well I know,

Thy grace and mercy to me show!”

And with her tears she daubed with care

His feet, and dried them with her hair.


6 Those feet she kissed unceasingly,

With precious ointment carefully

Anointed them, and thus would prove

The greatness of her grateful love.


7 This thing the host unhappy made,

And in his heart he spake and said:

“If this Man were a prophet, He

Would know this woman’s villainy.”


8 And Jesus, seeing Simon’s thought,

Said: “Simon, I would ask thee aught:

From whom have men more love to boast—

Those whom they pardon least, or most?”


9 He said: “He loveth more, I ween,

Who hath the most forgiven been.”

“How then canst thou think evilly,

When she hath done such good to Me?”


10 “All this thou justly shouldst have done,

Then wert thou lovely like this one.

But her love far, far greater is,

Wherefore I say, be sure of this:


11 To her shall much forgiven be,

For much is all her love to Me,”

To her then turned the King of heav’n,

And said: “Thy sins are all forgiv’n.”


12 O sinful men and women, learn

How blessed penitents may turn,

And God in grace receives them who

Repent, believe, and live anew!


13 He would not see the sinner’s death,

But joys when he repents in faith

And ceases wickedly to live;

Then will He all his sins forgive.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Da Jesus, Schöpfer aller Ding

im Fleisch allhie auf Erden ging,

nahmen viel Sünder an sein Lahr,

von derwegen der kommen war.


2 Eins, da er aß in Simons Haus,

hat ihn ein Weib Gekunschaft aus,

sie war ein arme Sünderin

und wurd ein selge Büßerin.


3 Ihr Sünd sie kränkt und macht ihr bang,

drum sie ohn Scheu zum Herren drang,

traf den rechten Beichtvater an,

der Pein und Schuld vergeben kann.


4 Und da sie bei sein Füßen stund,

stiegen aus ihres Herzensgrund

die Zähr über sie mildiglich,

fing an und weinet bitterlich:


5 “O Herr, mein Sünd die sind mir leid,

zeig mir Gnad und Barhmerzigkeit.”

Mit ihren Trähnen netzt sie gar

sein Füß, und treugt sie mit dem Haar.


6 Und küsset sie ohn Unterlaß,

nahm köstlich Wasser in ein Glas,

und salbet sie mit ganzem Fleiß,

damit sei ihr groß Lieb beweist.


7 Der Wirt Simon sehr sauer sach,

und bei sich in seim Herzen sprach:

“So dieser Mann wär ein Prophet,

kennt er das Weib, wißt wer das that


8 Jesus Simons Gedanken sach,

ruft ihn zu sich, und zu ihm sprach:

“Sag mir, Simon, wer liebet sehr,

dem man shenkt wenig oder mehr?”


9 Er sprach: “Darvor ichs achten will,

daß der mehr lieb, dem man schenkt viel.”

“Wie denkst du denn so Args bei dir,

weil so viel Guts das Weib thut mir?


10 “Welchs du billich sollst han gethan

und wer dir wohl gestanden an.

Aber ihr Lieb viel größer ist,

darum sollt du des sein gewiß.


11 “Viel Sünd werden vergeben ihr,

denn ihr Lieb ist groß gegen mir,”

und sprach: “Geh hin” zum Fräuelein,

“Dein Sünd solln dir vergeben sein.”


12 O ihr Sünder und Sünderin,

lernt von der selgen Büßerin,

wie Gott aufnimmt so gnädiglich

die Buß thun, gläubn und bessern sich.


13 Des Sünders Tod er nicht begehrt,

ihm gfällt, wenn er nur wiederkehrt,

gläubt und läßt von seim bösen Lebn,

so will er ihm all Sünd vergebn.


14 Wir danken dir, Herr Jesu Christ,

der Sünder halb du kommen bist,

hast all ihr Sünd durch deinen Tod

bezahlt, und sie versühnt mit Gott.