Here is my translation of the hymn, “Ich steh an deinem Kreuze hier” (E. Neumeister, 1710), from the author’s Zugang zum Gnadenstuhl, first series, for Judica. The title is likely a reference to Gerhardt’s Christmas hymn, “Ich steh an deiner Krippen hier.”
Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes Gut.
I STAND before Thy cross adored,
To learn and trust true-hearted;
From Thee and from Thy grace, O Lord,
Let me by naught be parted.
For if Thy strength perform it not,
Relief in Thee is vainly sought
By flesh and blood so pow’rless.
2 This I believe, and so am filled
With never-ending gladness,
That, Savior, Thou for me hast willed
To bear all pain and sadness.
I see my sins all clustered here
Upon Thy back a burden drear,
Since Thou wilt expiate them.
3 I feel as if I, thusly graced,
Hung on the cross upon Thee,
And God, appeased, hath me embraced
In love, as He hath done Thee;
For all Thy merits now are mine.
And so all that Thou, Lord divine,
Hast won, is my possession!
4 Since Thou my dear Redeemer art,
No cause for condemnation
Is found for me, I trust at heart,
For in Thy blood’s oblation
True righteousness Thou givest me,
Which in the judgment sets me free
From guilt and retribution.
5 Indeed I trust most certainly
Were I from sin not loosèd,
Another death to set me free
Thou wouldst not have refusèd;
Yet nothing lacks, for here Thou hast
Made satisfaction to the last,
Which merit counts forever.
6 Let me according to Thy grace,
Of Thee be also learning,
And follow Thee with patient pace
And love, no suff’ring spurning.
Upon me lay the yoke of cross,
But lend Thy strength, through joy and loss
To bear it without stumbling.
7 Let me, as Thou hast done for us,
Treat gently those who smite me
With wicked words and blasphemous;
And bless my cursers rightly;
Yea, let me for my rivals pray,
As Thou didst in Thy heartfelt way,
O Friend of every mortal!
8 All this, Lord, as Thou knowest well,
Imperfect here remaineth,
Yet if the Holy Ghost to dwell
Within my heart now deigneth,
The imperfection for its dress
Shall have thy perfect righteousness,
Which Thou to me imputest.
9 Then let me thus with constancy
Be living and believing,
Till I the image clear of Thee,
Dear Savior, am perceiving.
As true as was Thy suff’ring then,
So truly art Thou ris’n again,
So true is my salvation!
Translation © 2026 Matthew Carver.
GERMAN
Ich steh an deinem Kreuze hier,
zu gläuben und zu lernen.
Laß nichts, o Jesu, mich von dir
und deinen Gnad entfernen.
Denn wo es deine Kraft nicht thut,
so kann mein eigen Fleisch und Blut
sich deiner nicht getrösten.
2 Ich gläube dann, und bin erfüllt
dadurch mit großen Freuden,
daß du, mein Heiland, alles willt
um meinet willen leiden.
Ich sehe meine Sünden hier;
die liegen alle da auf dir,
daß du dafür willt bußen.
3 Mir ist nicht anders, als ob ich
mit dir am Kreuze hienge,
und der versöhnte Gott auch mich,
wie dich, mit Lieb umfienge.
Denn dein Verdienst ist alles mein.
So muß auch das mein eigen sein,
was du damit erworben.
4 Weil du nun mein Erlöser bist,
gläub ich mit festem Muthe,
daß nichts an mir verdammlich ist.
In deinem theuren Blute
hab ich vor Gott Gerechtigkeit,
die im Gerichte mich befreit
von aller Schuld und Strafe.
5 Fürwahr ich gläube sicherlich,
wär ich nicht los von Sünden,
du stürbest noch einmal für mich,
mich völlig zu entbinden.
So aber fehlet nichts daran.
Vollkommen hast du gnug gethan,
und solch Verdienst gilt ewig.
6 Gieb, Jesu, gieb nach deiner Huld,
daß ich auch von dir lerne,
und dir mit LIeb und mit Geduld
im Leiden folge gerne.
LEgst du ein Joch des Kreuzes auf,
so lege so viel Kraft mir drauf,
daß ich es könne tragen.
7 Laß mich, wie du es dargelegt,
mit Sanfmuth dem begegnen,
der mich mit Lästerworten schlägt;
und meinen Flucher segnen.
Ja gieb, daß ich für meinen Feind,
wie du, o aller Menschen Freund,
von Herzen möge beten.
8 Dies alles zwar, wie du wohl weißt,
wird unvollkommen bleiben;
doch wird mich nur dein guter Geist
in meinem Herzen treiben;
so wrid die Unvollkommenheit
jedennoch durch Gerechtigkeit,
die du mir schenkst, bedecket.
9 Wohlan, laß mich beständiglich
so gläuben und so leben,
bis du, mein liebster Heiland, dich
mir wirst im Schauen geben.
Ach ja, so wahr dein Leiden ist,
so wahr du auferstanden bist,
so wahr werd ich auch selig!

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