23 January 2026

Wir haben mancherlei und sehr viel Gottesgaben

Here is my translation of the hymn, “Wir haben mancherlei und sehr viel Gottesgaben” (J. Olearius, 1671), from the author’s Singekunst, a metrical paraphrase of the Epistle reading for Epiphany II, from Romans 12:6–16a.

Mel.: O Jesu, Gottes Lamm.


WE all have diff’ring gifts
 of grace by God’s supplying,
Which we have for our good;
 therefore let prophesying
Agree as one with faith,
 and so be right and true,
And who hath ministry,
 let him attend thereto.

2 Who teacheth, let teach well,
 exhort well, who exhorteth;
Who giveth, let him give
 as with the truth comporteth,
In simple wise; who rules,
 let rule with diligence;
Who mercy shows, let act
 with cheerful countenance.

3 Let love be never false,
 abhor the evil, cleaving
Always to what is good;
 so with hearts undeceiving
And kind affection, love
 each other brotherly;
In honor to prefer
 the other, ready be.

4 Work ye not slothfully,
 but fervent be in spirit.
Use well the time, serve God,
 from whom ye strength inherit.
He joyful makes in hope,
 in trial patience gives,
And makes it so that pray’r
 to God within you lives.

5 Assist the saints in need
 with mercy and compassion,
Show hospitality,
 share with the poor your ration.
If men you persecute,
 then bless, and curse ye not.
Rejoice in joy, and weep
 with those in hardship caught.

6 Be ye all of one mind,
 let concord well be tended,
For love and unity
 by quarrels soon are ended.
A Christian must not seek
 the lofty things and high;
All that he does is turned
 t’ward those who lowly lie.

Translation © 2025 Matthew Carver.

GERMAN

Wir haben mancherlei
und sehr viel Gnadengaben,
die wir zu unserm Nutz
von Gott empfangen haben,
drum die Weissagung soll
dem Glauben ähnlich sein,
wer ein Amt hat, der wahrt
auch seines Amts allein.

2 Wer lehrt, der wär der Lehr
Vermahnung wohl zu leben
erfordert wohl zu leben
erfordert Fleiß, wer giebt,
der muß einfaltig geben,
und wer regiert, der muß
stets mit Sorgfältigkeit
regieren, und mit Lust
übt man Varmherzigkeit.

3 Die Liebe sie nicht falsch,
das Arge haßt, und hanget
dem guten stetig an,
daß ihr darnach verlanget
zu lieben brüderlich
und herzlich jederzeit,
ein jeder sei zur Ehr-
erbietung stets bereit.

4 Seid ja nicht träge, seid
im Geist inbrünstig, merket
und schickt euch in die Zeit,
denn Gott ists, der euch stärket,
der Hoffnung fröhlich macht,
Geduld in Trübsal giebt,
und daß auch das Gebet
zu Gott wird stets geübt.

5 Nehmt euch der Nothdurft an
des Nächsten mit Erbarmen,
und herbergt gern, so oft
ihr könnt, thut Guts den Armen,
und ob man euch verfolgt,
so segnet, fluchet nicht,
freut euch in Freud, und weint
wenn jemand Leid geschicht.

6 Der Sinn sei einerlei,
einträchtig eingerichtet,
weil Lieb und Einigkeit
viel Hader leichtlich schichtet,
nach hohen Dingen muß
ein Christ ja trachten nicht,
sein Thun und Lassen bleibt
stets niedrig eingericht.


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