04 October 2026

Der Herre stopft das Lästermaul

Here is my translation of the hymn, “Der Herre stopft das Lästermaul” (J. Heermann, 1636), from the author’s Sontags- und Fest-evangelia, for Trinity XVIII.


Mel.: Durch Adams Fall ist ganz verderbt.

 

THE sland’rous lips of Sadducees’

Christ by the Word did tether,

But soon the horde of Pharisees,

Untiring, came together.

Yet up there stood / not all the brood,

But one man, long in learning,

Taught zealously, / praised mightily,

The Scriptures well discerning.


2 He comes, his Savior tempts, and says:

Which of the laws is greatest?

Oh, tell us (for Thy skill we praise)

Which Thou most highly ratest?

Christ answer made / and thusly said:

To love the Lord God ever,

And also men. / To keep these twain

God biddeth thee endeavor.


3 “Yet shalt thou love in full afford,

Heart, soul, and mind completely

In service render to the Lord

For all His mercy meetly.

So he doth love / to neighbors prove

Who self to them surrenders,

And faithful shows / in joys and woes

And service to them tenders.


4 “Whoe’er keeps these commandments twain

No more than that he needeth.

He does what prophets did ordain,

Yea and the Law well heedeth.”

Here must the crown / of scribes step down,

And from the scene they scatter.

He to their shame / gains not their aim,

Howe’er he lie and flatter.


5 When this was done, the Pharisees

Soon gathered them together.

And Jesus said: “I pray you, please,

Let me ask you. Say, whether

The Christ and Lord, / on whom is poured

The Lord’s anointing Spirit,

Is some man’s son? / If so, which one

Doth such an honor merit?”


6 They answer: “He is David son,

As David’s mouth confesseth.”

How comes it then that he his own

Dear son as Lord addresseth

When he is by / the Spirit’s eye

With Christ from far presented?

It saith: the Lord / saith to my Lord,

Before time was invented.


7  “Sit Thou at My right hand till I

My sword of wrath have whetted,

And at Thy feet have made to lie

Thine enemies defeated.”

To Me make clear, / since David here

Hath as his Lord acclaimed him,

What doth it mean / that he hath been

Named son, as ye have named him?”


8 They silent fell without a gain

From all their arts deceiving,

Held captive by their boasting vain,

And futile unbelieving.

And no man durst / then be the first

To test again the Savior.

Who hateth Thee, / O Christ, must be

Ashamed and perish ever.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Der Herre stopft das Läster-Maul

durchs Wort den Saduzäern.

Bald sammelt sich, so sonst nicht faul

die Schar der Pharisäer.

Doch tritt nicht auf / der ganze Hauf.

Ein Mann, der was von Jahren

ernsthaft gelehrt, / und hochgeehrt

und in der Schrift erfahren.


2 Der kömmt, versucht sein Heil, und spricht:

Welchs unter den Gesetzen

ist wohl das Größte? Gib Bericht

uns, die wir dich hoch schätzen.

Der Herre sagt / dem, der ihn fragt:

Gott und den Menschen lieben.

Durch die Gebot / erfordert Gott

in was du dich sollt üben.


3 Doch soll die Liebe nicht sein schlecht.

Dein Herz, Seel und Gemüthe

soll Gott dem Herren dienen recht,

für seine Treu und Güte.

Den Nächsten liebt / wer sich ergiebt

ihm ganz und gar zu eigen:

Läßt sich sein Herz / in Freud und Schmerz

zu seinem Dienste neigen.


4 Wer diese zwei Gebote hält,

dem ist nichts mehr vonnöthen.

Er thut, was ihm zu thun vermeidt

Gesetz und die Propheten.

So muß auch hier / die stolze Zier

des Schriftgelehrten weichen:

kann nicht ihr Ziel / wie gern er will

durch List und Kunst erreichen.


5 Nicht längst hernach versammelt sich

der Pharisäer Orden.

Wohlan, sagt Christus, so dann ich

von euch gefragt bin worden,

so werdet ihr / verzeihen mir,

auch etwas euch zu fragen:

Ihr sollt mir frei, / Wes Sohn doch sei

der Herr Messias, sagen.


6 Sie sprechen: Er ist Davids Sohn,

als David selbst bekennet.

Wie kömmts, fragt er, daß David schon

ihn seinen Herren nennet,

Da durch den Geist / ihm wird geweist

Messias schon von ferren?

Es sagt allbreit / von Ewigkeit

der Herr zu meinem Herren.


7 Zu meiner Rechten setze dich,

bis ich mein Zornschwert schärfe,

und deine Feinde kräftiglich

zu deinen Füßen werfe.

Nun saget mir / weil David hier

ihn für den Herrn erkennet,

durch was Verstand / wird er genannt

sein Sohn, wie ihr ihn nennet?


8 Sie schwiegen still: all ihre Kunst,

ihr Witz, /ihr Ruhm, ihr Prangen,

und was sie wissen, ist umsonst.

Sie stehn, und sind gefangen.

Es darf auch ihn / kein Mensch forthin

nur das Geringste fragen.

Wer dir ist gram / muß seine Scham

und Schmach, Herr Jesu, tragen.

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