Showing posts with label love of neighbor. Show all posts
Showing posts with label love of neighbor. Show all posts

16 July 2026

Mein Gott, ich seh die ganze Welt

Here is my translation fo the hymn, “Mein Gott, ich seh die ganze Welt” (B. Schmolck, 1715), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, for Trinity VI. Curiously, the 8th line of the first stanza is missing in the original, but the sense is clear enough. It does not appear to have been taken into other hymnals.  The title is “A Christian Spirit of Reconciliation” (Christliche Versöhnlichkeit).


Mel.:
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.


MY God, how doth the world increase

In hatred without measure!

They cannot seem to keep the peace,

Much to Thy great displeasure.

They try with all their might that I

Might follow Satan’s scheming,

And be dreaming

Of ways to make Thine eye

With sorrow to be streaming.


2 They lack that love and harmony

To which we should be given

If we in life would Christians be

And so go into heaven.

Their heart is full of guile and gall,

With subtle skill pretending,

Yet offending

Their fellow Christians all,

Themselves to hellfire sending.


3 O Triune God, direct and rule

My thoughts and senses ever,

That I may be no reckless fool,

And may forsake Thee never.

Let me all worldly pitfalls flee,

And strive with all my power

Every hour

To be from grudges free,

Nor to let hatred flower.


4 Teach me that this must come to be

When I have wrath forsaken,

And let me see exclusively

How, having Thy path taken,

I may to every neighbor show

A faithful heart, unfeigning,

Never deigning

To seek His harm or woe,

From unjust wrath refraining.


5 Let it be far from me that I

By any gesture ever

Should make his heart for grief to sigh,

Or under threats to waver.

Let not the gaze of brazen Cain,

With murd’rous visions teeming,

Ever scheming,

His rival to remain,

Be through my glances gleaming!


6  Let me in speech be full of love,

That I, no inj’ry giving,

A source of joy may ever prove,

To those around me living,

That they may always feel and know,

From purest motivations

Love and patience

Which in my life I show,

Without adulterations.


7  Oh, guide, my God, both heart and mind

While on life’s road I wander,

Lest any man me grudging find,

Or I to hell fall yonder.

If he who hurt me shall repent,

Let me not scorn his grieving,

But, receiving

His off’ring penitent,

Be gracious and forgiving!


8 Let me the purpose grasp aright

Why I in love should hasten,

Sins to forgive, and day and night

My flesh and blood should chasten,

For Thou, my God, hast told us not

To kill, nay, nor to injure

Friend or stranger,

But bear with him his lot

And help him out of danger.


9 Thou wilt th’ eternal realm of light

Deny to souls uncaring,

Who hatred, grudge, and bitter spite

Within their heart are bearing.

They only shall the pain of hell

With all the goats be knowing,

And be going

To Jesus’ left, to dwell

Where tears are ever flowing.


10 Let this, my God, my mind compel,

And with such ardor move me,

With pious thoughts thereon to dwell

And think how Thou dost love me,

That I may gladly concord make

And be a true forgiver!—

Which endeavor

Help me now undertake,

And live with Thee forever.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Mein Gott, ich seh die ganze Welt,

so sehr im Argen liegen,

die, da sie keine Frieden hält,

zu deinem Mißvergnügen,

sich recht mir aller Müh bestrebt,

mit solchen Satansränken

drauf zu denken,

[…{?l}ebt]

dich immerfort zu kränken.


2 Ihr fehlet die Versöhnlichkeit,

die Christen übern sollen,

wenn sie nach ihrer Lebenszeit

in Himmel gehen wollen.

Ihr Herz ist voller Tück und List,

sie weiß sich zu verstellen

und zu fällen

meist jeden Nebenchrist

und stürzt sich selbst zur Höllen.


3 Dreieinig großer Gott, regier

mir Sinnen und Gedanken,

damit ich nimmermehr von dir

leichtsinnig möge wanken,

und aus dem Garn der Welt entflieh,

und mag versöhnlich leben

und bestreben,

daß ich mit aller Müh

mich {?nicht} mag dem Haß ergeben.


4 Lehr mich, daß dieses muß geschehn,

wenn ich den Zorn ablege,

und lasse mich darauf nur sehn,

wie ich auf solchem Wege

ein treues und aufrichtig Herz

dem Nächsten möge schenken,

und gedenken,

ihn nicht zu seinem Schmerz

einmal durch Zorn zu kränken.


5 Laß dieses ferne von mir sein,

daß ich nicht mit Geberden

ihm mag zu seiner Herzenspein

jemals beschwerlich werden,

und nach des frechen Kains Art

laß aus den meinen Blicken

böse Tücken,

damit der Mord sich paart

den Nächsten hinzurücken.


6 Laß mich in Worten liebreich sein,

ihn damit nicht verletzen,

vielmehr beständiglich erfreun,

und immerfort ergötzen,

auf daß er immer spüren kann

die allerreinsten Triebe

wahrer Liebe

die auf der Lebensbann

ich gegen ihn recht übe.


7 Ach lenk, o Gott, mir Herz und Sinn,

weil ich im Leben walle,

daß ich nicht unversöhnlich bin,

und in die Hölle falle;

zeig mein Beleidiger mir Reu,

laß mich sie nicht verschmähen

und geschehen,

daß ich versöhnlich sei,

auf sein bereut Versehen.


8 Laß mich zu der Versöhnlichkeit

die rechte Ursach dringen,

daß ich beständig sei bereit,

mein Fleisch und Blut zu zwingen,

weil du mein Gott befohlen hast,

man solle niemand töten

noch erröthen,

ihm bei der größten Last

zu helfen aus den Nöthen.


9 Du willst dein ewig Freudenreich

denjenigen versagen,

die Haß, und bittern Neid, zugleich

in ihrem Herzen tragen,

sie sollen nur der Höllenpein

zu ihrem größten Schröcken,

mit den Böcken

zur Linken schuldig sein,

und sie auf ewig schmecken.


10 Drum laß, mein Gott, doch dieses mich

so dringen als bewegen,

daß ich dies alles heiliglich

genau mag überlegen,

daß ich mich der Versöhnlichkeit

von ganzer Seel ergebe,

und bestrebe,

daß nach vollbrachter Zeit

ich bei dir ewig lebe.

01 July 2026

Was rechter Art von Kindern ist

Here is my translation of the hymn, “Was rechter Art von Kindern ist” (L. Helmbold, d. 1598), from the author’s Schöne geistliche Lieder, for Trinity IV, with title “Of the imitation of the Heavenly Father’s Generosity to Christians, as sons of God.” 

Mel.: Christ, der du bist der helle Tag.
 

THE children’s nature good and true

Doth e’er its Father’s way pursue,

Levitic’lly in spirit here,

And doth increase from year to year.


2 Of Christians God the Father is,

All grace and mercy shows to His,

He doth His children all sustain,

In Him alone they have great gain.


3 Give, saith Lord Jesus Christ, our King,

And ye shall lack for no good thing,

A full, o’erflowing measure then

Shall in your lap be giv’n by men.


4 Who will not here obedient be,

His goods must wither certainly,

For he hath not God’s blessing got;

No fortune’s there where God speaks not.


5 He to the giver thus hath sworn;

The taker shall be left forlorn:

Yea, he that gains by taking shall

By taking back be spoiled of all.


6 Unless God’s Word is made our stay,

All that must shortly pass away

That was heaped up so long a while

With greedy toil and crafty guile.


7 Christ takes no pleasure in our lie,

Let every man be ruled hereby:

All that by giving is not got

Shall be by taking brought to naught.


8 May God, who grants us body and soul,

Much earthly goods, and heaven’s goal,

Teach us e’er grateful to remain,

And that we much by giving gain.


So may our neighbor find us all,

As sons of God, employed withal,

And so the heav’nly Father praise

Both now for unending days.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Was rechter Art von Kindern ist,

das folget seim Vater gewiß,

Levitsch und geistlich immerdar,

und nimmet zu von Jahr zu Jahr.


2 GOtt aller Christen Vater ist,

barmherzig, mild und geben heißt,

alle die seine Kinder sind,

des solln sie habn großen Gewinn.


3 Gebet, spricht der HErr Jesus Christ,

so wirds euch mangeln an nichts,

denn ein voll überflüßig Maß

wird man geben in euern Schoß.


4 Wer hier nicht will gehorsam sein,

des Gut muß warlich werden klein,

denn er hat Gottes Segen nicht,

kein Glück nicht steht, wo Gott nicht spricht.


5 Dem Geber hat ers zugesagt,

der Nehmer es nicht haben mag:

Ja, wer durch Nehmen reiche wird,

durch Wiedernehmen ganz verdirbt.


6 Wo Gottes Wort nicht ist der Grund,

da muß zergehn in kurzer Stund,

was lange Zeit gesammlet ist,

mit geiziger Arbeit und List.


7 Christus will nicht gelogen han,

darnach richte sich jedermann:

Was nicht mit Geben wird gemehrt,

das wird durch Nehmen all verheert.


8 Gott, der uns gibt an Leib und Seel

viel Guts auf Erd, himmlisch ohn Ziel,

lehr uns von Herzen dankbar sein,

mit Geben treiben groß Gewinn.


9 Daß uns als wahre Gottes Kind,

der Nächst allzeit im Werk befindt,

und den Vater im Himmelreich,
drum preise nun und ewiglich. Amen.