07 August 2026

Herr, du hast in diesem Leben

Here is my translation of the hymn, “Herr, du hast in diesem Leben” (B. Schmolck, 1712), from the author’s Der lustige Sabbath, the second series, for Trinity IX.

Mel.: Ach, was soll ich Sünder machen.



IN this life, O Lord of heaven,

O’er Thy goods Thou settest me,

Deeming I should worthy be,

And to me Thy love hast given;

Yet are these all things of Thine,

Not, I know, completely mine.


2 Hence my conscience wakes this morrow

On my sin-polluted way,

Since I’ve squandered many_a day,

And with serpent-bites and sorrow

Grievously have harmed my heart,

Which is surely dead in part.


3 For the time is soon to hail me

When before God’s judgment choir

And the lake of brimstone-fire

My transgressions shall assail me,

Crying how I recklessly

Have abused God’s majesty.


4 Then my conscience must within me

Fears in mind and spirit mount,

When ’tis time to give account

Of what Thou to keep hast giv’n me;

How I shall with trembling go,

Since my faults will surely show.


5 ’Twill be without expectation,

That the God of riches all

Will my soul before Him call.

To conduct examination

Of my stewardship, wherefore

Doth my conscience trembling go.


6 If I hear Thy voice resounding,

Full of zeal addressing me:

“What is this I hear of thee?”

I must fear Thy wrath abounding,

Since I cannot justify

Wasting what Thou didst supply.


7 And if Thou my office takest,

And a beggar’s staff is mine,

How my conscience then must pine

To my shame, since me Thou makest

Leave the office here behind,

Nor in death my solace find.


8 O my conscience, from thy slumber,

And sin’s reckless, swift career,

Ever be thou wakeful here!

Fear God’s scourges without number,

Since while thou shouldst wakeful be,

God hath willed the best for me.


9 Let me live awhile in mourning

For my mis’rable estate,

Who have turned from heaven’s gate!

Let me fear God’s wrath and scorning,

Lo, this mis’ry and disgrace

Grief and anguish on me place!


10 Yea, let me, my sin’s deploring,

Turn my soul’s distress to good,

Heed Thy bidding, as I should,

At Thy feet, My God, adoring;

And while I this course pursue,

Let me know well what I do.


11 Yea, to yonder habitation

Of desired eternity,

By Thee, Lord, prepared for me,

Let me from this earthly station

When my warfare’s done, ascend,

And adore Thee without end.


1 Heal, yea, heal, O Lord, my Maker,

My awakened conscience soon,

Make me, when my heart shall swoon,

Of Thy blessing a partaker,

And receive me for my rest

Into habitations blest.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Herr, du hast in diesem Leben

mich den Gütern vorgesetzt,

derer du mich werthgeschätzt,

und mir deine Huld gegeben,

aber sie sind alle dein,

und nicht alle gänzlich mein.


2 Dannenher macht mein Gewissen

unter meiner Sünden Lauf,

da ich sie verschwendet, auf,

und verletzt mit Schlangenbissen

und dem allergößten Schmerz,

das schon halb-erstorbne Herz.


3 Denn die Zeit will sich jetzt finden,

da vor Gottes Richterstuhl

auf den Feur- und Schwefelpfuhl

mich anklagen meine Sünden,

wie ich voller Unbedacht

Gottes Güter umgebracht.


4 Mein Gewissen muß erwachen,

es erschricket Seel und Geist,

wenn es “Thue Rechnung” heißt,

von den dir vertrauten Sachen;

wie werd ich mit Zittern gehn,

weil ich werde kahl bestehn.


5 Unvermuthet wirds geschehen,

daß der reiche Gott vor sich

einstens einmal fordert mich,

meine Rechnung durchzusehen;

diese sUnvermuthet macht,

daß auch mein Gewissen wacht.


6 Hör ich denn, Herr, deine Stimme,

die voll Eifer spricht zu mir:

O wie hör ich das von dir?

Fürcht ich mir vor deinem Grimme,

weil auf das, was ich gethan,

ich nicht widersprechen kann.


7 Und wie wird doch mein Gewissen,

wenn du, Herr, mein Amt mir nimmst,

und den Bettelstab bestimmst,

mir zum Schimpf erwachen müssen,

weil du mich vom Amte stößt,

und das Graben mich nicht tröst.


8 Aber wach von deinem Schlafe,

und dem schnellen Sündenlauf,

mein Gewissen, immer auf,

und erschrick vor Gottes Straffe,

weil da du erwachen sollt,

Gott mein Bestes hat gewollt.


9 Denn ich soll nunmehr bereuen

meinen höchst-elenden Stand,

der vom Himmel mich gewandt;

und vor Gottes Zorn mich scheuen:

Dieses Elend, diese Schmach,

macht mir Angst und Ungemach.


10 Ja ich soll durch wahre Buße

ändern, meine Seelennoth,

und nunmehr auf dein Gebot

fallen dir, mein Gott, zu Fuße,

und dabei wohl sehen zu,

daß ich wisse, was ich thu.


11 Ja ich soll in jene Hütten

der erwünschten Ewigkeit,

die du, Herr, mir hast bereit,

wenn ich hier genug gestritten,

zu den Auserwählten gehn,

und dein ewig Lob erhöhn.


12 O Herr, heile selber, heile

mein erwacht Gewissen bald,

gieb, wird mir das Herze kalt,

mir die Seligkeit zu Theile,

und nimm, nach vollbrachtem Lauf,

mich in dieser Hütten auf.

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