Here is my translation fo the hymn, “Mein Gott, ich seh die ganze Welt” (B. Schmolck, 1715), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, for Trinity VI. Curiously, the 8th line of the first stanza is missing in the original, but the sense is clear enough. It does not appear to have been taken into other hymnals. The title is “A Christian Spirit of Reconciliation” (Christliche Versöhnlichkeit).
Mel.: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.
MY God, how doth the world increase
In hatred without measure!
They cannot seem to keep the peace,
Much to Thy great displeasure.
They try with all their might that I
Might follow Satan’s scheming,
And be dreaming
Of ways to make Thine eye
With sorrow to be streaming.
2 They lack that love and harmony
To which we should be given
If we in life would Christians be
And so go into heaven.
Their heart is full of guile and gall,
With subtle skill pretending,
Yet offending
Their fellow Christians all,
Themselves to hellfire sending.
3 O Triune God, direct and rule
My thoughts and senses ever,
That I may be no reckless fool,
And may forsake Thee never.
Let me all worldly pitfalls flee,
And strive with all my power
Every hour
To be from grudges free,
Nor to let hatred flower.
4 Teach me that this must come to be
When I have wrath forsaken,
And let me see exclusively
How, having Thy path taken,
I may to every neighbor show
A faithful heart, unfeigning,
Never deigning
To seek His harm or woe,
From unjust wrath refraining.
5 Let it be far from me that I
By any gesture ever
Should make his heart for grief to sigh,
Or under threats to waver.
Let not the gaze of brazen Cain,
With murd’rous visions teeming,
Ever scheming,
His rival to remain,
Be through my glances gleaming!
6 Let me in speech be full of love,
That I, no inj’ry giving,
A source of joy may ever prove,
To those around me living,
That they may always feel and know,
From purest motivations
Love and patience
Which in my life I show,
Without adulterations.
7 Oh, guide, my God, both heart and mind
While on life’s road I wander,
Lest any man me grudging find,
Or I to hell fall yonder.
If he who hurt me shall repent,
Let me not scorn his grieving,
But, receiving
His off’ring penitent,
Be gracious and forgiving!
8 Let me the purpose grasp aright
Why I in love should hasten,
Sins to forgive, and day and night
My flesh and blood should chasten,
For Thou, my God, hast told us not
To kill, nay, nor to injure
Friend or stranger,
But bear with him his lot
And help him out of danger.
9 Thou wilt th’ eternal realm of light
Deny to souls uncaring,
Who hatred, grudge, and bitter spite
Within their heart are bearing.
They only shall the pain of hell
With all the goats be knowing,
And be going
To Jesus’ left, to dwell
Where tears are ever flowing.
10 Let this, my God, my mind compel,
And with such ardor move me,
With pious thoughts thereon to dwell
And think how Thou dost love me,
That I may gladly concord make
And be a true forgiver!—
Which endeavor
Help me now undertake,
And live with Thee forever.
Translation © 2026 Matthew Carver.
GERMAN
Mein Gott, ich seh die ganze Welt,
so sehr im Argen liegen,
die, da sie keine Frieden hält,
zu deinem Mißvergnügen,
sich recht mir aller Müh bestrebt,
mit solchen Satansränken
drauf zu denken,
[…{?l}ebt]
dich immerfort zu kränken.
2 Ihr fehlet die Versöhnlichkeit,
die Christen übern sollen,
wenn sie nach ihrer Lebenszeit
in Himmel gehen wollen.
Ihr Herz ist voller Tück und List,
sie weiß sich zu verstellen
und zu fällen
meist jeden Nebenchrist
und stürzt sich selbst zur Höllen.
3 Dreieinig großer Gott, regier
mir Sinnen und Gedanken,
damit ich nimmermehr von dir
leichtsinnig möge wanken,
und aus dem Garn der Welt entflieh,
und mag versöhnlich leben
und bestreben,
daß ich mit aller Müh
mich {?nicht} mag dem Haß ergeben.
4 Lehr mich, daß dieses muß geschehn,
wenn ich den Zorn ablege,
und lasse mich darauf nur sehn,
wie ich auf solchem Wege
ein treues und aufrichtig Herz
dem Nächsten möge schenken,
und gedenken,
ihn nicht zu seinem Schmerz
einmal durch Zorn zu kränken.
5 Laß dieses ferne von mir sein,
daß ich nicht mit Geberden
ihm mag zu seiner Herzenspein
jemals beschwerlich werden,
und nach des frechen Kains Art
laß aus den meinen Blicken
böse Tücken,
damit der Mord sich paart
den Nächsten hinzurücken.
6 Laß mich in Worten liebreich sein,
ihn damit nicht verletzen,
vielmehr beständiglich erfreun,
und immerfort ergötzen,
auf daß er immer spüren kann
die allerreinsten Triebe
wahrer Liebe
die auf der Lebensbann
ich gegen ihn recht übe.
7 Ach lenk, o Gott, mir Herz und Sinn,
weil ich im Leben walle,
daß ich nicht unversöhnlich bin,
und in die Hölle falle;
zeig mein Beleidiger mir Reu,
laß mich sie nicht verschmähen
und geschehen,
daß ich versöhnlich sei,
auf sein bereut Versehen.
8 Laß mich zu der Versöhnlichkeit
die rechte Ursach dringen,
daß ich beständig sei bereit,
mein Fleisch und Blut zu zwingen,
weil du mein Gott befohlen hast,
man solle niemand töten
noch erröthen,
ihm bei der größten Last
zu helfen aus den Nöthen.
9 Du willst dein ewig Freudenreich
denjenigen versagen,
die Haß, und bittern Neid, zugleich
in ihrem Herzen tragen,
sie sollen nur der Höllenpein
zu ihrem größten Schröcken,
mit den Böcken
zur Linken schuldig sein,
und sie auf ewig schmecken.
10 Drum laß, mein Gott, doch dieses mich
so dringen als bewegen,
daß ich dies alles heiliglich
genau mag überlegen,
daß ich mich der Versöhnlichkeit
von ganzer Seel ergebe,
und bestrebe,
daß nach vollbrachter Zeit
ich bei dir ewig lebe.

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