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25 October 2026

Ein Mann, der an des Königs Statt

Here is my translation of the hymn, “Ein Mann, der an des Königs Statt” (J. Heermann, 1636), from the author’s Sonntags- und Fest-Evangelia, for Trinity XXI.


Mel.: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.



A MAN who ruled Capernaum,

Its monarch representing,

And justly aided all and some,

Nor caused one man’s lamenting,

Saw that his son, brought up so well,

To virtue fast adhering,

And God-fearing,

Sick in a fever fell, 

And his demise was nearing.


2  When he, in such calamity,

Heard of the Savior’s going

From Judah’s land to Galilee,

He left what he was doing,

And running, called Him eagerly,

And said: “Lord, I implore Thee,

Nor will bore Thee!

My grief consumeth me,

And drives me thus before Thee!”


3 “My son (oh, hear me!), yea, my son

Must in his bed be lying;

Soon will he perish, and anon

His final breath be sighing!”

“Indeed,” saith Christ, “Which one of you,

Unless he signs perceiveth,

Me believeth,

Or trusts in Me as due,

When him some trouble grieveth?”


4 The father saith, “Do not delay,

The child will else be dying!

Come quickly, ere his heart give way,

And he to death be flying!”

“Go,” Jesus saith, “and cheerful be,

My Word the sorry griever

Faileth never;

Thy son now lives through Me,

Free from all pain and fever.”


5  The man believes what Jesus saith

And goes his way, rejoicing.

Soon say his servants: “Sir, for death

Ye need no dirge be voicing!

Thy son lives yet!” The father then

Of them the hour inquirèd:

“When transpirèd

This healing? Tell me, when?

Tell me the time desirèd!”


6 The servant saith: “’Twas yesterday

All at the seventh hour,-

The fever left and went away,

The child regained his power.

Then did father well perceive

That was when Christ assured him,

And he heard Him

Reply: “Thy child doth live.

Of fever I have cured Him.”


7 The man believed, and through him too

Was all his house converted,

Nor would their pagan ways pursue,

But faith in God asserted.

Again had Galileans’ land

By wondrous attestation

Confirmation

That Christ the Savior’s hand

Is set to bring salvation.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Ein Mann, der an des Königs Statt

Capernaum regieret,

hilft jedermann durch treuen Rath,

und thut, was sich gebühret.

Der siehet wie sein frommes Kind,

das sich in Tugend übet

und Gott liebet,

durchs Fieber wird entzündt,

und fast den Geist aufgiebet.


2 Da er in solcher Noth vernimmt,

daß Jesus aus Judäen

ins Land der Galiläer kömmt,

bald läßt er alles stehen,

läuft hin, und rufet mit Begier:

Herr, laß dich mein Begehren

nicht beschweren!

Der Schmerz treibt mich zu dir,

der mein Herz will verzehren.


3 Mein Sohn (ach höre doch) mein Sohn

muß ganz zu Bette liegen.

Der Tod will jetzt mit ihm davon:

Er ist in letzten Sügen.

Ja wohl! sagt Christus kurz und rund,

wann ihr nicht Wunder schauet,

wer vertrauet?

Wer gläubt, ich sei der Grund,

auf den man sicher bauet?


4 Ach, spricht der Vater, säume nicht,

der Knabe möchte sterben.

Komm bald, eh ihm das Herze bricht:

Herr, laß ihn nicht verderben!

Geh hin, sagt Jesus, freue dich.

Mein Wort pflegt blöde Herzen

nicht zu scherzen.

Dein Sohn, der lebt durhc mich

und ist frei aller Schmerzen.


5 Der Mensch gläubt dem, was Jesus sagt,

und geht hinab mit Freuden.

Bald kömmt sein Volk, sagt unverzagt:

Kannst du das Trauren meiden.

Komm, dein Kind lebt. Der Vater spricht:

Daß ich mich recht erkunde,

welche Stunde

Genas es? Leugnet nicht:

Sagt mirs mit wahrem Munde.


6 Der Knecht spricht: Gestern ohngefähr

um sieben Uhr, verschwindet

im Augenblicke sein Beschwer:

Die Kraft sich wieder findet.

Die Stunde wird dem Vater kund,

da JEsus hat gesaget:

Kein Schmerz plaget

dein Kind, es lebt gesund.

Das Fieber ist verjaget.


7 Er gläubet, und sein ganzes Haus

wird auch durch ihn bekehret.

Der Heiden Greuel haben aus:

Die er nicht mehr begehret.

Jetzt kann das Galiläer Land

zum andern Mal nun wissen,

und recht schließen:

Es sei des Herren Hand

zu helfen stets beflissen.

16 July 2026

Mein Gott, ich seh die ganze Welt

Here is my translation fo the hymn, “Mein Gott, ich seh die ganze Welt” (B. Schmolck, 1715), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, for Trinity VI. Curiously, the 8th line of the first stanza is missing in the original, but the sense is clear enough. It does not appear to have been taken into other hymnals.  The title is “A Christian Spirit of Reconciliation” (Christliche Versöhnlichkeit).


Mel.:
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.


MY God, how doth the world increase

In hatred without measure!

They cannot seem to keep the peace,

Much to Thy great displeasure.

They try with all their might that I

Might follow Satan’s scheming,

And be dreaming

Of ways to make Thine eye

With sorrow to be streaming.


2 They lack that love and harmony

To which we should be given

If we in life would Christians be

And so go into heaven.

Their heart is full of guile and gall,

With subtle skill pretending,

Yet offending

Their fellow Christians all,

Themselves to hellfire sending.


3 O Triune God, direct and rule

My thoughts and senses ever,

That I may be no reckless fool,

And may forsake Thee never.

Let me all worldly pitfalls flee,

And strive with all my power

Every hour

To be from grudges free,

Nor to let hatred flower.


4 Teach me that this must come to be

When I have wrath forsaken,

And let me see exclusively

How, having Thy path taken,

I may to every neighbor show

A faithful heart, unfeigning,

Never deigning

To seek His harm or woe,

From unjust wrath refraining.


5 Let it be far from me that I

By any gesture ever

Should make his heart for grief to sigh,

Or under threats to waver.

Let not the gaze of brazen Cain,

With murd’rous visions teeming,

Ever scheming,

His rival to remain,

Be through my glances gleaming!


6  Let me in speech be full of love,

That I, no inj’ry giving,

A source of joy may ever prove,

To those around me living,

That they may always feel and know,

From purest motivations

Love and patience

Which in my life I show,

Without adulterations.


7  Oh, guide, my God, both heart and mind

While on life’s road I wander,

Lest any man me grudging find,

Or I to hell fall yonder.

If he who hurt me shall repent,

Let me not scorn his grieving,

But, receiving

His off’ring penitent,

Be gracious and forgiving!


8 Let me the purpose grasp aright

Why I in love should hasten,

Sins to forgive, and day and night

My flesh and blood should chasten,

For Thou, my God, hast told us not

To kill, nay, nor to injure

Friend or stranger,

But bear with him his lot

And help him out of danger.


9 Thou wilt th’ eternal realm of light

Deny to souls uncaring,

Who hatred, grudge, and bitter spite

Within their heart are bearing.

They only shall the pain of hell

With all the goats be knowing,

And be going

To Jesus’ left, to dwell

Where tears are ever flowing.


10 Let this, my God, my mind compel,

And with such ardor move me,

With pious thoughts thereon to dwell

And think how Thou dost love me,

That I may gladly concord make

And be a true forgiver!—

Which endeavor

Help me now undertake,

And live with Thee forever.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Mein Gott, ich seh die ganze Welt,

so sehr im Argen liegen,

die, da sie keine Frieden hält,

zu deinem Mißvergnügen,

sich recht mir aller Müh bestrebt,

mit solchen Satansränken

drauf zu denken,

[…{?l}ebt]

dich immerfort zu kränken.


2 Ihr fehlet die Versöhnlichkeit,

die Christen übern sollen,

wenn sie nach ihrer Lebenszeit

in Himmel gehen wollen.

Ihr Herz ist voller Tück und List,

sie weiß sich zu verstellen

und zu fällen

meist jeden Nebenchrist

und stürzt sich selbst zur Höllen.


3 Dreieinig großer Gott, regier

mir Sinnen und Gedanken,

damit ich nimmermehr von dir

leichtsinnig möge wanken,

und aus dem Garn der Welt entflieh,

und mag versöhnlich leben

und bestreben,

daß ich mit aller Müh

mich {?nicht} mag dem Haß ergeben.


4 Lehr mich, daß dieses muß geschehn,

wenn ich den Zorn ablege,

und lasse mich darauf nur sehn,

wie ich auf solchem Wege

ein treues und aufrichtig Herz

dem Nächsten möge schenken,

und gedenken,

ihn nicht zu seinem Schmerz

einmal durch Zorn zu kränken.


5 Laß dieses ferne von mir sein,

daß ich nicht mit Geberden

ihm mag zu seiner Herzenspein

jemals beschwerlich werden,

und nach des frechen Kains Art

laß aus den meinen Blicken

böse Tücken,

damit der Mord sich paart

den Nächsten hinzurücken.


6 Laß mich in Worten liebreich sein,

ihn damit nicht verletzen,

vielmehr beständiglich erfreun,

und immerfort ergötzen,

auf daß er immer spüren kann

die allerreinsten Triebe

wahrer Liebe

die auf der Lebensbann

ich gegen ihn recht übe.


7 Ach lenk, o Gott, mir Herz und Sinn,

weil ich im Leben walle,

daß ich nicht unversöhnlich bin,

und in die Hölle falle;

zeig mein Beleidiger mir Reu,

laß mich sie nicht verschmähen

und geschehen,

daß ich versöhnlich sei,

auf sein bereut Versehen.


8 Laß mich zu der Versöhnlichkeit

die rechte Ursach dringen,

daß ich beständig sei bereit,

mein Fleisch und Blut zu zwingen,

weil du mein Gott befohlen hast,

man solle niemand töten

noch erröthen,

ihm bei der größten Last

zu helfen aus den Nöthen.


9 Du willst dein ewig Freudenreich

denjenigen versagen,

die Haß, und bittern Neid, zugleich

in ihrem Herzen tragen,

sie sollen nur der Höllenpein

zu ihrem größten Schröcken,

mit den Böcken

zur Linken schuldig sein,

und sie auf ewig schmecken.


10 Drum laß, mein Gott, doch dieses mich

so dringen als bewegen,

daß ich dies alles heiliglich

genau mag überlegen,

daß ich mich der Versöhnlichkeit

von ganzer Seel ergebe,

und bestrebe,

daß nach vollbrachter Zeit

ich bei dir ewig lebe.