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03 November 2026

Allein zu dir, Herr Jesu Christ, soll mein Vertrauen wachen

Here is my translation of the hymn, “Allein zu dir, Herr Jesu Christ, soll mein Vertrauen wachen” (E. Neumeister, 1710), from the author’s Zugang zum Gnadenstuhl, second series, for Trinity XXII, a parody of the original hymn by Schneesing in which the first lines of each stanza are (mostly) unaltered. I have hewed more closely to Winkworth here, whose rendering is more literal than Russell’s.


Mel.:
Allein zu dir, Herr Jesu Christ.


IN Thee alone, Lord Jesus Christ,

I trust both late and early;

Thou art the One who, sacrificed,

Can justify me surely.

Thy merit is my glorious dress

Of righteousness and blessedness.

Thou didst atonement make for me:

I trust in Thee,

And am from condemnation free.


2 My sins are sore and very great!

I mourn contrite before Thee.

Yet Thou dissolvest all their weight

When I for grace implore Thee.

Who would his own injustice cure,

Will never righteous be and pure,

But for his vain hypocrisy

Accurst is he,

Since grace he seeketh not from Thee.


3 To me, O Lord, in mercy give

A heart that Thee well loveth,

And flees from sin, and seeks to live

As Thine own heart approveth!

In all my life, whate’er the way,

Help Thou my weakness day by day,

That I may doubtful ways eschew,

In faith be true, 

And find a blessed ending too!


4 All praise to God in highest heav’n

Who crowns us with His favor!

Praise to His dearest Son be giv’n,

Our reconciling Savior!

And to the precious Holy Ghost,

Be equal praise from all His host:

May He upon the righteous way

Guide us each day,

And yonder make us glad for aye!


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Allein zu dir Herr Jesu Christ

soll mein Vertrauen wachen.

Ich weiß, daß du derselbe bist,

der mich gerecht kann machen.

Denn dein Verdienst ist mir ein Kleid

des Heils und der Gerechtigkeit.

Du hast für mich genung gethan.

Ich gläube dran,

daher mich nichts verdammen kann.


2 Mein Sünd sind schwer und übergroß,

das klag ich dir mit Reue.

Doch machst du mich von allen los,

da ich um Gnade schreie.

Wer von sich selbst gerecht will sein,

wird nimmermehr gerecht und rein.

Ja, das ist eines Heuchlers Frucht.

Er ist verflucht,

weil er in dir nicht Gnade sucht.


3 Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit

ein Herze, das dich liebet,

die Sünde flieht, und allezeit

sich in der Bessrung übet.

Durch meinen ganzen Lebenslauf

hilf meiner Schwachheit täglich auf.

Und so erhalte mich dabei

im Glauben treu,

daß auch mein Ende selig sei.


4 Ehr sei Gott in dem höchsten Thron,

der uns mit Gnade krönet!

Gelobt sei Gott sein liebster Sohn,

der uns bei ihm versöhnet!

und Gott der werthe Heilge Geist

sei auch mit beiden gleich gepreist!

Er leit uns in Gerechtigkeit

zu aller Zeit

bis er uns ewig dort erfreut.

16 July 2026

Mein Gott, ich seh die ganze Welt

Here is my translation fo the hymn, “Mein Gott, ich seh die ganze Welt” (B. Schmolck, 1715), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, for Trinity VI. Curiously, the 8th line of the first stanza is missing in the original, but the sense is clear enough. It does not appear to have been taken into other hymnals.  The title is “A Christian Spirit of Reconciliation” (Christliche Versöhnlichkeit).


Mel.:
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.


MY God, how doth the world increase

In hatred without measure!

They cannot seem to keep the peace,

Much to Thy great displeasure.

They try with all their might that I

Might follow Satan’s scheming,

And be dreaming

Of ways to make Thine eye

With sorrow to be streaming.


2 They lack that love and harmony

To which we should be given

If we in life would Christians be

And so go into heaven.

Their heart is full of guile and gall,

With subtle skill pretending,

Yet offending

Their fellow Christians all,

Themselves to hellfire sending.


3 O Triune God, direct and rule

My thoughts and senses ever,

That I may be no reckless fool,

And may forsake Thee never.

Let me all worldly pitfalls flee,

And strive with all my power

Every hour

To be from grudges free,

Nor to let hatred flower.


4 Teach me that this must come to be

When I have wrath forsaken,

And let me see exclusively

How, having Thy path taken,

I may to every neighbor show

A faithful heart, unfeigning,

Never deigning

To seek His harm or woe,

From unjust wrath refraining.


5 Let it be far from me that I

By any gesture ever

Should make his heart for grief to sigh,

Or under threats to waver.

Let not the gaze of brazen Cain,

With murd’rous visions teeming,

Ever scheming,

His rival to remain,

Be through my glances gleaming!


6  Let me in speech be full of love,

That I, no inj’ry giving,

A source of joy may ever prove,

To those around me living,

That they may always feel and know,

From purest motivations

Love and patience

Which in my life I show,

Without adulterations.


7  Oh, guide, my God, both heart and mind

While on life’s road I wander,

Lest any man me grudging find,

Or I to hell fall yonder.

If he who hurt me shall repent,

Let me not scorn his grieving,

But, receiving

His off’ring penitent,

Be gracious and forgiving!


8 Let me the purpose grasp aright

Why I in love should hasten,

Sins to forgive, and day and night

My flesh and blood should chasten,

For Thou, my God, hast told us not

To kill, nay, nor to injure

Friend or stranger,

But bear with him his lot

And help him out of danger.


9 Thou wilt th’ eternal realm of light

Deny to souls uncaring,

Who hatred, grudge, and bitter spite

Within their heart are bearing.

They only shall the pain of hell

With all the goats be knowing,

And be going

To Jesus’ left, to dwell

Where tears are ever flowing.


10 Let this, my God, my mind compel,

And with such ardor move me,

With pious thoughts thereon to dwell

And think how Thou dost love me,

That I may gladly concord make

And be a true forgiver!—

Which endeavor

Help me now undertake,

And live with Thee forever.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Mein Gott, ich seh die ganze Welt,

so sehr im Argen liegen,

die, da sie keine Frieden hält,

zu deinem Mißvergnügen,

sich recht mir aller Müh bestrebt,

mit solchen Satansränken

drauf zu denken,

[…{?l}ebt]

dich immerfort zu kränken.


2 Ihr fehlet die Versöhnlichkeit,

die Christen übern sollen,

wenn sie nach ihrer Lebenszeit

in Himmel gehen wollen.

Ihr Herz ist voller Tück und List,

sie weiß sich zu verstellen

und zu fällen

meist jeden Nebenchrist

und stürzt sich selbst zur Höllen.


3 Dreieinig großer Gott, regier

mir Sinnen und Gedanken,

damit ich nimmermehr von dir

leichtsinnig möge wanken,

und aus dem Garn der Welt entflieh,

und mag versöhnlich leben

und bestreben,

daß ich mit aller Müh

mich {?nicht} mag dem Haß ergeben.


4 Lehr mich, daß dieses muß geschehn,

wenn ich den Zorn ablege,

und lasse mich darauf nur sehn,

wie ich auf solchem Wege

ein treues und aufrichtig Herz

dem Nächsten möge schenken,

und gedenken,

ihn nicht zu seinem Schmerz

einmal durch Zorn zu kränken.


5 Laß dieses ferne von mir sein,

daß ich nicht mit Geberden

ihm mag zu seiner Herzenspein

jemals beschwerlich werden,

und nach des frechen Kains Art

laß aus den meinen Blicken

böse Tücken,

damit der Mord sich paart

den Nächsten hinzurücken.


6 Laß mich in Worten liebreich sein,

ihn damit nicht verletzen,

vielmehr beständiglich erfreun,

und immerfort ergötzen,

auf daß er immer spüren kann

die allerreinsten Triebe

wahrer Liebe

die auf der Lebensbann

ich gegen ihn recht übe.


7 Ach lenk, o Gott, mir Herz und Sinn,

weil ich im Leben walle,

daß ich nicht unversöhnlich bin,

und in die Hölle falle;

zeig mein Beleidiger mir Reu,

laß mich sie nicht verschmähen

und geschehen,

daß ich versöhnlich sei,

auf sein bereut Versehen.


8 Laß mich zu der Versöhnlichkeit

die rechte Ursach dringen,

daß ich beständig sei bereit,

mein Fleisch und Blut zu zwingen,

weil du mein Gott befohlen hast,

man solle niemand töten

noch erröthen,

ihm bei der größten Last

zu helfen aus den Nöthen.


9 Du willst dein ewig Freudenreich

denjenigen versagen,

die Haß, und bittern Neid, zugleich

in ihrem Herzen tragen,

sie sollen nur der Höllenpein

zu ihrem größten Schröcken,

mit den Böcken

zur Linken schuldig sein,

und sie auf ewig schmecken.


10 Drum laß, mein Gott, doch dieses mich

so dringen als bewegen,

daß ich dies alles heiliglich

genau mag überlegen,

daß ich mich der Versöhnlichkeit

von ganzer Seel ergebe,

und bestrebe,

daß nach vollbrachter Zeit

ich bei dir ewig lebe.