30 June 2026

Wie groß, o großer Gott, sind meine Liebesschulden

Here is my translation of the hymn, “Wie groß, o großer Gott, sind meine Liebesschulden” (B. Schmolck, 1712), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, for Trinity IV.


Mel.: O Gott, du frommer Gott.

"

HOW great, O Thou great God,

 love’s sacred obligations,

With which, by Thy good grace

 and tender-hearted patience,

I, poor, indebted soul,

 am to my neighbor bound,

In Christian duty through

 the bonds of love profound!


2 Thou taughtest me, O Christ,

 here in Thine incarnation,

That I should pay to all

 this holy obligation,

When Thou dost make us men

 the Father's will to see,

That heart and hand and mouth

 should love Him heartily.


3 I would not always be

 my neighbor's useless debtor;

So let Thy Spirit good

 move me to seek the better,

And let Him stir up all

 that is within my pow'r

And also move my heart

 with mercies rich to flow'r.


4 I am the Maker's child;

 let all my thought and doing 

Be unto Him conformed,

 all things in mercy viewing;

That when the neighbor's lips

 with grief and sorrow shake,

My heart may, like to his,

 with mercy in me break.


5 Let me by mouth display

 a lovely, loving being,

Blind to the brother's specks,

 such judgment ever fleeing,

That leaps not to condemn,

 forgiving others all

For things against me done,

 and which my heart appal.


6 Yea, let Thy Spirit, Lord,

 His gentle rule be showing,

And lead my hands to pay

 the debt my neighbor owing

Nor ever to withhold

 whate’er may help him live—

 hand, money, clothes, or bread—

And what else I should give


7 When I, as Thou hast taught,

 fulfill love's obligation,

I see what I may hope,

 And have in expectation:

Thy Father, who the heart

 and mind of men doth know,

Shall make the greatest flood

 of grace upon me flow.


8 For though in countless ways

 I've earned His doom eternal,

And condemnation's due,

 a bed of moths infernal,

Yet I shall not be judged

 nor condemnation meet,

Because His gracious lips

 speak but forgiveness sweet.


9 And if my hand hath wrought

 much good by love's due action,

My God, who loves me e'er,

 will not His benefaction

Deny me nor withhold,

 nor ever idle be,

but time and time again

 His goodness show to me.


10 The richest overflow,

 the greatest of all blessing

My God of blessings fain

 would give for my possessing;

Good measure, fitly pressed,

 together shaken well,

And running richly o'er

 Remains, my heart to swell.


11 Yet since all this cannot

 endure for endless ages,

But when the worlds collapse,

 it finds its equal wages,

Therefore, Lord Jesus Christ,

 instead grant unto me

a measure flowing o'er

 in Thine eternity.


12 My dear redeeming Lord,

 let me, when I am dying

Inherit that rich store

 in heaven's garner lying.

Let that remain for me

 the Canaan high and true,

Where I milk and honey flow

 and e'er the heart renew.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Wie groß, o großer Gott,

 sind meine Liebesschulden,

womit bei deiner Gnad

 und gütigen Erdulden,

ich schuldenvoller Mensch

 dem Nächsten bin verwandt,

nach meiner Christenpflicht,

 und durch der liebe Band.


2 Du lehrtest, Jesu, mich

 in deinen Fleisches Tagen,

dem Nächsten diese Schuld

 vollkommen abzutragen,

wenn du uns Menschen machst

 des Vaters Willen kund,

daß man ihn lieben soll,

 mit Herzen, Hand und Mund.


3 Ich will durchaus ja nicht

 des Nächsten Schuldner bleiben,

drum laß den guten Geist

mich unaufhörlich treiben,

daß dieser alles dies,

 was in mir ist, erregt,

und zur Barmherzigkeit

 mein Herze mir bewegt.


4 Ich bin des Höchsten Kind,

 laß mich ihm an Geberden,

von der Barmherzigkeit,

 vollkommen ähnlich werden,

daß, wenn des Nächsten Mund

 von Angst und Jammer spricht,

mein Herze so, wie ihm,

 mir von Erbarmung bricht.


5 Laß mich mit meinen Mund

 liebreiches Wesen zeigen,

daß er beständig mag

 im Splitterrichten schwelgen,

daß keinen er verdammt,

 daß alles er vergiebt,

was einer wider mich

 vor Bosheit ausgeübt.


6 Ja, laß mich deinen Geist,

 Herr Jesu, so regieren,

dem Nächsten meine Schuld

 mit Händen abzuführen,

damit ihm meine Hand

 Brot, Kleider, oder Geld,

und was ich geben soll,

 niemals zurücke hält.


7 Zahl ich nach deinem Sinn

 die Schuld ihm also abe,

so seh ich, wie davor

 ich zu gewarten habe,

daß mir dein Vater bald,

 der Sinn und Herze kennt,

den größten Überfluß

 von seiner Gnade gönnt.


8 Denn ob ich sein Gericht

 vielfach verdient hätte,

und der Verdammnis Lohn

 ein höllisch Mottenbette,

so werd ich nicht verdammt,

 so werd ich nicht gericht,

indem sein holder Mund

 nur von Vergebung spricht.


9 Und hat denn meine hand

 viel Gutthat ausgeübet,

so wird wohl auch mein Gott,

 der mich beständig liebet,

im Wohlthun gegen mich

 nicht in geringsten ruhn,

es wird mir seine Hand

 recht häufig Gutes thun.


10 Den reichsten Überfluß,

 den allergrößten Segen

such dieser Segens-Gott

 mir reichlich beizulegen;

ein vollgedrücktes Maß,

 ein Maß von Überfluß,

so wohl gerüttelt wird,

 bleibt vor mich zum Genuß.


11 Jedoch da dieses nicht

 kann ewiglich bestehen,

und wenn die Welt zerfällt,

 auch gänzlich muß vergehen,

so gieb, Herr Jesu, mir

 doch dort vor alles das

in deiner Ewigkeit

 ein überflüßig Maß.


12 Laß, o Erlöser, mich

 einmal nach meinem Sterben

dergleichen Überfluß

 in deinem Himmel erben,

der sei und bleibe mir

 das rechte Kanaan,

allwo ich ewig Milch
 und honig schmecken kann. 

No comments: