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03 June 2026

Wohl dem, der sich Tag und Nacht

 Here is my translation of the hymn, “Wohl dem, der sich Tag und Nacht” (L. Helmbold, d. 1598), from the author’s Schöne geistliche Lieder, for the feast of the Holy Trinity, with title “Of the Knowledge of the True God, John 3.”

Mel.: Gott der Vater, wohn uns bei.
 


BLEST is he who day and night
The Word of God doth ponder,
Seeking Christ to know aright,
Who leaveth none to wonder,
But instructs the heart and mind
Of God aright and plainly.
The heart doth search but vainly
When, turned from God, insanely
It would its own self unbind
And unto God be turning,
His nature be discerning,
And all His will be learning.
May Christ teach us this alway,
So sing we Alleluia!

2 To the Lord for wisdom went
The teacher Nicodemus,
Where he for the first was lent
A knowledge now most famous,
Of God’s will and nature good
As one eternal Father,
His only Son, our Brother,
The Spirit, with each other
Glorious; in whose name we should
Be born by God’s good favor,
That we might perish never,
But be heav’n’s heirs forever.
May God make this true alway,
So sing we Alleluia!

3 Thus alone do mortals come,
By water and the Spirit
Born anew, to Christendom,
In faith in Jesus’ merit,
Who from heaven came to us,
All sin upon Him taking,
Upon the cross hell slaking,
Death’s sting and terror breaking,
Satisfaction making thus,
That all in Him believing
Might suffer no bereaving,
But blest, escape all grieving,
And in heaven live for aye.
So sing we Alleluia!

Translation © 2026 Matthew Carver

GERMAN

Wohl dem, der sich Tag und Nacht
in Gottes Wort befleißet,
nach dem Herren Christo tracht,
der ihn nicht leer abweiset:
sondern in seim Unverstand
von Gott recht unterrichtet,
das Herz vergelbich tichtet,
sich mehr und mehr verstricket;
wenn es von Got abgewandt,
sich selbern will bekehren,
Gottes Wesen studieren,
und seinen Willn erlernen.
Christus lehrs uns, ders uns kann,
so singn wir Alleluja.

2 Zum Herrn in die Schule ging
Nicodemus, ein Meister,
und da allererst anfing,
daß er vorlangst soll wissen
von Gottes Wesen und Willn,
wie er ein Vater wäre,
und einen Sohn gebiere,
mit dem Geist gleicher Ehre,
durch welchen wir alle sölln
aufs neu geboren werden,
daß wir ja nicht verderben,
sondern den Himmel erben.
Das woll Gott so machen wahr,
so singn wir Alleluja.

3 Dies ist die einige Weis
in Gottes Reich zu kommen,
aus dem Wasser und dem Geist,
aufs neu werden geboren,
im Glauben an Gottes Sohn,
der hoch vom Himmel kommen,
all Sünd auf sich genommen,
am Kreuz den Tod verschlungen,
für uns all genug gethan,
daß all die an ihn gläuben,
nicht solln verloren bleiben,
sondern selig abscheiden,
und das ewig Leben han,
so singn wir Alleluja.

02 June 2026

Ich lieg in Finsternissen

Here is my translation of the hym, “Ich lieg in Finsternissen” (B. Schmolck, 1712), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, for Holy Trinity, titled “The light of the knowledge of Jesus Christ risen in the dark night.”

Mel.: Zeuch ein zu deinen Thoren.
 


THE shades of darkness hold me
Entombed in gloomy night,
Else would Thy hands enfold me,
Who with Thy tireless sight
Thine Isr’el’s Keeper art!
By darkness I am hounded,
Which wholly hath surrounded
My wretched soul and heart.

2 With heavens black-beclouded
Dark night hath wrapped me round
And so my soul enshrouded,
That nothing more is found
Than ignorance within—
A gloom beyond comparing;
Beneath this saintly bearing,
Is all corrupt with sin.

3 Upon all works invented
With Jews I only gaze,
And cannot be contented
Nor find aught else to praise
In what my Bridegroom wrought
Who by His crucifying,
In shame and torment dying,
My righteousness hath bought.

4 Like Nicodemus dwelling
In realms of darkness grim,
In gloom beyond all telling,
I see but shadows dim,
And Christ know not aright,
As he knew Him not rightly,
Though in his eyes burned brightly
That high and peerless Light.

5 Yet as from this star shining
In Nicodemus’ night,
And dark not far repining,
So also I am brought
Lord Jesus Christ, to Thee;
Thou hast not me forsaken
My misery hast taken,
And hast redeemèd me.

6 O what a vision blessed!
Upon my eyes, though weak,
Nor yet of strength possessed,
Lo, as a sudden streak
A bright light doth appear.
And rightly by its burning
Thee, Christ, I am discerning,
And all Thy course is clear.

7 And if my sense, awoken,
Still meets some darkness there,
All bonds are quickly broken
It finds all things laid bare,
And bright all that was black;
So naught is left concealèd;
This light must be revealèd,
And nothing hold it back.

8 And should my eyes obscurèd,
Be blinded by this ray,
Let me be quickly curèd;
Lord Jesus, help, I pray!
My understanding free
From all the shades that veil Thee,
And grant our minds to hail Thee
With knowledge true of Thee.

9 Oh, let me know Thee rightly,
And naught take me from Thee;
In love embrace me tightly;
My Savior, Jesus, be,
Yea, be my Lamp and Light,
That I may find Thee yonder,
And not in darkness wander
When falls my mortal night.

Translation © 2026 Matthew Carver.

GERMAN

Ich lieg in Finsternissen
und in der dunklen Nacht,
die mich von dir gerissen,
der du vor mich gewacht,
du Hüter Israel,
und die in meinem Leben
bedecken und umgeben
mein armes Herz und Seel.

2 Mit schwarzen Wolkenbogen
wird mir die dunkle Nacht
recht heftig überzogen;
und dieses alles macht,
dieweil Unwissenheit
in meinem Herzen wohnet,
und mich auch nicht verschonet
der Heuchler Heiligkeit.

3 Ich will ja mit den Jüden
auf meine Werke sehn,
und bin gar nicht zufrieden
mit dem, was sonst geschehn,
als mir mein Bräutigam,
durch Leiden und durch Sterben,
Gerechtigkeit erwerben
wollt an des Kreuzes Stamm.

4 So bin ich in dem Reiche
der schwarzen Finsternis
dem Nikodemus gleiche
und dessen Schattenriß,
ich kenne Jesum nicht,
gleichwie er ihn nicht kannte,
ob ihm gleich helle brannte
diß ungemeine Licht.

5 Doch wie von diesem Sterne
des Nikodemus Nacht
und Finsternis nicht ferne,
so werd ich auch gebracht
zu dir, Herr Jesu Christ,
ich weiß, daß du gekommen,
mein Elend übernommen,
und mein Erlöser bist.

6 O! wie geht meinen Augen,
ob sie noch dunkel sind,
und noch nicht recht wohl taugen,
so eilend, so geschwind,
ein helles Licht jetzt auf;
ich kann bei dessen Brennen
dich, Jesum, recht erkennen,
und deinen ganzen Lauf.

7 Und stellt sich dem Verstande
noch etwas finster dar,
so brechen doch die Bande,
und ihm wird alles klar
und deutlich vorgestellt:
daß nichts verborgen bleibet,
und dieses Licht vertreibet
und gar zurücke hält.

8 Will meinen dunklen Augen
dies Lichtes heller Schein
nur zum Verblenden taugen;
so sieh, Herr Jesu, drein,
befreie den Verstand
von allen Finsternissen,
und mach dich unsrem Wissen
doch recht sehr wohl bekannt.

9 Laß mich dich recht erkennen,
und nimmer nichts von dir
und deiner Liebe trennen,
O! Jesu, hilf du mir,
und sei mein Glanz und Licht,
und laß mich nicht verderben,
und mich in meinem Sterben
im Finstern wandeln nicht.