29 September 2026

Lob, Ehr und Preis sei Gott

Here is my translation of the hymn, “Lob, Ehr und Preis sei Gott” (E. Neumeister, 1710) from the author’s Zugang zum Gnadenstuhl, first series, for the feast of St. Michael.


Mel.: Nun danket alle Gott.



PRAISE, glory_and thanks to God

The Father, Son and Spirit,

On heaven’s lofty throne,

From whom we nothing merit,

But who in mercy hath

To be our shield and shade,

Our shelter and defense,

The holy angels made.


2 E’en from our mother’s womb

And while our body liveth,

This mighty angel host

God for our service giveth.

And when the vital bond

Of body and soul is rent,

They bear us safely up

To God eternal tent.


3 Oh, let me, dearest God,

While life I here am given

Among mankind, become

Like angels there in heaven!

I know, my flesh and blood

Are fit not for the way;

Therefore, what I cannot,

Do Thou Thyself, I pray!


4 My mouth let of Thy name

Be now and ever singing,

My heart its off’ring glad

Of thanks and worship bringing.

And though I come not near

The Seraphims for skill,

With fondest wish I would

Be like an angel still.


5 Grant that I heartily

May serve Thee, my Defender,

And to my neighbor too

Love’s fitting service render.

Thee, God, the angels serve,

And serve us faithfully,

Therefore I also would

Like them an angel be.


6 Let me seek holiness

and every virtue treasure,

And as Thy Word commands

Live in Thy will and pleasure,

As angels ever do

With joy and faithfully.

And so I would as well

Like them an angel be.


7 Though things on earth remain

In part, and oft neglected,

And my name is enrolled

With those not yet perfected,

Yet some day heavenward

I will be called to Thee;

Oh, then shall I in truth

Like as an angel be!


8 Praise, glory_and thanks to God,

The Father, Son and Spirit,

On heaven’s lofty throne,

Who all our praise doth merit!

All that are angels there,

And that in earth’s abode

Would angels too be called,

Now praise with me my God!


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Lob, Ehr und PReis sei Gott

dem Vater und dem Sohne,

und dem, der beiden gleich

im hohen Himmelsthrone,

daß seine Gütigkeit

zu unsrer Hut und Wacht,

zu unserm Schutz und Schirm

die Engel hat gemacht.


2 In Mutterleibe schon,

bis durch das ganze Leben,

ist uns dies starke Heer

zum Dienste zugegeben.

Und wird das Lebensband

an Leib und Seele los,

so tragen sie uns auch

hinauf in Gottes Schoß.


3 Laß mich, mein lieber GOtt,

weil ich noch leb auf Erden,

und unter Menschen bin,

den Engeln ähnlich werden.

Ich weiß, mein Fleisch und Blut

ist nicht geschickt darzu.

Drum, was ich nicht vermag,

dasselbe schaffe du.


4 Mein Mund soll immerdar

von deinem Namen singen.

Mein Herz soll Lob und Dank

zum Freudenopfer bringen.

Und komm ich gleich damit

den Seraphim nicht bei,

so wünsch ich doch dadurch,

daß ich ein Engel sei.


5 Gieb, daß ich dir, mein Gott,

von Herzen dienen möge,

und mich dem Nächsten auch

zu Liebesdiensten lege.

Die Engel dienen dir,

und dienen uns darbei:

so wünsch ich ebenfalls,

daß ich ein Engel sei.


6 Laß mich nach Heiligkeit

und aller Tugend streben,

und wies dein Wort befiehlt,

nach deinem Willen leben.

Wie denn die Engel thun

mit aller Lust und Treu;

so ist zugelich mein Wunsch,

daß ich ein Engel sei.


7 Zwar hier auf dieser Welt

wirds lauter Stückwerk bleiben.

Ich will mich gern ins Buch

der Unvollkommnen schreiben.

Jedoch du führest mich

dereinst in Himmel ein,

da werd ich in der That

als wie ein Engel sein.


8 Lob, Ehr und Preis sei Gott,

dem Vater und dem Sohne,

und dem, der beiden gleich

im hohen Himmelsthrone!

was Engel oben heißt,

und was auf Erden hier

auch Engel heißen will,

das lobe Gott mit mir!

28 September 2026

Wer dort den Engeln gleich

Here is my translation of the hymn, “Wer dort den Engeln gleich” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia melodica for St. Michael’s Day, the first of two hymns. Unusually for this meter, odd lines are rhymed as well as even. (Posted on the Eve or Vigil of St. Michael’s Day.)


Mel.:
Nun danket alle Gott.


WHO would like angels be,

Indeed, like God excelling,

In Jesus’ kingdom, he

Must first on earth be dwelling

A child of humble mind,

Of poor and lowly clay;

Grace he alone will find

Who heeds the humble way.


2 He must converted be,

Yea, born again from heaven,

As Christ says faithfully.

No other path is given

To gain that life aright

Which is of God’s decree.

Who liveth in faith’s light,

A Christian true is he.


3 The worldly live at ease,

And think amid their sinning

That God they still can please

And find a pathway winning

To heaven’s open gate,

Though none converted be

Within the inner state,

God speaks far diff’rently!


4 Forth in offense secure

With haughty spirit living,

They yet believe for sure

God will to them be giving

His heav’n when ends this strife;

But oh, how far thou art,

Poor worldling, from that life

That pleases Jesus’ heart!


5 Woe to the worldly dust

That gives offense unhalting!

Woe to the one in lust

And sin himself exalting!

Woe to offenders all

Of those who Christ believe,

Yes, woe to those who small

And faithful ones aggrieve!


6 Woe to the wicked world

Because of its offenses!

What brimstone will be hurled

On them when wrath commences,

As once in Sodom, and

In judgment them devour!

Thy doom is near at hand!

Behold the little hour!


7 O Jesus, let me o’er

Myself be here victorious

And humbly come before

Thy throne in heaven glorious,

An innocent and child

Obedient unto Thee,

In spirit meek and mild,

With all simplicity. 


8 Thus am I great indeed

And shall be greater growing,

If, where the Spirit lead,

I ever shall be going;

Though wretched, poor, and small

Before the world I stand,

I shall in heaven’s hall

With Christ be great and grand.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Wer dort den Engeln gleich,

ja Gott will ähnlich werden,

in Christi Königreich,

der muß auf diese Erden

erst werden als ein Kind,

ganz niedrig, arm und klein,

wiel der nur Gnade findt,

der so sich stellet ein.


2 Er muß ganz umgekehrt,

ja werden neugeboren,

wie Jesus selber lehrt,

sonst gehet er verloren,

und kommt zum Leben nicht,

das von Gott selber ist;

wer lebt im Glaubenslicht,

der ist ein wahrer Christ.


3 Es meint die eitle Welt,

daß bei gewohnten Sünden,

sie dennoch Gott gefällt,

und daß sie könne finden

zum Himmel eine Spur,

ob sie gleich nicht umkehrt

im Stande der Natur,

da Gott doch anders lehrt.


4 Sie fährt in Ärgernis

und Hoffart fort im Leben,

und doch meint sie gewiß,

daß Gott ihr werde geben

den Himmel nach der Zeit,

allein elende Welt!

du bist vom Leben weit,

das Jesu wohl gefällt.


5 Weh dem, der ärgerlich

auf dieser Erden lebet!

Ja, wehe dem, der sich

im Sündenkoth erhebet!

Weh dem, der ärgert den,

der gläubt und Jesum liebt,

ja auch den Kleinesten;

weh dem, der ihn betrübt!


6 O weh der bösen Welt!

der Ärgernissen wegen,

wenn Gott das Urtheil fällt,

so wird ein Schwefelregen

sie, wie dort Sodoma,

verzehren im Gericht’

ja dein Gericht ist nah,

denk, daß es bald einbricht.


7 O Jesu, gieb, daß ich

mich selber überwinde,

und ganz demüthiglich

für deinem thron mich finde,

unmündig, als ein Kind,

gehorsam nach Gebühr,

sanftmüthig und gelind,

einfältig für und für.


8 So bin ich groß genug,

und werde größer werden,

wenn ich des Geistes Zug

stets folg auf dieser Erden,

bin ich den schlecht und klein,

und elend vor der Welt,

so werd ich herrlich sein,

und groß im Himmelszelt!