26 March 2024

Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit

Here is my translation of the hymn on Christian justice, “Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit” (Philipp Friedrich Hiller, d. 1769), in GGELB #410 with melody assignment “Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn.” It is absent from Fischer’s Lexicon. I find it in Samuel Diterich’s Lieder für den öffentlichen Gottesdienst (1768), no. 46, with title “On righteousness.”

 


O God, Thou lovest righteousness,
But whoso would the right suppress,
And wrongeth men, Thou hatest.
Thou givest each his due reward,
Nor dost the man nor work regard,
Yea, though it be the greatest.

2 O righteous God! Thy Spirit give,
That I may never, while I live,
From righteousness be veering,
Nor think it well by wealth or might
To violate my neighbor’s right
For greed or profiteering.

3 Plant dignity within my breast,
That I may do love’s duty blest
With joy to every other.
A heart that only wrong conceives,
Seeks only harm, and men aggrieves,
How can it love its brother?

4 May none have cause groan at me,
May all my heart seek constantly
To give my neighbor ever
What he may rightfully demand,
And with all men in peace to stand,
And unity endeavor.

5 Let me assay with constant zeal
With every other so to deal
As I from others favor;
Let me no human heart oppress
With sorrow, worry, or distress
By my too stern behavior.

6 Lord, with the measure which I now
To neighbors measure, therewith Thou
To me again shalt measure.
Let this to fairness me incite;
Then will love’s duty and the right
Remain my constant pleasure.

Translation © 2024 Matthew Carver.

GERMAN

Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit,
und hassest den, der sie entweiht,
am Nächsten Unrecht übet.
Du bists, der jedem seinen Lohn,
ohn alles Ansehn der Person,
noch seinen Werken giebet.

2 Gerechter Gott! laß deinen Geist
zu dem, was recht und billig heißt,
stets meine Seele lenken.
Nie komm es mir doch in den Sinn,
aus schnöder Habsucht, um Gewinn,
des Nächsten Recht zu kränken.

3 Pflanz Redlichkeit in meine Brust,
und laß mich stets mit wahrer Lust
der Liebe Pflichten üben.
Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt,
nur Schaden sucht, und andre kränkt:
wie kann das Brüder lieben?

4 Nie seufze jemand wieder mich!
Mein ganzes Herz bestrebe sich,
dem Nächsten gern zu geben,
was er mit Recht verlangen kann,
und immerfort mit jedermann
in Einigkeit zu leben.

5 Laß mich beständig dahin sehn,
mit jeglichem so umzugehn,
wie ichs von ihm begehre;
damit ich keines Menschen Herz,
durch meine Härte je mit Schmerz,
und Kümmerniß beschwere.

6 Herr, mit dem Maß, damit ich hier,
dem Nächsten messe, wirst du mir
dereinst auch wieder messen.
Dies reize mich zur Billigkeit,
so werd ich auch zu keiner Zeit
der Liebe Pflicht vergessen.

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