22 March 2024

Ach Jesu! gieb mir sanften Muth

Here is my translation of the Christian meekness (Versöhnlichket, reconcilability) hymn, “Ach Jesu! gieb mir sanften Muth” (Johann Maukisch, d. 1669), in GGELB #406 with melody assgnment “Aus tiefer Noth schrei ich zu dir.” The hymn is not in Fischer’s lexicon. GGELB ascribes it to either Maukisch or Zehner. I find it ascribed to Dr. Maukisch in Württemberg 1715, the earliest instance available to me at present. Bilhuber’s annotated Liederschatz (1730) includes it as well.

 


O JESUS, give me gentleness
As Thy Word bids, dear Savior!
Frail flesh and blood do I possess!
And yet shall I endeavor
To take revenge and and act in wrath?
What goodly, Christian fountain hath
A stream of bitter flavor?

2 One Father hath us creatures wrought
And His dear children made us,
One Lord that life unto us brought
When sin in death had laid us.
One Spirit-guide to us is giv’n
To lead us to the joys of heav’n,
If we let naught dissuade us.

3 How can I, as God’s child and heir,
Despise my weaker brother,
When such great debts forgiven were
Through Christ by God the Father?
Should not our hearts e’er ready be
In charity and unity
To welcome one another?

4 Come, brother, come, give me thy hand,
My heart all fault forgiveth.
Let not thy wrath burn as a brand;
In love the Christian liveth.
Who would his Master’s manner learn
Seeks with love’s ardent flame to burn
And for it ever striveth.

5 We all one common yoke must bear,
Since we are members namèd.
Why would a member ever dare
From others to be maimèd?
By charity and kindness shown,
The Christian ever may be known
To be God’s child, as claimèd.

6 The Father’s grace we all possess,
One Savior to delight us,
One gracious Bath to save and bless
And from all wrong to right us;
One Flesh and Blood to feed us men;
Should not one heart and spirit then
In perfect union bind us?

7 Among us, whom one Spirit binds,
Can “Raca” e’er be spoken?
His temple God within thee finds;
Shall it be me be broken?
O brother, let us wrath forbear,
Lest God in vengeance dread appear,
And judgment be awoken!

8 But waken Thou my heart, O Lord,
By working of Thy Spirit,
That never foe by cutting word
May tempt me when I hear it;
A gentle mind and quiet soul
Shall be upon their head a coal
And endless friendship merit.

9 Should someone stumble and commit
What merits condemnation,
Should wind against me wail and hit,
And cause me aggravation,
Grant Jesus, that I nonetheless
May show without all bitterness
A gentle inclination.

Translation © 2024 Matthew Carver.

GERMAN
Ach Jesu! gieb mir sanften Muth,
nach deinem Wort zu leben:
Ich bin ein schwaches Fleisch und Blut,
und sollt ich dahin streben, [sollte]
zu üben Rach und harten Zorn?
Wie kann ein Christ, ein guter Born
solch bitter Wasser geben?

2 Es hat ein Vater uns gemacht
zu seinen lieben Kindern.
Es hat ein Herr das Leben bracht,
uns ganz erstorbnen Sündern.
Ein guter Geist uns auch regiert,
und zu der Himmelsfreude führt,
wenn wir ihn nicht verhindern.

3 Wie kann ich doch, als Gottes Kind,
den schwachen Bruder hassen,
da mir so große Schulden sind
von meinem Gott erlassen.
Soll nicht auch mein Herz sein bereit,
aus rechter Lieb und Einigkeit,
den Bruder zu umfassen?

4 Komm, Bruder! komm, reich her die Hand,
mein Herze dirs vergiebet:
Laß deinen Zorn nicht sein entbrannt;
ein Christ den andern liebet.
Wer wie sein lieber Meister thut,
der brennet von der Liebe Glut,
und sich in ihr stets übet.

5 Wir sollen tragen all ein Joch,
weil wir uns Glieder nennen.
Was wollen sich die Glieder doch
an einem Leibe trennen?
An rechter Lieb und Freundlichkeit
kann man den Christen allezeit
als Gottes Kind erkennen.

6 Wir haben alle Gottes Gnad
in einem Herrn zu finden.
Ein gnadenreiches Wasserbad
und Born wäscht uns von Sünden.
Ein Fleisch und Blut uns alle speist;
wie soll nicht auch ein Herz und Geist
uns allesamt verbinden?

7 Da wir nun haben einen Geist,
wie kannst du Racha! sprechen?
Da dein Leib Gottes Tempel heißt,
wie kann ich ihn zubrechen?
Ach Bruder, laß uns zörnen nicht,
daß uns nicht treffe dein Gericht;
Gott möcht sich an uns rächen.

8 Du aber, Herr, erwecke mich
durch deines Geistes treiben,
daß nicht durch herbe Wörterstich
mich mög am Feinde reiben.
Ein sanfter Sinn und stiller Muth
ist auf desselben Haupt die Glut
auf ewig Freund zu bleiben.

9 Fällt jemand, strauchelt und begeht,
was nimmer ist zu loben,
Wenn mir der Wind zuwider weht,
sollt ich vom Zürnen toben,
gib, Jesu, daß ich allezeit
ablege fern von Bitterkeit
die schönste Sanftmuthproben. [Sanftmuthsproben]

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