15 March 2024

Wohl dem, der sich mit Fleiß bemühet

Here is my translation of the Christian life (sanctification) hymn, “Wohl dem, der sich mit Fleiß bemühet” (Anon., asc. Jacob Gabriel Wolf, d. 1754), in GGELB #391, with melody assignment “Wer nur den lieben Gott läßt walten” and omitting stanza 3. Rambach includes the hymn from the Porst Gsb 1711, according to Fischer, with “Streiter” instead of “Jünger” in the second line. “Fleiß” was changed to “Ernst” in Freylinghausen 1714, along with other changes downplaying the militant conceit. For my translation I follow the Freylinghausen version with the variants as it appears in GGELB, except for the omitted stanza, given here from Freylinghausen. Below, I include the original (Moravian) stanzas 1–2 and 11, which often composed a shorter cento in Moravian hymnals, though in some hymnals also found with stanzas 3–10.

 


HOW blest is he who doth endeavor
The Lord’s disciples here to be,
Who as a robe puts on his Savior
And so by faith is saved and free—
Who maketh Christ His highest goal
And holds him dearer than his soul!

2 How blest is he who finds in Jesus
The Light and Way, and seeks His name,
Renouncing all that Him displeases,
And taking on himself His shame—
Who always seeks with faithful heart
To have in Jesus’ life a part!

[3 What good to know of His conceiving,
His taking on our flesh and blood,
Unless we find Him, by believing,
Conceived within us for our good?
But if He is to stay with thee,
Thy heart must right and proper be.]

4 What help to know Christ’s incarnation,
Who sonship doth to us restore,
Unless, since He is our salvation,
We come in faith and Him implore,
And by His Spirit have new birth,
To start a new life here on earth?

5 Dost thou believe Christ’s work and teaching,
And still remain thy reason’s slave,
And heark’ning not to Scripture-preaching,
By wisdom hope thyself to save?
He who renounces worldly ways
Must heed alone what Jesus says.

6 How boast of Jesus’ life and doing,
Of humble love and charity,
If, pride and hatred e’er pursuing,
Thou heap’st upon Him infamy?
What good to claim a Christian’s name
And not in deed to be the same?

7 Dost thou believe His pain and anguish,
And wilt not here some suff’ring bear?
Sweet joy awaits those now who languish,—
Beyond disgrace, the purple fair.
Who here doth not his Adam drown
Shall not be granted there a crown.

8 Dost thou believe His death and Passion,
If to thyself thou wilt not die?
Thou lov’st thy life to thy damnaton,
Unless thy lust thou mortify.
Let Jesus’ death example give,
If to thyself thou wouldest live!

9 What help His loosing and releasing,
If thou God’s covenant defy?
What help to cry, “Lord, Lord!” unceasing,
While looking back with wistful eye?
What help to him what Christ did win
Who serveth yet the world and sin?

10 What help is Jesus’ resurrection,
If thou refuse thy sin to leave?
Believest thou in His ascension,
Yet wilt to earthly squalor cleave?
What help to thee His vict’ry gained,
If warfare here be not sustained?

11 Come, then, let Christ in life possess thee,
And His example take to heart;
See that His innocence may dress thee;
So in His host thou hast a part.
In life he who is Jesus’ own
Seeks to be like his Lord alone.

Translation © 2024 Matthew Carver.

GERMAN
Wohl dem der sich mit Ernst bemühet,
daß er ein Jünger Christi sei!
der Christum als sein Kleid anziehet
im Glauben, und durch ihn wird frei,
der Christum stets zum Zweck ihm setzt,
ihn über Welt und Himmel schätzt.

2 Wohl dem, der ihn zum Licht und Wege
erwählet, und ihm folget nach
auf der Verleugnung schmalen Stege,
und auf sich nimmet seine Schmach:
der sich befleißt an seinem Heil
im Glauben stets zu haben Theil.

3 Was hilfts sonst, daß er ist empfangen,
und Fleischs und Bluts theilhaftig ward;
wenn wir nicht auch darzu gelangen,
daß er sich in uns offenbart?
doch soll er in dich kehren ein,
so muß dein Herz rechtschaffen sein.

4 Was hilfts, daß Christus uns geboren, [Glaubt man,…]
und uns die Kindschaft wieder bringt,
wenn, da dies Recht schon längst verloren, […sich, da wir ohn ihn verloren,]
man hiernach nicht im Glauben ringt, [das Herz nicht gläubig zu ihm dringt;]
wenn nicht sein Geist uns neu gebiert, [wenn uns sein Geist nicht…]
und man kein göttlich Leben führt? [daß man ein neues…]

5 Was hilft dem Menschen Christi Lehre,
der der Vernunft ein Sklave bleibt,
nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre,
sein Leben, Thun und Wandel treibt?
Ein Christ, der die Verleugnung ehrt,
folgt dem nur, was ihn Christus lehrt.

6 Was hilft uns Christi Thun und Leben, [Was rühmst du…]
was Demuth, Lieb und Freundlichkeit,
wenn wir dem Stolz und Haß ergeben,
und schänden seine Heiligkeit?
Was hilfts, nur mit dem Mund allein,
und nicht im Werk ein Christe sein?

7 Was hilft uns Christi Angst und Leiden, [Glaubt man denn…]
wenn man nicht will ans Leiden gehn?
Nur nach der Pein sind süß die Freuden,
und nach der Schmach steht Purpur schön.
Wer hier nicht seinen Adam kränkt,
dem wird die Krone nicht geschenkt.

8 Was hilft uns Christi Tod und Sterben, [Glaubst du an…]
wenn wir uns selbst nicht sterben ab?
Du liebst dein Leben zum Verderben,
führst du die Lust nicht in sein Grab.
Es bleibt dir Christi Tod ein Bild, [Wird denn sein Will an dir erfüllt,]
wenn du dir selbst nur leben willt. […?]

9 Was hilft sein Lösen und Befreien,
wo man nicht bleibt im Bunde stehn?
Was hilft, Herr, Herr und Meister! schreien,
wenn man stets will zurücke sehn? […gehn]
Was hilfts dem, daß er ist versühnt,
der noch der Welt und Sünden dient?

10 Was hilft dir Christi auferstehen, [Glaubst du an…]
bleibst du noch in dem Sündentod? [und bleibst noch…]
Was hilft dir sein gen Himmel Gehen, [Glaubst du an…]
klebst du noch an der Erden Koth? [und klebst noch…]
Was hilft dir sein Triumph und Sieg,
führst du mit dir nicht selber Krieg? […nicht selber mit dir Krieg?]

11 Wohlan, so lebe, thu und leide,
wie Christus dir ein Vorbild war; [wie Jesus…]
sieh, daß dich seine Unschuld kleide, [such…]
so bleibst du in der seinen Schaar. […Streiter Schaar.]
Wer Christi ist, sucht nur allein [Wer Jesum…]
im Leben Christo gleich zu sein. [sein treuer Kampfsgenoß…]

GERMAN (MORAVIAN)
1 Wohl dem er sich mit Fleiß bemühet,
daß er en Streiter Christi sei,
der nicht am Lasterseile ziehet
von Hochmuth, Neid und Wollust frei,
der Christum stets zum Zweck ihm setzt,
ihn über Welt und Himmel schätzt.

2 Der heißt allein nur Christi Streiter
wer ihm in allem folget nach,
wem er soll sein Weg, Licht und Leiter,
der trägt auch billig seine Schmach.
Wer nicht den Ölberg mit ihm steigt,
wird Thabors Glanz auch nicht gezeigt.

[. . .]

11 Wohlan, so lebe, thu und leide,
wie Jesus dir ein Vorbild war;
such, daß dich seine Unschuld kleide,
so bleibst du in der Streiter schaar.
Wer Jesum sucht, sucht nur allein
sein treuer Kampfsgenoß zu sein.




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