26 June 2026

Wie trägst du doch in dieser Zeit

 Here is my translation of the hymn, “Wie trägst du doch in dieser Zeit” (J. Rist, 1651), from the author’s Sabbathische Seelenlust, for Trinity III.

Mel.: Wie trägst du doch in dieser Zeit;
 



Or: Kommt her zu mir.

 

WHAT heartfelt longing Thou dost bear,
O God, Thy creature here to spare
And heav’nly heirs to make us!
Thou seekest us by day and night,
And workest, lest the devil’s might
Should ever captive take us.

2 I am the coin, I am the sheep,
That tragic’lly by sinful sleep
Was lost in sins self-chosen;
Corrupted is my soul and sense,
My faith is weak, love scarce to find,
Indeed, completely frozen.

3 Yet seeks Thy father-heart for me,
Lest I should in hell’s agony
Be wracked with pain forever;
O boundless love, O heart most true!
Thou dost Thy pledge to me renew,
And none the bond shall sever.

4 This is my Maker, God, and Lord,
Who heaven hath to me restored,
Yea, on my heart engraveth,
And by His Spirit doth display
The right and heaven-tending way—
And sinners gladly saveth.

5 Not one alone He loves, but all,
And longs to save them, great and small,
From Adam’s loins descending;
Of all men He doth mindful keep,
Indeed, He would not have one sheep
In sin be lost and perish.

6 He spares all those with mercy mild
Whose faith is feebler than a child,
If they to turn are willing.
It His high, His great delight,
That after this brief time, we might
His heav’nly hall be filling.

7 Although, alas, I well may fall,
If I shall stand upright at all,
’Tis not by my own power.
So, faithful God, Thou triest me,
And help’st my weakness graciously
In every needful hour.

8 Thou promptly tak’st the broom in hand,
Thy shining lamp sett’st on a stand—
Thy Word and commination—
Which moves our heart our sins to own,
And paves the way in Christ alone
To blessing and salvation.

9 But if this lamp of truth well taught,
And needful warning finds us not,
The purging broom is taken,
Our souls with anguish and distress,
War, famine, yea, and death to press,
And doth our conscience waken.

10 Yet doth the fire of love work more,
The Lord in love doth freely pour
On us His grace and favor.
He ever doth this counsel give,
That each should in his place so live
That he may live forever.

11 Yea, shall not God be ready too,
To seek for us salvation true,
Who is with joy imbuèd,
As soon as sinners rightly turn,
And through the cross are tried and learn,
And in Him all renewèd?

12 How gladly David He received—
That man of sin so sore aggrieved,
As soon as He had found him!
With joy His faithful heart released
The woman who from sin had ceased,
And with her tears had crowned Him.

13 Joy fills the angel hosts on high
When here a sinner openly
Is to conversion given.
And all the chosen shout for joy
When God His angels doth deploy
To bear that soul to heaven.

14 And yet, my Christian, ponder this,
And think how great a grace it is
That God should be delighted
Whene’er His earthen creatures fly
From sin and sorrow there on high,
Whom He long since invited.

15 I’ll sing to Thee for all my days,
O dearest Jesus, thanks and praise!
Let me Thy love be knowing,
And if I ever chance to stray,
Then lead me, Lord, back to Thy way,
And boldly I’ll be dying.

Translation © 2026 Matthew Carver.

GERMAN

Wie trägst du doch in dieser Zeit
O Gott nach unsrer Seligkeit
so sehnliches Verlangen!
Du suchest uns bei Tag und Nacht,
ja hinderst, daß des Satans Macht
uns halte nicht gefangen.

2 Ich bin der Grosch, ich bin das Schaf,
daß leider durch den Sündenschlaf
ist liederlich verloren,
mir ist verderbet Seel und Sinn,
mein Glaub ist schwach, die Lieb ist hin,
ja ganz in mir erfroren.

3 Noch suchet mich dein Vater Herz,
auf daß mich ja der Höllen Schmernz
nicht ewig möge quälen.
O reiche Lieb, o große Treu,
jetzt spür ich, daß du dich aufs neu
mir Armen willst vermählen.

4 Dies ist der Herr, der mich gemacht,
der mir den Himmel wiederbracht,
ja gar ins Herz geschrieben,
der ferner mir durch seinen Geist
den rechten Weg zum Himmel weist,
das heißt den Sünder lieben.

5 Nicht einen nur, gefällt ihm doch
die ganze Welt und was sonst noch
von Adam ist geboren,
er meints mit allen Menschen wohl,
ja will nicht, daß ein Schäflein soll
in Sünden sein verloren.

6 Er schonet aller, die da sind
im Glauben schwächer als ein Kind
wenn sie sich nur bekehren,
es ist sein höchst Ergötzlichkeit,
wenn wir nach dieser kurzen Zeit
den HImmel ihm vermehren.

7 Zwar fallen kann ich leider wohl,
wenn aber ich recht stehen soll,
so wil sichs nirgend finden,
nun treuer Gott, du suchest mich
und hilft mir Armen gnädiglich
die Schwachheit überwinden.

8 Den Besem nimmst du bald zur Hand,
dein helles Licht steckt an der Wand,
dein Wort, das uns ermahnet,
daß uns die Buß ins Herz erst schreit,
dadurch den WEg zur Seligkeit
mit großem Eifer bahnet.

9 Im Fall uns aber dieses Licht
der Lehr und Warnung findet nicht,
so muß der Besem kommen,
da wird man denn mit Angst und Noth
durch Hunger, Krieg, ja gar den Tod
von hinnen weggenommen.

10 Doch wirket mehr der Liebe Brunst,
der Herr ist ja mit großer Gunst
und Wohlthat uns ergeben,
er steht und rufet fort und fort:
ein jeder leb an seinem Ort,
daß er mög ewig leben.

11 Ja, sollte Gott nicht sein bereit
zu suchen unser Seligkeit,
der sich sehr hoch erfreuet,
so bald ein Sünder recht bekehrt
durchs Kreuz bewähret und gelehrt
in ihm sich ganz erneuet?

12 Mit Freuden nahm er David an
den hochbeschwerten Sündenmann,
so bald er ihn gefunden,
mit Freuden hat sein treuer Sinn
ein öffentliche Sünderin
von ihrer Schuld entbunden.

13 Es freuet sich der Engel Schaar
wenn sich ein Sünder offenbar,
bekehret noch auf Erden,
all Auserwählten jauchzen gleich,
wenn dieser soll ins Himmelreich
wie sie geführet werden.

14 Bedenk es aber, o mein Christ,
was daß für Gnad und Wohlthat ist,
daß Gott sich selbst ergötzet,
wenn sein Geschöpf, das Staub und Koth
aus Sünd und Trübsal, Angst und Noth,
wird in sein Reich versetzet.

15 Ich singe dir mein Leben lang,
o liebster Jesu, Lob und Dank;
laß mich dein Huld erwerben,
und wenn ich gleich verirret bin,
so führ, o Herr, mich wieder hin,
drauf will ich freudig sterben.

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