10 September 2026

Wie wenig sind zu dieser Zeit

Here is my translation of the hymn, “Wie wenig sind zu dieser Zeit” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia melodica, for Trinity XIV, the second hymn.


Mel.: Allein Gott in der Höh sei Ehr.



HOW few there are this present day

Who show a spirit grateful,

Who are prepared to turn and say

Thanks for God’s goodness faithful.

So many a good we have from God,

And yet men follow vice’s road

In all their life, unheeding.


2 God stretches forth His hands of grace

With mercy to restore us,

Yet men will not His heart embrace

Whose ardor burneth for us

Like as a Father. Oh, what gall,

Hard-hearted man! Why thus forestall?

When wilt thou turn from error?


3 Thy Jesus from thy leprosy

Hath cleansed thee by His Passion,

When He was murdered gruesomely,

Yet wilt thou that transgression

Not shun, which brought Him to His death,

But boasting of thy Christian faith

Thus in thy sins continue?


4 How oft in grace thy sin and debt

He pardoned, all forgiving,

How long He hath had patience yet

While thou hast here been living,

And still thou art devoid of fear,

Remorse, contrition, thanks sincere,

Nor from thy wand’ring turnest.


5 Of ten returneth only one

Who giveth Christ the glory

For healing wrought and cleansing done;

Here Jesus holds before thee

How few there are who on life’s road

Perform this thing that pleaseth God,

How many are ungrateful.


6 Experience shows that those who fill

The wicked congregation

Men follow not the Father’s will

But rather wicked passions,

And pass their life in gluttony,

Carousing, lust, and vanity—

O wretched souls and thankless! 


7 O dreadful sin which must the world

Cast down in wrath and ire

On which God’s vengeance shall be hurled

With sword and flames of fire,

With pestilence and famine dear,

Of which already now appear

The harbingers around us.


8 O mortal, ponder now the love

Which God is daily showing,

And wake from sin, and look above,

The evening ray is glowing,

And soon night’s shadows shall be seen;

If thou art not stil sound and clean,

Thou must forever perish.


9 O Jesus, me prepare, and all

The hearts in Thee believing,

That we may not ungrateful fall

And judgment be receiving,

But daily drawing near to Thee

Sing Alleluia! Blessed be

Our God! with jubilation.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Wie wenig sind zu dieser Zeit

die dankbar sich erweisen,

und umzukehren sind bereit,

dese Herren Güt zu preisen,

Gott hat so viel an uns gethan,

udn doch folgt man der Lasterbahn

in seinem ganzen Leben.


2 Gott strecket aus die Gnadenhand

und will sich gern erbarmen,

und ist zu uns in Lieb entbrannt

doch will man nicht umarmen,

dies Vaterherz, o Frevelsinn,

verstockter Mensch, wo denkst du hin,

wenn willt du doch umkehren?


3 Dein Jesus hat vom Aussatz dich

gereinigt durch sein Leiden,

wie er getötet grausamlich,

doch willt du nicht vermeiden

die Sünde, die sein Mörder ist,

und meinest doch, du seist ein Christ,

bei allen deinen Sünden.


4 Wie oft hat er die Sünd und Schuld

aus Gnaden dir vergeben,

wie lang hat er gehabt Geduld

in deinem ganzen Leben

und dennoch bleibst du sonder Scheu

undankbar ohne Buß und reu,

und willt nicht wiederkehren.


5 Von Zehn stellt sich nur einer dar,

der seinen Jesum preiset,

wie er gesund geworden war,

auch diese That erweiset,

wie wenig Menschen auf den Welt,

verrichten, was Gott wohl gefällt,

und wie viel Undankbare.


6 Ja, ide Erfahrung zeigt genug,

in dem verkehrten Haufen,

daß man nicht folgt des Vaters Zug,

weil man mit Fressen, Saufen,

in schnöder lust und Eitelkeit,

verbringet seine Lebenszeit,

O undankbare Seelen!


7 O großes Laster, das die Welt

muß stürzen und verdammen,

darüber Gottes Rach einfällt

mit Schwert und Feuerflammen,

mit Pestilenz und theurer Zeit,

wovon der Anbruch allbereit

in aller Welt zu sehen.


8 O Mensch, gedenk die Liebe nach,

die Gott dir täglich zeiget,

und werd einmal von Sünden wach,

weil sich der Tag geneiget,

der Abend kommt, der Nacht brichte ein,

bist du noch nicht gesund und rein,

so wirst du sterben müssen.


9 O Jesu, mache mich bereit,

und alle fromme Herzen,

daß wir nicht durch Undankbarkeit

die Seligkeit verscherzen!

Laß uns dir täglich kommen nah,

und singen dir Halleluja,

gelobt sei Gott mit Freuden.

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