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25 July 2026

Die Schrift zeigt uns an klar und hell

Here is my translation of the hymn, “Die Schrift zeigt uns an klar und hell” (N. Herman, 1560), from the author’s Sonntags-Evangelia, for the feast of St. James, from the Gospel reading in Matt. 20. Gesius 1605 appoints the


Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort.

 


THE Scripture shows us bright and clear

The saints’ deficiency and fear,

How oft they, stumbled, strayed, and fell,

Committing grievous sins as well.


2 All this was written for our good,

That we might watch, as well we should,

Nor live presumptuous, sure, and free—

Thus teach the sons of Zebedee.


3 They wished to have some special part,

Pride and vainglory seized their heart,

They wished for worldly crown and seat,

Which for the preacher is not meet.


4 They had a notion without ground,

That Christ our Lord would only found

A temp’ral kingdom in this world,

But their proud hope to earth was hurled.


5 Each one would sit on either hand,

And rule with Him both folk and land,

“Ye know not what ye ask (saith He)

Nor what thing ye desire of Me.”


6  He that will of My kingdom share

My cup with Me must drink and bear,

And with My baptism baptized be,

No rosy life here shall he see.


7 He here in time must much endure,

Who would with Me be e’er secure;

He oft must the bitter drink must know,

So that his eyes with tears o’erflow.


8 Yet no man in My kingdom e’er

With Me an equal rod shall bear,

The winepress I must tread alone,

And I Myself rule o’er Mine own.


9 The other Ten were angered sore,

But Christ gave them this holy lore,

And said: “My dear disciples, ye

Shall not as worldly rulers be.”


10 God did in other ways ordain

The rulers in this world to reign,

And prince and lord set by His hand

To foster peace throughout the land.


11 Therefore He grants them pow’r and might,

And pomp and honorific right,

And gracious titles in their place—

Blest, he who shows His people grace!


12 With you it shall far diff’rent be,

Ye shall have no such majesty:

For who among you would great,

Let him serve all in humble state.


13 Nor did I come by humble birth,

That men might serve Me here on earth,

But that I might in service live,

And life for all a ransom give.


14 Lord Jesus Christ, our thanks to Thee

That Thou art kind, of mercy free,

And patient with our weakness here,

As fathers do their children dear.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Die Schrift zeigt uns an klar und hell

der lieben Heilgen Mangl und Fell,

wie sie oft sehr gestrauchelt han

und große, grobe Sünd gethan.


2 Solchs ist geschrieben uns zugut,

daß wir uns haltn in guter Hut,

sind nicht vermessen, sichr und frei,

das lern uns die Söhn Zebedei.


3 Sie wollten auch was sonders sein,

Hoffart, Ehrgeiz, ihr Herz nahm ein,

hätten auch gern weltlich regiert,

welchs Predigern gar nicht gebührt.


4 Es was bei ihn ein falscher Wahn,

Christ unser Herr wurd fahen an,

ein zeitlich Reich auf dieser Welt,

aber ihr Rechnung weit ihn fällt.


5 Jeder wollt sitzn zu einer Hand,

helfen regieren Leut und Land,

da sprach Jesus: Ihr wisset nit,

was ihr begehert und von mir bitt.


6 Wer Theil will han an meinem Reich,

der muß den Kelch mit mir zugleich

trinken, sich mit mir täufen lan,

er wird hie nit auf Rosen gan.


7 Hie zeitlich muß er leiden viel,

wer bei mir ewig wohnen will,

und oft ein saures Trünklein thun,

daß ihm sein Augen übergan.


8 Dennoch wird mir in meinem Reich

nimmermehr jemand sietzen gleich,

die Keltern muß ich tretn allein,

und selbs regieren mein Gemein.


9 Die andren Jüngr verdroß es sehr,

aber Christ gab ihn diese Lehr,

und sprach: Ihr liebsten Jünger mein,

ihr sollt hie kein Regenten sein.


10 Gott hat ihm andre Weg bestellt,

die Obrigkeit in dieser Welt,

Fürsten und Herrn erkiest darzu,

im Land zu schaffen Fried und Ruh.


11 Drum gönnt er ihn die große Macht,

und ihrem Stand zu Ehrn ein Pracht,

und daß man sie Gnad Herren heißt,

wohl dem der seim Volk Gnad beweist.


12 Mit euch hats viel ein andre Gstalt,

ihr sollt hie zeitlich han kein Gwalt,

wer unter euch der größt will sein,

der sei ein Knecht der ganzen Gmein.


13 Ich selbs auch nicht drum kommen bin,

daß man mir hie auf Erden dien,

sondern ich dien der ganzen Welt,

geb mich für sie zum Lösegeld.


14 Wir danken dir, Herr Jesu Christ,

daß du so lind und gütig bist,

hältst unser Schwachheit viel zugut,

wie ein Vater sein Kindern thut.

21 May 2026

Herr Christ, der du ja haben willt

Here is my translation of the hymn “Herr Christ, der du ja haben willt” (B. Ringwaldt, 1582), from the author’s Die Evangelia, the post-Gospel supplicatory hymn for Exaudi.

Mel.: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält.

LORD Christ, who dost desire that we,
While in this world residing,
Should, with respect to faith, like Thee,
Be on the cross abiding;
Grant us longsuff’ring to this end,
The weakness of our flesh amend,
And strengthen Thou Thy brethren.

2 See, Lord, we, feeble flesh and blood,
Can bear no tribulation;
Our mortal powers are no good
For aught but lamentation.
Thy Spirit grant, lest e’er we sink;
Yea, that we of Thy cup may drink,
Grant strength of faith and patience.

3 In spirit gladly for Thy sake
We would endure all suff’ring,
Our heart and mind but ready make
Our lives to make an off’ring.
Be Thou our Rock, and grant us pow’r
That we may at the final hour
Death overcome forever. Amen.

Translation © 2026 Matthew Carver.

GERMAN

Herr Christ, der du ja haben willt,
daß wir in diesem Leben,
des Glaubens halb, nach deinem Bild,
am Kreuz auch sollen schweben,
verleih uns doch Geduld darzu,
die Schwachheit in uns heilten thu,
und stärke deine Brüder.

2 Sieh, Herr, wir sind nur Fleisch und Blut,
ganz ungeschcikt zum tragen,
menschlich Vermögen zapfeln thut,
und kann nicht mehr als klagen.
Steh uns mit deinem Geiste bei,
Geduld und Glaubenskraft verleih,
aus deinem Kelch zu trinken.

3 Wolln wir doch nach dem Geiste gern,
um deinetwillen leiden,
thu uns nur Herz und Muth beschern,
beständig abzuscheiden.
Sei selbest unser starker Grund,
und hilf uns in der letzten Stund,
den Tod wohl überwinden. Amen.

05 May 2026

Wie des Herren Jesu Leben

Here is my translation of the hymn, “Wie des Herren Jesu Leben” (L. Laurentii, 1700), from the author's Evangelia melodica, for Cantate, the first hymn.

Mel.: Jesu, meines Lebens Leben.

 

AS the life of Christ our Savior
Was naught else, as all may see,
Than a path ascending ever
To His Father heavenly,
Through much pain and tribulation,
Yet no anguish of damnation
Nor distress of death could part
Jesus from the Father’s heart

2 In His going through affliction,
Pangs of hell and death He passed,
To all heav’nly benediction,
Since from grief and dread at last
He was taken, and sustainèd,
And the throne of heaven gainèd,
Where He shall be reigning e’er,
And the kingdom’s scepter bear.

3 As thy Jesus went before thee,
In obedience follow Him;
Wilt thou gain the crown of glory,
Thou must over Kidron’s stream
On the cross’s path be going,
And thy head be humbly bowing,
Ere the exaltation there;
Here we must affliction bear.

4 Jesus, even to His ending,
Yea, to death, was faithful e’er,
Till His arms and legs extending,
To the Father’s loving care
Soul and spirit He committed,
And the world serenely quitted
With these words, as His “good-night”:
Crying: “All is finished quite!”

5 Soul, thou also till thy dying
Must to God be faithful yet,
And the fateful way be plying
Where His staff Thy Shepherd set,
There the cross’s summit finding—
And to this thyself be binding—
Never turning till thy death
Ends thy sorrows with a breath.

6 Jesus, since Thou went’st before me,
I Thy entry too may hold;
This stirs up my longing for Thee,
So that like a champion bold
I would follow Thee, undaunted,
Till to reach the goal I’m granted,
And may be made like to Thee,
After strife, when heav’n I see.

7 Help me walk the path hard-seeming,
That I soon the crown may touch,
Now the precious time redeeming,
Both in faith and working much;
Let me strive and be contending,
And receive a happy ending,
That I may my purpose gain
And the prize above obtain.

Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Wie des Herren Jesu Leben
nichtes, wie es offenbar,
als ein Hingang und Erheben!
Hin zu seinem Vater war,
ging der Weg gleich durch viel Leiden,
so ließ er sich doch nicht scheiden
in der Angst und Todes Schmerz
von dem liebsten Vaterherz.

2 In sein Hingang durch viel Leiden,
durch der Höllen Pein und Tod,
ging zur Himmelswonn und Freuden,
weil er aus der Angst und Noth
werd gerissen und genommen
und ist zu dem Thron gekommen,
da er herrschet und regiert,
und des Reiches Zepter führt.

3 Wie dein Jesus vorgegangen,
so geh ihm gehorsam nach;
willtu dort die Kron erlangen,
so müßt du erst Kidrons Bach
auf dem Kreuzweg übersteigen
und dein Haupt in Demuth neigen,
eh es wird erhöhet dort;
denn hier ist der Leidensort.

4 Jesus ist getreu geblieben,
ja getreu bis an sein End,
bis er ward ans Kreuz getrieben
und er in des Vaters Händ
seinen Geist und seine Seele
in der letzten Noth empföhle
und der Welt gab gute Nacht
und ausrief: Es ist vollbracht.

5 Seele, so mußt du auch bleiben
Gott getreu bis in dein Grab
und dem Wege dich verschreiben
wo du Jesu Hirtenstab
findest, und die Kreuzeshöhen
diesen Weg mußt du hergehen
und nicht weichen, bis der Tod
endet alle deine Noth.

6 Jesu, weil du vorgegangen,
so ist mir dein Hingang gut,
und erwecket mein Verlangen
idr mit einem Heldenmuth
nachzufolgen sonder weichen,
bis ich werd das Ziel erreichen
und dir in der HErrlichkeit
ähnlich werden nach dem Streit.

7 Hilf mir gehen, hilf mir laufen,
daß ich komme blad zum Ziel,
jja laß mich die Zeit so kaufen,
daß ich glaub und würke viel,
laß mich kämpfen, laß mich ringen,
und den Ausgang so gelingen,
daß ich meinen ZWeck erlang,
und das Kleinod dort empfang.

28 April 2026

Mein Herz, schick dich zum Leiden

Here is my translation of the hymn, “Mein Herz, schick dich zum Leiden” (L. Laurentii, 1700), from the author’s Evangelia Melodica, the second hymn for Jubilate.


Mel.: Von Gott will ich nicht lassen.



MY heart, prepare for sorrow;

Thorns fill this rosy way.

So Jesus’ wisdom borrow,

And hear what He doth say:

“Ye shall with sadness weep,

And wail with lamentation!”

Saints high and low in station,

In mind this saying keep!


2 These are the Lord’s belovèd,

Disciples, and most dear,

Not villains disapprovèd,

To whom He speaketh here

His twofold Verily.

We shall avoid it never:

The world must fight us ever

And play the enemy.


3 Then suffer, soul, thy sadness,

This is a blessed word,

And tendeth to thy gladness!

The gate by few preferred

And narrow pathway go,

Which Jesus went before thee.

Faith gains the cross’s glory

And vict’ry-banner so.


4 Oh, hours of cross most blessed!

I thank Thee, Savior mine,

That I by cross am pressèd,

And, as Thou borest Thine

Within mine I follow Thee.

I will not flee contrary,

This gift most salutary

Though frail my flesh may be.


5 With Jesus’ sorrows blessed

Comes heaven’s gladness fair;

Great joy is there possessèd

By souls that here will bear

The cross behind their Lord.

No pearls to swine are given.

To those who seek for heaven

This should great joy afford.


6 Though worldlings find their pleasure

In selfish vanity,

Thorns strewing without measure,

Yea, even spitefully

With godly souls contend,

And cause them outward sadness,

Yet God gives far more gladness

Than foes can them offend.


7 The sorrows of the godly

Bear peace and joy at last;

On them the sun smiles broadly

When fears and tears are past;

True joy is theirs who grieve;

But that which doth not follow

From grief is false and hollow.

This, Christian soul, believe.


8 Then, soul, must thou be mourning

When worldlings thee condemn,

Think of the walls adorning

Yon Salem, for in them

Is gathered all that sum

Whose lives in tribulation,

Were poured as an oblation;

Endure then, and o’ercome!


9 Some day this present sorrow

Shall be turned into joy,

Here, till that happy morrow

This for thy balm employ:

On Salem’s pastures fine,

No joy nor bliss will fail thee,

But Christ in heart regale thee

With treasures all divine.


Translation © 2026 Matthew Carver.


GERMAN

Mein Herz, schick dich zum Leiden

weil man auf Rosen nicht

ohn Dornen hier kann weiden,

hör, was dein Jesus spricht:

Ihr werdet traurig sein,

ja, heulen gar und weinen,

dies sagt er Groß- und Kleinen,

und muß so treffen ein.


2 Es sind des Herren Freunde

und seine Jünger gar

und keine Gottes Feinde,

zu denen er fürwahr

in zweimal wahrlich spricht,

daß dem nicht zu entgehen;

es muß also geschehen,

daß uns die Welt anficht.


3 Drum, liebste Seele, leide,

dies ist ein seligs Wort,

es dienet dir zur Freude,

erwähl die enge Pfort,

und geh die schmale Bahn,

die Jesus vorgegangen,

so wird dein Glaub erlangen

des Kreuzes Siegesfahn.


4 Ach selge Kreuzesstunden;

ich danke dir mein Heil,

daß ich das Kreuz gefunden

und trag nach meinem Theil

es dir mit Freuden nach;

ich will es nicht entbehren

dies große Heilbescheren,

ob gleich mein Leib ist schwach.


5 Mit Jesu selig leiden

ist Himmels süße Lust,

weil übergroße Freuden

der Seele sein bewußt

die ihm das Kreuz nachträgt;

die Perl ist nicht für Säuen,

ein Jünger soll sich freuen,

denn dem wirds aufgelegt.


6 Zwar wird die Welt sich freuen

in ihrer Eitelkeit

und lauter Dörner streuen,

ja, gar mit Neid und Streit

die Frommen fechten an,

dies bringt von außen Leiden,

doch gibt Gott vielmehr Freuden,

als sie betrüben kann.


7 Das Traurigsein den Frommen

gebieret Fried und Freud,

weil Sonnenblicke kommen

nach Angst- und Thränenleid,

die Freude die nicht ist

aus Traurigkeit geboren,

ist falsch und gar verloren,

dies glaub ein jeder Christ.


8 Drum, Seele, mußt du trauren,

wenn dich die Welt verdammt,

so denk an Salems Mauren,

wo alle insgesamt

aus großem Trübsal sind

gekommen, und ihr Leben

gar in den Tod gegeben,

drum duld und überwind.


9 Es wird verkehret werden

die Traurigkeit in Freud,

des tröste dich auf Erden,

auf Salems süße Weid

wird Freud und Wonne dich

ergreifen, und ergetzen

dein Herz mit Himmelsschätzen,
dein Jesus ewiglich.