Here is my translation of the hymn, “Mein Gott, wie bist du so gerecht” (B. Schmolck, 1712), from the author’s Der lustige Sabbath, second series, with title: “Divine Conversion.”
Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes Gut.
MY God, how just and right art Thou
Converting sinners mortal!
For when a child of hell doth bow
And, op’ning his heart’s portal,
Kneels down before Thee penitent,
And doth his grievous sins lament,
His heart Thou dost examine.
2 Thou seëst, full of wrath and zeal,
How many men act holy,
In whom no man can see nor feel
That they are truly holy,
When at Thy sanctuary they
Upon the threshhold stand and pray,
Thy name’s great glory praising.
3 With haughtiness and pride they teem,
Themselves o’er all men setting,
Their highest good, their pious dream,
Not once in life forgetting.
How in the world no man alive
Can measure up, howe’er he strive
To live a life so godly.
4 And when their lips their Abba speak,
They say: “O Lord, I never
Live like the sinners vile and weak.
I love no plunder ever,
Which thieves and robbers can delight!”
And by this vain, beguiling sight
They make a holy semblance.
5 They also holiness derive
From works they think of solely,
As with their tithe they always strive
To strengthen paupers lowly.
Just as they very holy are,
Nor, chastening, their bodies spare
In all their frequent fasting.
6 Since Thou, my God, dost better know
What sins their heart encumber,
And hast a fiery lake below
Set for their damnèd number,
Their holiness cannot abide,
For who exalts himself in pride,
Must at the last be humbled.
7 But lo, before Thy throne comes one
By conscience sorely driven—
A sinful man, Thy straying son,
Unholy unto heaven!
When he before Thy throne appears
All full of penitential tears,
Thou deign’st to make him holy.
8 Despite the bounties for his soul,
Which he, his bemoaning
And seeking here to be made whole,
Should find to still all groaning,
Yet in his true humility
He stands far off, aware that he
Hath Thee, his Lord, offended.
9 Repentant, full of grief and pain,
His heart, sin’s source, he smiteth–
Stroke after stroke, again, again,
And saith, “My sin inviteth
Hell’s torments as its just reward,
Yet I beseech my God and Lord
By grace to save this sinner!”
10 Unholy and unworthy he
Doth feel, e’en to desire-
That he should heaven’s brightness see;
For they invite God’s ire
Who have from Him removed their sight,
And in sin’s poison take delight
His righteous wrath provoking.
11 Such people, whom the wicked earth
According to its thinking
Counts not, like others, high of worth,
But at God’s left, goats stinking–
These God calls holy, justified;
By Him each servant’s heart is tried
And humble ones He raiseth.
12 Now Lord, my God, I hope in Thee;
Thou wilt be watching o’er me,
And sanctify me graciously
When I repent before Thee,
that in remorse for all my sin,
I also, with the publican,
May go from Thee forgiven.
Translation © 2026 Matthew Carver.
GERMAN
Mein Gott, wie bist du so gerecht,
die Menschen zu bekehren!
Wenn ein verdammter Sündenknecht
sein Herze will entleeren,
und vor dir voller Buß erscheint,
und über seine Sünden weint,
so prüfest du sein Herze.
2 Du siehst voll Zorn und Eifer an,
wie viel sich heilig stellen,
an dennen man nicht merken kann,
wenn sie auch auf den Schwellen
in deinem Heiligthume stehn,
und deines Namens Ruhm erhöhn,
daß sie recht heilig wären.
3 Sie sind voll Hoch- und Übermuth,
und werden sich vermessen,
da sie ihr allerhöchstes Gut
das Frommsein nie vergessen,
und daß darinnen in der Welt
die Wage niemand ihnen hält,
der so gottselig lebte.
4 Und wenn ihr Mund sein Abba spricht,
da heißts: wie andre Leute.
Herr, mein Gott, bin ich niemals nicht,
ich liebe keine Beute,
die Dieb und Räuber kann erfreun;
doch dies ist nur ein leerer Schein
von ihren Heiligkeiten.
5 Sie nehmen auch die Heiligkeit
von ihren kahlen Werken,
wie mit dem Zehnten jederzeit
sie jeden Armen stärken;
wie sie so gar sehr heilig sein,
und ihren matten Leib castein,
wenn sie zum öftern fasten.
6 Da du nun dieser Leute Herz,
mein Gott, am besten kennest,
und ihnen allen unterwärts
den Schwefelpfuhl benennest,
so kann ihr Heilig-sein nicht stehn,
denn wer sich selber will erhöhn,
der soll erniedrigt werden.
7 Hingegen tritt vor deinen Thron,
wenn sein Gewissen beißet
ein von dir abgeirrter Sohn,
den man unheilig heißet;
wenn er vor deinem Thron erscheint
und voller Buße schmerzlich weint,
den willst du heilig machen.
8 Denn wie viel Gutes läßt doch der
bei den bereuten Sünden,
und bei erfreuter Wiederkehr
an seiner Seele finden,
voll Herzens Demuth steht er fern,
weil er dich hat, Gott, seinen Herrn
beleidigt und erzürnet.
9 Bußfertig voller Reu und Schmerz
zeigt er der Sünden Quelle,
und schlägt mit seiner Hand ans Herz
und spricht: Es wär die Hölle
vor mich zwar wohl der rechte Lohn,
doch aber helfe Gott davon
mir Sünder aus Genaden!
10 Unheilig hält er sich, nicht werth,
daß er mit seinen Augen
den Himmel anzusehn begehrt,
weil die vor Gott nicht taugen,
die aus den Augen ihn gesetzt,
sich an der Sünden Gift ergetzt,
und seinen Zorn entzündet.
11 Dergleichen, so die böse Welt,
nach ihres Herzens Dünken,
nicht so, wie andre heilig hält,
und stellt zu Gottes Linken,
die spricht Gott heilig und gerecht,
denn er erhöhet jeden Knecht,
der sich vorher erniedrigt.
12 Nun Herr, mein Gott, ich hoff auf dich,
du wirst so für mich wachen,
und bei der Buße gnädiglich
mich völlig heilig machen;
daß ich bei meiner Sündenreu
auch mit dem Zöllner los und frei
von dir zurücke gehe.

No comments:
Post a Comment